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Bariton oder Tenor?

 
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Worshipper



Anmeldungsdatum: 19.01.2007
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: Fr Aug 31, 2007 17:43    Titel: Bariton oder Tenor?

Hallo, zusammen!

Ich habe vor etwas einem Jahr mit Gesangsunterricht begonnen. Am Anfang sollte ich irgendwelche Töne nachsingen und meine Lehrerin sagte mir, dass ich recht hoch singen kann und ich wäre ein Tenor.

Nun sagte sie mir aber kürzlich, ich solle es mit dem hohen Gesang üben nicht übertreiben und wenn ich singe, überhaupt nur bis zum fis', sonst würde ich meine Stimme übertrainieren und klänge nachher wie Dieter Bohlen - und das will man ja nicht freiwillig... Laughing. Wenn ich zuviel hochsingen übe, würde es meine Tiefen zerstören und es würde eh für mich reichen, wenn ich in meiner Band höchstens im Bereich e' bis fis' sänge. Dann wäre ich doch aber ein Bariton und kein Tenor.

Oder setzen Gesangslehrer schonmal so ein Limit, um die Stimme "schonend" auszubauen? Ich merke nämlich, dass ich dadurch bisher in den höheren Lagen mein Timbre deutlich verbessern konnte. Nur welche Stimmlage habe ich dann? Tenor oder Bariton? Singt ein Tenor nicht auch schon bei der Stimmbildung im Tenorbereich? Also ich singe im Unterricht immer nur über zwei Oktaven, komme aber gut und gerne über vier Oktaven, die aber nicht wirklich schön und sauber klingen. Oder muss man erst Bariton singen, und sich langsam in die Tenorregion voranarbeiten? Meine Lehrerin sprach nämlich sonst darüber, ich würde mal ein Tenor werden.

Danke für Eure Hilfe!


Zuletzt bearbeitet von Worshipper am Sa Sep 15, 2007 9:47, insgesamt 2-mal bearbeitet

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Sophie



Anmeldungsdatum: 05.07.2007
Beiträge: 365

BeitragVerfasst am: Sa Sep 01, 2007 15:38    Titel:

Hi.

Also das ist so, daß Du Dich langsam mit Training in die hohen Tonlagen hineinarbeiten solltest. Wenn Du sagst, daß 2 Tonlagen nicht sauber klingen, vermute ich mal, daß sie sich auch eher unangenehm anfühlen?
Sollte das der Fall sein, dann hat sie recht, wenn sie meint, Du mögest zuerst in den noch relativ bequemen Tonlagen weiterüben, weil es sonst schädlich sein kann, wenn man die Stimme falsch beansprucht (kann bei sowas ja schnell passieren). Wenn man die (relativ bequemen Tonlagen) gut beherrscht, spart man sich auch ne Menge Arbeit in den anderen Tonlagen, die man zwar trotzdem üben muß, was dann aber wesentlich leichter fällt.

Was ich aber nicht unterschreiben würde wäre die Behauptungen, daß Du Dir bestimmte Tonlagen kaputtmachst, wenn Du andere singst. Das ist so ein Vorurteil, das niemand in meiner Umgebung jemals bestätigen konnte. Was Deine Stimme kann, das kann sie. Es geht einfach nur schneller, wenn man sich auf eine Tonlage konzentriert, diese auch zu können. Aber zu der Behauptung, Du würdest durch die eine Tonlage die andere zerstören...... würde ich nicht behaupten.

Richtig ist dagegen aber, daß Du durch das Trainieren der Tiefen, später besser die Höhen erarbeiten kannst (siehe oben), während es umgekehrt schwerer ist. Vielleicht meinte sie auch NUR das (würde ich jetzt einfach vermuten).

Was ich noch kritisieren würde wäre die Sache mit dem "es reicht, wenn....." Eigentlich ist es ihre Aufgabe Deine Stimme so zu erziehen, daß diese sozusagen "auskostbar" ist. Das geht nun nicht von heute auf morgen. Vielleicht wollte sie Dich damit beruhigen, damit Du nicht zu ungeduldig bist - kann ich ja nicht sagen, ich kenne sie ja nicht. Aber daß ein Gesangslehrer sagt "es reicht wenn....." hab ich 1. noch nie gehört und 2. sollte sie das ernst meinen (und es NICHT nur aus pädagogischen Beruhigungs-Gründen sagen) kann ich nur sagen, daß ich schwer erschüttert darüber bin.

Bin aber sicher, daß sie das nicht so wörtlich meinte. Scheint eher als wäre es ihr Ziel, Deine Stimme schonend zu erziehen. Also: egal, was Du auf dem Herzen hast - würde ich Dir raten: reden reden reden. Frag sie. Wegen allem, was Du so wissen willst und wenn es Dir noch so komisch vorkommt. Es ist als Schüler immer leicht, die Dinge, die die Gesangslehrer so von sich geben, falsch zu deuten. Deshalb ist es wichtig, auch in der Kommunikation nachzuhelfen. Sei einfach ein bißchen schamlos. Fragen fragen fragen Wink

Lieben Gruß
Sophie

*edit*
Ach ja! Zu Deiner eigentlichen Frage. Es ist so, daß diese Einteilungen (Tenor und Co.) NIE absolut sind. Sie deuten eher in eine grobe Richtung. Ich selber bin Sopran. Kann aber auch in tiefen Tonlagen singen (tue ich sogar lieber und öfter - bin halt faul Laughing). Und das ist auch "richtig" so. Eigentlich ist das nur so eine grobe Einteilung. Also mach Dir mal keine Gedanken darum. Wenn Du schon sagst, daß Du vier Oktaven singen könntest....... das paßt schon Wink
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Worshipper



Anmeldungsdatum: 19.01.2007
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: Mo Sep 03, 2007 1:04    Titel:

Vielen Dank für Deine Antwort, Sophie. Wink

Muss mich aber leider ein wenig korrigieren. Ich schaffe "nur" drei Oktaven, wobei zwei davon gut klingen, in denen ich mich auch sicher fühle. Mehr geht nicht und die letzten drei Töne klingen schon "gequält", aber sie sind vorhanden. In den mittleren Lagen klinge ich auch insgesamt "kraftvoller".

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Sophie



Anmeldungsdatum: 05.07.2007
Beiträge: 365

BeitragVerfasst am: Mi Sep 05, 2007 3:29    Titel:

Macht ja nüscht. Es ändert zumindest nichts daran, daß Du Dich nicht stressen mußt Wink
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Worshipper



Anmeldungsdatum: 19.01.2007
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: Sa Sep 15, 2007 1:05    Titel:

Sooo.... Habe meine Lehrerin mal "interviewt":

Also sie meinte, dass ich zu Beginn meiner Ausbildung eher wie ein Tenor klang, der mit seiner Stimme nicht umzugehen weiss. Heute hätte ich gerade im mittleren Stimmbereich Frequenzen entwickelt, die zuvor gar nicht da waren. Einige Töne hätte ich damals einfach weggelassen. Meine Stimme klingt auch im Bereich bis zum fis' schön und darüber hinaus eher unnatürlich. Somit wäre ich eigentlich ein Bariton. Zudem ist meine Sprechstimme tiefer als meine Gesangsstimme. Von daher solle ich auch nur bis zum fis' singen, und das reicht ja auch völlig aus. Ich KANN drei Oktaven singen, nur wie gesagt klingt die dritte dann nicht mehr schön - und das würde mit meiner Anatomie zusammenhängen. Es klingt auch tatsächlich besser, wenn ich im eingestrichenen Bereich bleibe. Meine Lehrerin meinte auch, ein Tenor würde nicht so tief singen können und erst in den höheren Lagen "warm" werden.

Da Du ja Dich auch gut auszukennen scheinst: Würdest Du es ähnlich sehen? Mich irritiert etwas die Tatsache, nicht alle Bereiche meiner Stimme nutzen zu können, aber ich klinge wirklich im eingestrichenen Bereich schöner und kraftvoller. Wenn Du mich mal anhören möchtest, habe mal einfach etwas a cappella in ein Mikro gesungen. Ist aber keine professionelle Aufnahme! Unter dem Link

http://hgc.aol.de/index.jspreiter=overview&sg=ChatTP_HGC_aolsuperstars&Brand=aol.de&startIndex=37

findest Du mich unter "Jonathan".


Zuletzt bearbeitet von Worshipper am Sa Sep 15, 2007 9:50, insgesamt 2-mal bearbeitet

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Worshipper



Anmeldungsdatum: 19.01.2007
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: Sa Sep 15, 2007 1:12    Titel:

Falls der Link nicht funktioniert, gehe auf www.aol.de

Dann auf den Smily "AOL Aktiv" im rechten Feld klingen, danach auf "AOL Superstars".

Mich findest Du ca. auf der vierten Seite. Es sind zwei Aufnahmen, die eine mit, die andere ohne Delay. Laughing

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Sophie



Anmeldungsdatum: 05.07.2007
Beiträge: 365

BeitragVerfasst am: Di Sep 18, 2007 6:33    Titel:

So, jetzt kriegst Du auch endlich mal ne vernünftige (und wahrscheinlich lange) Antwort. Entschuldige! War zwar hier drin, hab aber irgendwie mehr Zeit gewollt, um auch den Link zu nutzen und so.
Hab Dich auch gefunden. Wink
(Und: Oh Gott!!!! Dieser Effekt da drauf ist ja grauenvoll Laughing Klingt wie aus Oskars Tonne Wink Laughing Aber zum Glück gab es das ja dann nochmal ohne Effekt Wink )

Jetzt muß ich erstmal überlegen, wozu Du eigentlich genau eine Meinung willst *überleg*
Ich quatsch erstmal los. Kannst Dir ja dann selber rauspicken, was Du brauchst.
Und ich entschuldige mich im schon jetzt für holperige Wortwahl und Sprache, weil ich schon recht lange auf den Beinen bin heute.

Also erstmal erzähle ich Dir von einem Bekannten, der Sänger ist. Seine Stimme hat einen bestimmten Charakter, wegen dem man meint, er würde in Tonlage XY sprechen, weil das gar nicht anders sein kann. Erst recht, weil er auch hoch und klar singen kann wenn er will. Und dann...... hört man ihn sprechen. Und fällt aus allen Wolken. Weil er eine extrem tiefe, ruhige Sprechstimme hat. Und sollte man sich zu dieser Sprechstimme eine Gesangsstimme vorstellen können, so würde man ganz sicher nicht auf seine kommen, denn die ist viel zu..... frisch und viel viel höher als die seiner Sprechtonlage. So viel zum Thema Tiefe beim Sprechen.
Das ist natürlich wie immer unterschiedlich und nicht bei allen so extrem wie bei ihm ^ aber es ist das beste Beispiel, daß die Theorie eben nicht immer recht hat. Es gibt schon Einschränkungen aufgrund der Sprechtonlage - ist ja logisch. Aber im Voraus nach bereits einem Jahr zu sagen: "Das geht nicht"....... finde ich ehrlich gesagt zu früh. Und daß man tiefer spricht als man singt ist übrigens normal. Es kommt dabei eben dann nur auf die Gradwanderung an. Wie weit das dann so geht - auch logisch.

Und was ich nun nicht verstehe ist die Aussage mit der Anatomie. Die dritte Oktave klingt nicht schön...... und das hängt mit der Anatomie zusammen..... *überleg*
Also...... beim Singen hängt alles mit der Anatomie zusammen. Das ist ja der Punkt, an dem man arbeitet *überleg*
Ich stelle jetzt mal die Vermutung an, daß Ihr (oder sie) den Stimmapparat meint? Weil Dein Stimmapparat so-und-so gebaut ist? Sie meint wahrscheinlich, daß er so gebaut ist, daß ihm die tiefen Tonlagen leichter fallen, weil er sie von der Veranlagung besser hergibt (?). Und wenn Du dann die ganze Zeit hoch singst, dann quälst Du ihn nur unnötig und machst ihn Dir kaputt, weil er das eigetlich gar nicht kann, weil er die Voraussetzungen nicht erfüllt (?). Ungefähr so?
Da kann ich Dich aber beruhigen. Es gibt schon Tonlagen, bei denen man aufpassen sollte. Aber eigentlich ist das meist nur eine Sache der Technik. Und noch viel wichtiger. Man merkt selber durchaus, wo dieser Grenzbereich liegt, wo Technik aufhört und Anatomie anfängt. Denn von da ab geht es nur noch unter Druck/Quetsch/Zwing/Quäl Laughing weiter und ist durch und durch unangenehm. Wenn Du das rausfinden willst, mußt Du fühlen. Auch wenn viele Gesangslehrer einem das nicht nahelegen, sondern leider nur nach dem Klangbild arbeiten.
Sollte dieser nicht schön klingende Bereich sich so anfühlen, als würde das sowieso nicht so gutgehen (also als wäre richtiges Singen eh nicht möglich), dann hat sie wohl recht. Dann befindet sich der Bereich höchstwahrscheinlich außerhalb Deines Gesangsspektrums. Solltest Du in diesem Bereich allerdings tatsächlich noch vernünftig singen können, nur daß es eben unausgebildet klingt...... dann muß man eben daran arbeiten, daß er irgendwann schön klingt. Wink

Somit ist das gerechtfertigt, daß Du irritiert bist, weil Du eine Oktave, die Du vielleicht singen könntest nicht nutzen lernen sollst. Gerade wenns ne ganze Oktave ist...... das ist viel.
Und daß es in der bequmen Tonlage besser und kraftvoller klingt ist für mich ehrlich gesagt kein Argument. Das ist bei jedem so. Und daß man eine Tonlage nicht erarbeitet, weil sie "unnatürlich" klingt, auch nicht. Wo erstmal die Frage zu klären wäre, was überhaupt "unnatürlich" heißt. Wie klingt sie denn? Ist sie zu luftig? Oder klingt sie gequält? Oder piepsig? Und ist es tatsächlich nur der Klang oder fühlt es sich auch extrem anstrengend an? (siehe oben)

Um das nochmal direkt zu sagen. Ich stimme Deiner Gesangslehrerin in manchen Punkten zu. Aber nicht in allen!
Ich finde, Du solltest Dich damit erstmal noch nicht engültig einfach zufrieden geben.

Was ich aber nun noch unbedingt dazusagen möchte..... Du singst seit einem Jahr. Fang jetzt nicht an, Dich in Höhen zu quälen in der Überzeugung, daß es ja gehen muß. Ich meine allein ohne Gesangslehrer. Wenn diese Tonlage wirklich schwierig für Dich ist (was sie ja ist, wenn ich das richtig deute), ist es auch normal, daß man die nach einem Jahr noch nicht erarbeitet hat und auch nach einem Jahr erstmal nur sehr vorsichtig da rangehen sollte. Es gibt Sänger, die haben nach 6 Monaten das gesamte Repertoir an Technik drauf, andere brauchen 2 Jahre, das ist völlig unterschiedlich. Also spreche ich nur vom Durchschnitt (und von Deiner Aufnahme Wink ). Die Schwierigen Tonlagen sollte man erst erarbeiten, wenn man sich in den einfachen schon recht sicher bewegt. Weil sie die technische Grundlage liefern, mit der man dann in die unsicheren Gefilde vordringen kann - mit Wissen eben. Dann weiß man beim Erarbeiten eher, woran man ist, wenn man versucht, die Probleme zu bewältigen. Du klingst bei den Aufnahmen noch ein wenig wackelig, was nach einem Jahr Unterricht aber auch eigentlich völlig normal ist. Also keine Sorge - alles im grünen Bereich.

Hab ich noch was vergessen? Öhm.... ich glaub.... nicht oder?
Wer weiß. Du kannst ja auch gerne wieder fragen, wenn was ist.
Und nun..... gehe ich mal schlafen.

Lieben Gruß
Sophie
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Worshipper



Anmeldungsdatum: 19.01.2007
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: Di Sep 18, 2007 16:32    Titel:

Hallo, Sophie,

ich hoffe, Du hast gut geschlafen. Die Mülltonne von Oskar ist doch toll... Laughing

Mal Spass beiseite: Erst mal vielen Dank für Deine intensive Antwort. Die Aufnahme war allerdings nicht mehr ganz so aktuell und meine Stütze war dort glaube ich noch nicht so 100%ig da - deswegen die Unsicherheiten. Was ich ja im Wesentlichen mit meiner Frage bezwecken wollte: Kann man anhand so einer Aufnahme sagen, dass ich entweder wie ein Bariton oder ein Tenor klinge? Kann ein Gesangslehrer dass immer 100%ig sagen? Ist so eine "Diagnose" aufgrund der Beschaffenheit des Stimmapparates endgültig?

Meine Lehrerin liess mich letztens ein schrilles i im Wechsel mit o singen. Ich fing irgendwo im grossgeschriebenen Bereich an und ging dann immer höher. Ich glaube, wir endeten irgendwo beim fis'. Da ich in den mittleren Lagen entspannter und käftiger singe, wäre ich wohl ein Bariton. Meine Lehrerin meinte, ein Tenor würde weiter oben kräftiger sein. Weil meine Stimme vor einem Jahr noch irgendwelche Frequenzen nicht hatte, die jetzt durch das Training da wären, wäre ich ein Bariton. Früher klang ich wie ein Tenor, der mit seiner Stimme nicht umzugehen weiss. Da sang ich aber auch noch nicht richtig aus dem Bauch heraus und einige Töne "übersang" ich irgendwie wohl einfach. Aber ist ein Bariton denn nicht auf zwei Oktaven beschränkt?

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Lickster



Anmeldungsdatum: 23.12.2006
Beiträge: 175
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: Di Sep 18, 2007 16:43    Titel:

Worshipper hat Folgendes geschrieben:
Aber ist ein Bariton denn nicht auf zwei Oktaven beschränkt?


Das kann ich beantworten: Nö!

Wie man Dich einordnet, hängt von Deinem Zentrum ab. Wenn Du ein Tenor bist, heisst das noch lange nicht, dass Du keine tiefen Töne singen kannst, während ein Bass sich auch mal nach oben verirren kann.

Wie weit, ist aber Ausbildungs-/Trainingssache

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Sophie



Anmeldungsdatum: 05.07.2007
Beiträge: 365

BeitragVerfasst am: Di Sep 18, 2007 21:22    Titel:

Das ^ kann ich nur unterschreiben. Wie könnte es sonst sein, daß Sänger oft über drei oder manche gar vier Oktaven singen können, wenn sie doch nur in eine Kategorie eingeordnet werden "können"?
Ich selber schaffe knapp 3,5 Oktaven. Aber ich bin doch Sopran Shocked Question Wink

Zu Deiner Frage. Anhand einer Aufnahme könnte ich jetzt nicht bestimmen, in welche Kategorie Du einzuordnen wärest. Ein Gesangslehrer, der Deine Stimme ganzheitlich hört allerdings, sollte schon in der Lage sein, das einzuschätzen.
Und da Du es anscheinend ganz genau wissen willst Wink Nein. Mit 100%iger Sicherheit kann er es nicht sagen. Dafür aber mit 80%iger Wahrscheinlichkeit. Wink

Und was die anatomische Beschaffenheit betrifft - Ich sag's mal so: Ist Deine Gesangslehrerin ein Phoniater und hat ein Foto von Deinem Kehlkopf zur Hand? Wohl nein. Und selbst wenn.... dazu kommen wir gleich noch.
Somit ist die "Diagnose" natürlich nicht endgültig. Es ist nur eine Art Grundwissen, das auf Logik und.... ja eben Anatomie beruht. Du mußt zugeben, daß es logisch erscheint, daß eine Physiologie, die eine tiefe Stimme vorsieht, mit tiefen Klängen einhergerht und eben nicht mit hohen.
Sie kann bestimmte Höhen zwar erreichen, aber sie kann niemals die gleichen Höhen erreichen, bis zu denen eine Stimme kommt, die für hohe Klänge "konstruiert" ist.
Der "Haken" (oder Dein Vorteil) ist aber eben, daß man da mit dem Rest des Körpers noch um eineiges nachhelfen kann, um die Stimme trotzdem so weit wie möglich auskosten zu können. Und da geht wirklich oft noch ne ganze Menge. Siehe oben. Zeile 1-3. Das ist aber wie Lickster schon gesagt hat abhängig von Ausbildung und Training und wohl auch vo Individuum selbst. Nicht jeder ist gleich.

Was war jetzt noch.... ach ja! Ich sagte ja "dazu kommen wir gleich noch".
Mir hat man einst gesagt, ich würde niemals in tiefen Tonlagen singen können, weil ich einen sehr kleinen Kehlkopf und recht kurze Stimmlippen habe. Das wär ja kein Ding gewesen. Ich würde ja dafür höher kommen. Nun gut. Man hat mir aber auch gesagt, daß ich unter den Bereich des mittleren Cs niemals sauber kommen würde. Vielleicht noch ein paar Töne drunter, aber so ernsthaft..... wohl nicht. Als ich das damals meiner Gesangslehrerin in der ersten Stunde berichtete, hat sie nur "Aha..... ok" gesagt und einfach mit der Stunde angefangen. Erstmal ganz normal in höheren Tonlagen. Mit den Wochen bis Monaten mich dann aber immer weiter nach unten, wobei ich mich jedes Mal fragte, ob sie mir "damals" überhaupt zugehört hat Laughing Ich fühlte mich schon irgendwie verarscht.
Und jetzt..... tjoa..... an guten Tagen kauft man mir zumindest nicht ab, daß ich Sopran bin Wink

Also: es ist nicht endgültig.

Geschlafen hab ich gut. Vielen Dank! Smile
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Worshipper



Anmeldungsdatum: 19.01.2007
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: Di Sep 18, 2007 22:36    Titel:

Okay - solangsam kommt Licht ins Dunkle! Idea Laughing

Danke für Eure Antworten! Also ich glaube, meine Lehrerin meinte auch mehr, dass ein Tenor ein anderes Zentrum hat und nicht, dass er keinen tiefen Ton trifft. Habe mich wohl falsch ausgedrückt. Aber wo eben der Begriff "Zentrum" fiel... Bin eben noch ein werdender Profi. Wink

Durch meinen Unterricht ist mein Zentrum wohl erst richtig ausdrucksstark geworden und zu Beginn war es nur ein hochklingendes Durcheinander. Somit ist jetzt wohl ein "baritonales Zentrum" zum Vorschein gekommen. Hatte meine Lehrerin danach gefragt, ob man meinen hohen Bereich noch schöner hinkriegen kann und darauf meinte sie, dass "mein Bereich" bis zum fis' wäre. Und damit könne ich auch fast alle meine Songs (die wir mit der Band singen) singen. Irgendwo wären Grenzen und es läge an der Länge der Stimmlippen. So war ziemlich genau der Wortlaut, den ich gerade so im Ohr habe... Aber vielleicht waren ja tatsächlich auch pädagogische Absichten dahinter, denn ich neige schon zu Ehrgeiz und Ungeduld in gefährlicher Kombination Very Happy. Meine Lehrerin ist eigentlich schon sehr gut! Es hat sich stimmlich schon einiges bei mir getan, wenn ich mir alte und neue Aufnahmen anhöre. Ich klinge definitiv besser! Und irgendwie ist meine Stimme tatsächlich im eingestrichenen Bereich etwas dunkler und kräftiger geworden, wie ich meine. Ich kann auch nicht genau sagen, welche Noten ich wirklich singen kann. Rolling Eyes Wenn ich so tief, wie ich kann, die Dur - Tonleiter nach oben singe, dann kann ich das dreimal hintereinander und der höchste Ton (der bei mir mehr nach einem gequältem Hund klingt Laughing) müsste dann ja auf jeden Fall über dem fis' liegen, oder?

äh - und EINE Frage hätte ich da noch: Kann jeder durch übung eine gutklingende Kopfstimme bekommen oder gibt es Menschen, die das nicht erlernen können?

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Sophie



Anmeldungsdatum: 05.07.2007
Beiträge: 365

BeitragVerfasst am: Di Sep 18, 2007 23:14    Titel:

Du kannst also drei Tonleitern singen..... Dann frage ich mich, warum Du Dich immer noch fragst, ob Du tatsächlich nur zwei Tonleitern singen sollst. Ergibt für mich keinen Sinn um ehrlich zu sein.

Ich habe übrigens nicht sagen wollen, daß Du eine schlechte Gesangslehrerin hast - mach Dir da mal keine Sorgen! Wink

Aber was verstehst Du unter gut klingender Kopfstimme?
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Worshipper



Anmeldungsdatum: 19.01.2007
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: Mi Sep 19, 2007 0:20    Titel:

Na es soll sich doch gut anhören, wenn ich singe. Deswegen die Frage. Habe kürzlich mal einen sehr hohen Song gesungen, denn ich zwar tonal hinbekam, aber es klang ziemlich bescheiden.

Wenn ich nach der dritten Tonleiter noch weiter hochgehe, dann spüre ich so etwas wie einen "übergang". Was dann an Tönen kommt, klingt wie Dieter Bohlen bei "Cherry Lady". Das ist doch die Kopfstimme, oder? Habe bei einigen "Profis" rausgehört, dass sie diesen übergang sehr fliessend singen können und das sich dieser hohe Stimmbereich auch gut anhört. Gesanglich kann ich die "Region" gar nicht benutzen, denn es ist einfach nur ein "Gequike". Da dieser Bereich für mich nicht singbar ist, habe ich ihn auch beim Oktavieren nicht dazugerechnet. Mit Anstrengung würde ich dann nochmal ungefähr bis f kommen. Aber das habe ich bisher nur im stillen Kämmerlein gemacht, denn es klingt einfach nur peinlich.

Ich hoffe, ich habe Dich jetzt nicht zu sehr verwirrt und konnte Dir mit meinen Worten erklären, was ich meine. Rolling Eyes

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Sophie



Anmeldungsdatum: 05.07.2007
Beiträge: 365

BeitragVerfasst am: Mi Sep 19, 2007 5:59    Titel:

Nein, Du hast mich nicht verwirrt. Aber gefordert. Wink Jetzt mußte ich wirklich erstmal denken, anstatt draufloszureden, weil es jetzt spezieller wird - vv Du bist nämlich keine Frau. Wink

Du hast das schon richtig erfaßt. Dieser Übergang ist tatsächlich ein Registerbruch.

Über die Bezeichnung Kopfstimme ließe sich bei Männern nun streiten, weil es da grundsätzlich zwei oder vielleicht sogar drei verschiedene Ansichten zu gibt, was die Stimmregister bei Männern angeht. Es gibt nämlich Leute, die meinen, Männer hätten gar keine "richtige" Kopfstimme, sondern eher ein ganzheitliches auf der Bruststimme basierendes Register mit nur einem einzigen Bruch (den von Dir beschriebenen), der dann als Falsett bezeichnet wird. Während es andere gibt, die meinen, das sei doch Blödsinn, natürlich würden Männer eine Kopfstimme haben und die würde an diesem Punkt beginnen. Dritte Theorie ist dann jene, daß auch Männer zwei Registerübergänge haben wie Frauen auch und der erste (Brust zu Kopf) sei nur nicht zu merken und nicht ganz so extrem. Außerdem gäbe es keine Mitteltonlage (wo es merklich vermischt ist), und das Falsett (nach "Deinem" Bruch) sei ein ganz neues Register ähnlich dem Pfeiffregister bei Frauen.
[Pfeiffregister (vielleicht kennst Du es nicht) = abartig hohe Tonlage, die keinerlei Artikulation mehr zuläßt Laughing wenn Du mal chinesische Filme gesehen hast, in denen in quietschig hoher Tonlage eine Frau geträllert hat, so bist Du "da" richtig].
Und sowieso - es gibt den Ausdruck Falsett auch für eine Arbeitsmethode der Stimmlippen, die bei klassischen Sängern gern genutzt wird. Da wirds dann noch komplizierter wenn nicht langsam kleinkrämerisch. Laughing

Das ^ nur als Überblick.
Wie Du siehst: Erbenszählerei um irgend welche Theorien, dessen Diskussionen darüber meist schon allein daran scheitern, daß die Leute sich mit der Begriffserklärung nicht einig sind. Ich persönlich glaube, daß keine der Theorien so ganz verkehrt ist (die Begriffe mal beiseite), denn es gibt "komischerweise" zu jeder der drei auch menschliche Beispiele, die sagen: "Bei mir ist das so-und-so."
Wie dem auch sei - oder wie immer wir es nennen - Du liegst zumindest richtig mit dem Registerbruch. Denn egal wie man es nennt, Deine Beschreibung vom Klang trifft genau ins Schwarze.

Bei der Klang-Bearbeitung kann ich Dir aber leider nicht weiterhelfen. Der Klang des Falsetts bei Euch Jungz ist "von Natur aus" eigentlich sehr luftig und dünn - ich sage aber immer lieber "sanft und hell". Wink
Ich weiß nicht, ob man ihn voluminöser machen kann. Genauso weiß ich auch nicht, ob jeder männliche Sänger das nutzen kann oder ob das eine 50/50-Chance ist.
Da könntest Du mal Deine Gesangslehrerin fragen. Die hat ja bestimmt schon häufiger Männer unterrichtet. Außerdem siehe unten, den Absatz mit dem Sternchen.
Ich versuche auch die ganze Zeit aus Deinen Zeilen zu lesen, ob Du dieses hauchsanfte Falsett nun schön oder scheußlich findest - ist ja Geschmacksache. Ich persönlich muß gestehen, daß ich nicht engstirnig genug bin, um es scheußlich zu finden. Eigentlich finde ich es, wenn man es trainiert hat und den Klang sehr sauber hinkriegt, sogar sehr schön. Meist dann nicht einen ganzen Song lang, sondern eher abschnittweise (also nicht wie bei Dieter, sondern eher wie bei den Boygroups wenn das jetzt auch nicht das beste Beispiel ist Wink ). Und sollte diese "Frequenz" tatsächlich in Deinem Stimmumfang vorhanden sein, dann sollte mindestens das erlernbar sein denke ich (also zu der Frage "ob das jeder kann").

Hatte ich eigentlich schonmal erwähnt, daß ich grundsätzlich lange Antworten schreibe? Wink
Ich bin nämlich noch nicht fertig Wink

*
Zu sagen gäbe es nämlich noch, daß Du auf keinen Fall im stillen Kämmerlein weiter versuchen solltest, Deine Stimme in unendliche Höhen zu quetschen. Es hört sich schon danach an als würdest Du damit Probleme haben so hoch zu singen und der Bereich tatsächlich einfach außerhalb Deines "gesunden" Stimmumfanges liegen. Wenn Du sagst, es würde quieken, dann könnte Deine Stimme da auch einfach zu Ende sein. Und dann wäre das, was Du machst ziemlich ungesund. Seine Stimme in Höhen drängen kann man natürlich immer, aber nicht jeder Ton, den man sie hochdrängeln kann, kann auch gesungen werden. Du sagst ja selber, daß das mit Anstrengung verbunden ist. Und da ich beim Singen nach Gefühl erzogen wurde, krampft sich da schon bei mir alles zusammen, wenn ich diese Worte nur lese. Shocked Aua Aua! Confused Laughing
Also sei ein bißchen vorsichtiger. Es gibt bei Deiner Stimme einen Punkt, an dem die Stimmlippen einfach bis auf's Äußerste gespannt sind. Und weiter können sie nunmal nicht.
Ich würde Dir jetzt gern erklären, was Du damit alles anrichten kannst, aber ich denke, das muß ich gar nicht Wink

Soso. Ich glaub, ich bin jetzt fertig (hoffe, ich hab Dich nicht überfordert mit den vielen Worten).

Lieben Gruß
Sophie
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Worshipper



Anmeldungsdatum: 19.01.2007
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: Mi Sep 19, 2007 10:08    Titel:

Nö - solange ich Dich nicht mit meinen vielen Fragen überfordert habe... Wink

Hat denn grundsätzlich jeder Mann, ganz gleich welche Stimmlage er hat, dieses Falsett? Wie hoch darf ich denn singen, um bei mir nichts kaputt zu machen? Also bei meiner letzten Tonleiter bin ich bestimmt schon ziemlich am Rande meiner Stimmlippen gelandet. Enspannt komme ich beim Singen eigentlich nur bis zum Bereich fis', und ich glaube genau das meinte meine Gesangslehrerin. So langsam fällt der Groschen... Idea

Und deshalb fragte ich auch, ob ich auch das nutzen kann und sollte, was über dem fis' liegt. Deswegen meinte ich auch, das die dritte Tonleiter dann nicht mehr schön klingt, denn ich brauche dann schon ein wenig Anstrengung, um dorthin zu kommen. Aber die Betonung liegt auf "ein wenig". Sollte ich aber trotzdem diesen Bereich meiner Stimme meiden, um nichts kaputt zu machen?

Ich kenne eine Sopranistin, die in ihren "tollen fünf Minuten" gerne Töne im Falsett singt. Klingt dann ähnlich wie ein Sirenengesang. Habe mir dann öfter mal einen Spass erlaubt und sie nachgemacht, wenn ich hinter der Technik war. Very Happy Kann in dieser Kopfstimme auch noch wie gesagt drei bis vier Töne erzeugen und auch mittels Vibrato halten. Aber keine Sorge: Gläser sind noch keine dabei kaputtgegangen... Very Happy A propros Kaputtgehen: Ist es denn grundsätzlich schädlich, meine Stimme ins Falsett zu bringen?

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