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E-Gitarre: Technik, Floyd Rose, Saitenwechsel

 
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Chimaera Izzy



Anmeldungsdatum: 05.06.2007
Beiträge: 1556
Wohnort: Bottrop

BeitragVerfasst am: Mo Nov 12, 2007 21:13    Titel: E-Gitarre: Technik, Floyd Rose, Saitenwechsel

Immer wieder sehen sich Gitarristen mit Schwierigkeiten beim Saitenwechsel bei Floyd Rose Tremolosystemen konforntiert. Vom Prinzip her ist das aber eine einfache Angelegenheit wenn man einige wenige Punkte beachtet.

Hintergrund:
Dadurch dass das Floyd Rose System schweben aufgehagen ist verhalten sich die Saiten umgekehrt wie kommunizierende Röhren. Die Brücke wird durch den Zug der Saiten und dem Konterzug der Federm im Inneren der Gitarre in der Schwebe gehalten. Daraus ergibt sich das Problem, dass sich der Zug auf eine Saite erhöht wenn sich die Spannung auf einer anderen Saite erniedrigt.
Anders als bei festen Brückenkonstruktionen, wo man - grob bezeichnet - jede Saite einzeln betrachten kann muss man beim Floyd Rose das Tremolo als ganzes Betrachten.

Es gibt viele Verschiedene Methoden hierbei einen Saitenwechsel schnell und unkompliziert zu machen. Ich schildere Nachfolgend zwei.

1. Step by Step
Nach diesem System wechsel ich seit Jahren meine Saiten und fahre recht gut damit. Zeitansantz: 15 - 20 min wenn man Routine hat.

Zunächst werden alle alten Saiten auf einmal runtergeholt, evtl. erfolgt ein wenig Schöhnheitspflege wie politur oder ähnliches. Die neuen Saiten werden aufgezogen und am Steg festgeklemmt. Geheimtipp für Faule: Das Ballend nicht abschneiden sondern oben durch die Mechanik ziehen, so spart man sich das knoten.
Nun hebt man nach und nach die Spannung jeder Saite an. Step by Step eben; es empfiehlt sich hierfür eine Saitenkurbel anzuschaffen. Die Spannung der Saiten sollte gleichmäßig sein während die Brücke aber noch aufliegt. Wenn jetzt die Saitenspannung grob gleich ist kann man die Brücke in die Schwebe bringen. Ab diesem Punkt sollte man zügig weiterarbeiten da man sonst später Stimmschwierigkeiten bekommen kann.
Nun hebt man die Brücke an bis sie gerade schwebt, dazu dreht man von einer Saite beginnend jeden Wirbel zweimal, dreht den nächsten zweimal usw. bis man alle 6 durchhat und geht dann diesen Weg zurück. Konkret:
1. Saite 2 x drehen
2. Saite 2 x drehen
...
5. Saite 2 x drehen
6. Saite 2 x drehen
5. Saite 2 x drehen
...

Wenn die Brücke sich ihrer Position nähert muss man angepasst natürlich weniger drehen.
Hier ist jetzt der eigentliche Schwierige Punkt: Bei dem Vorgang die Brücke in die Schwebe zu bringen muss man darauf achten dass man den angepeilten Ton nicht überschreitet. Bei diesem System stimmt man immer von unten an den Ton heran.
Bis man da den Dreh richtig raus hat braucht man ein paar Saitenwechsel und am Anfang dauert es etwas länger, wenn es sich erstmal eingespielt hat geht dieser Punkt aber schnell.

Bei Stimmen verfährt man nun ähnlich wie vorher beim Anheben der Brücke. Wichtig ist dass man immer in eine Richtung arbeitet. Ob man nun bei der tiefen E Saite anfängt oder bei der hohen ist dabei völlig egal. Ich fange immer bei der hohen E an.

Erste Saite stimmen bis sie genau passt
Zweite Saite stimmen bis diese genau in Tune ist

Nun wiederholt man das stimmen bei der ersten Saite bis diese in Tune ist, stimmt die zweite nochmal nach.
Wenn sich die Saiten bei diesem Schritt nicht weit verstimmt haben kann man nun zur dritten Saite gehen. Wenn diese stimmt fängt man wieder bei der ersten an usw. bis alle 3 exakt stimmen.
Nochmal zur Wiederholung: Es ist zwingend wichtig das man von unten an den Ton stimmt.

Wenn man so step by step alle 6 Saiten durch hat sollte man die Gitarre idealerweise ein paar Stunden mit offenen Klemmen stehen lassen, nochmal wie oben nachstimmen und dann ist sie einsatzbereit.

Ein Einwandfreies Floyd Rose vorausgesetzt funktioniert diese Methode IMMER. Wenn etwas nicht funktioniert, hat sich bei einem Schritt ein Fehler eingeschlichen. Das ist nicht weiter tragisch; dann darf man nicht die Ruhe verlieren sondern versuchen die Feherquelle ausfindig zu machen und ab da richtig weiter arbeiten.

Die zweite Methode ist schneller allerdings auch Material belastender und empfiehlt sich meiner Ansicht nach nicht für eine häufigere Anwendung:

2. In Tune ziehen:
Diese Methode bedarf einer kleinen Vorbereitung. Man muss sich zwei Holzböckchen anpassen die bei vollem Saitenzug das Floyd blockieren. Hat man das Trem blockiert zieht man nun die Konterfedern fest an - gerne auch bis zum Anschlag. Nun wechselt man die Saiten komplett, stimmt herkömmlich wie bei einer festen Brücke. Wenn die Saiten nun stimmen entfernt man die Holzböckchen und löst die Schrauben unter Kontrolle des Stimmgeräts bis die Saiten in Tune sind.

Vorteil: Sehr schnelles System dass sich bei vielen On the Road bewährt hat wenn man täglich die Saiten wechselt.
Voraussetzung hierfür ist aber ein Tadellos eingestelltes Floyd und Hochwertige Mechaniken und Einzelteile.

Fazit: Ich würde das Step by Step Verfahren empfehlen, da es das schonendere der beiden ist. Man kann aber beide probieren, sie haben ihre jeweiligen Vor- und Nachteile. Das zweite Verfahren empfiehlt sich eher nur für tourende Musiker.

Für das Einstellen eines Floyd Rose, Oktavreinheit, Saitenhöhe etc. bitte den Thread "E-Gitarre: Technik, Floyd Rose, Einstellungen" beachten.
_________________
Selbstmord ist kein AUX Weg!!


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featuring Phantom Mask (Espana) in Oktober
16.10 Dortmund
17.10 Langenfeld
18.10 Oberhausen - Helvete

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