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Auftrittsschwemme oder Tote Hose?

 
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franz branntwein



Anmeldungsdatum: 08.09.2003
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: Mo Sep 08, 2003 22:07    Titel: Auftrittsschwemme oder Tote Hose?

Hi Musiker,

spiele seit 12 Jahren in einer Band, Rock-Pop-Party-Bereich, covers. In den vergangenen 2 Jahren hat sich in unserer näheren Umgebung in Sachen Bands gewaltig die Spreu vom Weizen getrennt: Wo es früher 12 bis 15 Coverbands gab, die volle Terminkalender hatten, werden jetzt nur noch die "großen" (aber dementsprechend teuren) Bands gebucht.

Für die kleinen Wald- und Wiesenfeste sind aber viele andere Bands schon zu groß und zu teuer. Viele DJ Parties und 2 Euro Parties tun ein übriges dazu, daß nicht mehr so viele Bands zum Zuge kommen.

Wie ist das bei Euch und was haltet Ihr davon? Gut, weil sich jetzt mehr Qualität durchsetzt (zumindest vermeintlich)? Schlecht, weil keine Vielfalt mehr da ist und man überall nur noch die gleichen Bands hört?

Question

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markus



Anmeldungsdatum: 30.07.2003
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: Mi Sep 10, 2003 11:31    Titel:

du hast schon recht, vorallem bei den größeren festln, wo für die veranstaltung auch groß werbung gemacht wird, kommen immer öfter nur eine handvoll bands, die eigentlich sonst in der gegen auch überall spielen zum zug - vielleicht haben alle veranstalter mit besucherrückgang zu kämpfen und nehmen halt bands, die durch ihre bekanntheit die leute anziehen Question
andereseits fällt mir aber auf, dass bei mehrtägigen festl, wo früher nur am samstag ne band auftrat, heute auch am freitag eine band auftritt - früher war da nur ein dj; so gibts halt vielmehr festln mit livemusik, das angebot für den besucher wird also größer, die besucherzahl bleibt aber gleich und verteils sich auf die größere anzahl der festln mit livemusik, pro festl wird die besucherzahl also kleiner; was macht der einzelne veranstalter? um trotzdem die gleiche anzahl an leuten zu bekommen, nimmt er halt ne band, die sehr bekannt ist und die die leute anzieht!

das trifft natürlich vorallem die nicht so bekannten bzw. noch aufsteigenden bands, die habens viel schwerer sich am markt zu etablieren (hab mit mal mit bekannte gesprochen, die vor 20,25 jahren am tanz- und coverbandsektor tätig waren, die sagen alle dass es früher leichter war: weniger bands, die veranstalter zahlten mehr und waren auch eher bereit, auf risiko eine noch eher unbekannte band zu engagieren)

markus

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Drops



Anmeldungsdatum: 08.09.2003
Beiträge: 510
Wohnort: Langkampfen / Tirol / Austria

BeitragVerfasst am: Mi Sep 17, 2003 9:40    Titel:

Ich bin der Meinung, das es auch ein klein wenig die Bands sind, die sich verändert haben, denn (ich hab mit meinem Vater darüber gesprochen der 40 Jahre lang kommerziell Musik gemacht hat) damals, hat man einfach noch viel mehr verschiedene Musik in einer Band gespielt und war somit flexibler.
Sicher ist es heute so, das die Musikstile breiter geworden sind und da es nicht mehr möglich ist 80% abzudecken. Ich bemerke aber auch den Trend, das sich verschieden Bands zu sehr auf einen Künstler festlegen, derIhnen gut liegt.

Es gibt 156 verschiedene ACDC Cover-Bands 139 Status Quo Tribute Bands 3 Bands (die ich mit Sicherheit bestätigen kann) die Extrem viel von Robbie Williams Covern, etc.
Hierbei liegt für den Veranstalter das Problem, das er sich dann nur eine Publikumsschicht ins Lokal holt.

Veranstalter sind auch ein Problem, weil einfach immer alles zu teuer ist und weil sie nicht durchgehend dem Kunden etwas bieten. Viele Veranstalter meinen, ein Fest (max. 2) reichen um die Leute immer in ein VAZ zu ziehen, und sich so einen Stammkundschaft aufzubauen.
Tatsache ist aber, das die Leute dorthin gehen, wo immer was los ist, weil es da halt dann auch immer lustig und weil man immer leute trifft.

Bestes Beispiel für mich ist hier der Crazy Eddy in Silz.
Diese Lokal hat 4 Monate im Jahr offen und in diesen 4 Monaten geht die Post ab. Die restlichen 8 Monate planen die Jungs dort (von Chile aus).
Ausserdem bietet dieses Zentrum einfach eine Fülle von verschiedenen(!) Veranstaltungendeshalb kommen die Leute.

Aber zurück zm Thema Band:

Bands haben heute auch oft etwas überzogene Vorstellungen, was das Catering angeht. Ich hab es schon erlebt, das einen Newcomer Band am Vortag ins Veranstaltungszentrum gekommen ist und gemeint hat sie kann jetzt Freibier abstauben.

SO NICHT

Damit macht man sich unbeliebt und die Veranstalter werden bei solchen Aktionen natürlcih sauer. Auch die Gagen, die gewisse Bands haben wollen gehen oft ins unermessliche.
Die Jungs und Mädels haben keinen Namen sind aber von sich selbst so überzeugt, das sie für nicht mal ganz 2 Stunden Spielzeit eine PA gestellt haben wollen, weil sie dafür selber ehh noch kein Geld haben und dann noch eine Gage von 4000€ einstecken wollen.

Kann so auch nicht gehen.


Also sollte man sich vielleicht als Band überlegen, ob man nicht ein bisschen weniger verdient, dem Veranstalter mit etwas mehr Achtung entgegentritt (de ist schließlich der Boss) und sich etwa mehr Programm aneignet.

Das Preisleistungsverhältnis ist wichtig!!!!!!

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christian
Site Admin


Anmeldungsdatum: 08.07.2003
Beiträge: 500
Wohnort: Nähe Linz

BeitragVerfasst am: Mi Sep 17, 2003 10:35    Titel:

Hallo Drops!

Ich spiele selbst in einer Tanz- und Coverband, wir spielen quer durch die Bank von den 60-ern bis heute, aktuelle Charts, Deutsche Welle,..., hauptsächlich auf Sommerfesten, Jugendbällen,...

Ich bemerke aber schon, das sehr auch die Veranstalter immer anspruchsvoller werden. Gerade als wir angefangen haben vor ein paar Jahren, war es oft schwer zu Gigs zu kommen - obwohl wir schon 2 Jahre im Geschäft waren und gute Referenzen hatten: den Veranstaltern konnte man einen Folder zeigen, ein Demo oder sonstwas: wir bekamen oft die Antwort: ja, eh ganz gut, aber die Band XY (die auch keiner kannte, aber alle Musiker waren älter als wir) haben vielleicht mehr Erfahrung, darum nehmen wird die. Wir waren damals alle so um die 20-22 - die Veranstalter setzen jung mit wenig Erfahrung gleich.
Jetzt, wo wir älter werden, wirds etwas leichter. Und wenn ich mich umschau: die Coverbands, die wirklich gut im Geschäft sind (nur große Festln, gscheide Galas,...) sind alle so mind. um die 30. Da hast als junge gute Band kaum eine Chance dass´d reinkommst.

Zum Punkt Catering muß ich auch noch was loswerden: Gibt sicher viele Bands, die vollkommen überzogene Forderungen stellen!
Aber: Wenn sich Veranstalter weigern, 5 Getränke (Limonade!) zu bezahlen, die wir während des Aufbauens konsumierten (wir bauen ca. 3-4 Stunden auf), oder darüber diskutieren ob neben den 6 Musikern auch noch das Essen für die beiden Techniker zu bezahlen ist, dann frage ich mich schon! Denn wir sind nicht die Band, die dann 6 Stunden weils gratis ist dahinsäuft - nur die Veranstalter wollen nix bezahlen, obwohl sie´s im Vertrag sogar unterschrieben haben - also da hört sich doch alles auf.

Ist also nicht nur so, dass nur die Bands mühsamer werden, auch die Veranstalter werden immer pinkeliger.

Ich beobachte übrigens dabei ein Ost-West-Gefälle: In Salzburg, Tiro, od. in der Schweiz sind Veranstalter viel kulanter und umgänglicher als in Ostösterreich (meine Meinung!).

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Drops



Anmeldungsdatum: 08.09.2003
Beiträge: 510
Wohnort: Langkampfen / Tirol / Austria

BeitragVerfasst am: Mi Sep 17, 2003 11:12    Titel:

Hallo Christian!

Ich habe vielleicht immer das große Glück gehabt, der jüngste in der Band zu sein. Ich habe immer mit Leuten Musik gemacht, die so ca. um die 10 - 15 Jahre älter waren als ich und deshalb bin ich wahrscheinlich schon recht erwachsen mit den GROSSEN mitgegeangen und habe das so also nicht bemerkt, so wie Du der sagt, das man als Junger nicht die Chancen bekommt, die ein Alter bekommt.

Zum Thema Catering, gebe ich Dir völlig recht, das der Veranstalter Essen und Getränke für Musiker und (noch wichtiger ) Techniker (der ich selber mittlerweile bin) zur Verfügung stellen muss und das in ausreichendem Ausmaß!
Ich hab da selber auch schon Schlachten geschlagen und Kämpfe gemacht, um dann endlich einen Liter Mineralwasser zu bekommen.

In diesem Fall, muss ich dann ganz fest darauf aufmerksam machen, das man zusammenarbeiten muss und das es nur funktioniert, wenn beide Parteien Ihre Arbeit machen!

Andrerseits, verstehe ich es, wenn ein Veranstalter nicht bereit ist 6 Flaschen Sauteuren Rotwei zu besorgen, bzw, drei verschiedene Flaschen Whisky in den Backstage Raum zu stellen.
Oft wird das Zeug auch nicht angegriffen, so lange die band auf der Bühne ist, aber zu hause kann sich ein Musiker die Bar wieder auffüllen. Da denk ich mir doch, dass der Musiker, sich diese Flasche selber kaufen kann, von der Gage die Er verdient!

Ich bin also absolut dafür , das der Veranstalter für jeden ein Essen a la carte bezahlt und die Getränke wie offeneSchankweine, Bier und Softdrinks sowieso.


Doch versteh ich es, wenn Veranstalter mit der Zeit knausriger werden, wenn mittlerweile recht viele Bands die Forderungen einfach überziehen.

Ich schreib da nicht irgendwelchen Stuss, sondern kann das ganz gut belegen, weil ich mich so auf ungefähr 100 Veranstaltungen / Jahr herumtreibe und ganz intensiven Kontakt mit Bands und veranstaltern hege, da ich eben techniker bin.

Ich bin also definitiv auf Musikerseite, kann aber verstehen, wen Veranstalter nicht mehr wollen.


Zum Thema Schweiz kann ich nur sagen, da die Veranstalter dort wohl die übelsten sind was das Thema essen angeht!
Ich versteh das nicht ganz, wie man da Zeug was die einem oft servieren überhaupt noch essen kann!


LG

Drops

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christian
Site Admin


Anmeldungsdatum: 08.07.2003
Beiträge: 500
Wohnort: Nähe Linz

BeitragVerfasst am: Do Sep 25, 2003 11:07    Titel:

Drops hat Folgendes geschrieben:

Zum Thema Schweiz kann ich nur sagen, da die Veranstalter dort wohl die übelsten sind was das Thema essen angeht!
Ich versteh das nicht ganz, wie man da Zeug was die einem oft servieren überhaupt noch essen kann!


Hi Drops!

Ich war musikalisch noch nicht so oft in der Schweiz, aber ich muß sagen dass bis jetzt jeder Veranstalter bei der Verpflegung mit Essen und Trinken nicht knausrig war und auch das Essen selbst nicht dermassen schlecht war wie du schreibt. Allerdings ist uns aufgefallen, dass generell die Qualität der Speißen in unserem Nachbarland oft nicht die beste ist Confused

Christian

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Drops



Anmeldungsdatum: 08.09.2003
Beiträge: 510
Wohnort: Langkampfen / Tirol / Austria

BeitragVerfasst am: Do Sep 25, 2003 19:20    Titel:

Ich hab einfach schon recht oft in der Schweiz argbeiten müssen, weil ich dort eben auch Kundschaften habe, aber das esen dort ist meiner Meinung nach unter aller S..!
Liegt vielleicht aber auch daran, dass ich selber recht gut kochen kann und das auch mit Herz tue, weshalb ich gute Küche zu schätzen weiss und z.B. keine Grillhendl esse!

Ich habe aber mittlerweile in die Verträge setzen lassne, das es mindestens zwei verschieden warme vegetarische Essen zur Auswahl geben muss, weshalb man die band dann oft in bessere Lokale setzt und die Qualität des Essens dann besser wird, wenn man in einem gten Gasthaus ist auch wenn man auf einem Zeltfest arbeitet!
Der Trick ist, man muss dann ja gar nichts vegetarisches essn, aber damit verschafft man sich eine gewisse Pufferzone und eine verhandlungsbasis!
Und wenns hart auf hart geht, dann geh ich allein ns gasthaus und bring dem Veranstalter die rechnung! Weil es eben im Vertrag so drinsteht!

LG

Drops

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