Verfasst am: Sa Apr 04, 2009 0:57 Titel: Fender Git. Amp und DI Box Frage
Hallo zusammen,
ich habe folgendes vor und bitte um Hilfe:
ich möchte über meinen gitarrenverstärker (fender stage 112 se) auf meinem computer aufnehmen. als interface nutze ich die digi 002. dazwischen will ich noch eine di box bauen (hier bin ich garnicht sicher, ob das gut oder schlecht ist?). mein problem liegt nun darin, dass der amp dermassen laut ist, dass nicht daran zu denken ist, ihn auch nur halbwegs aufzudrehen. meine frage: gibt es eine moglichkeit, den amp so zu verkabeln, dass ich nur das signal auf der rechner bekomme, quasi die lautstärke aufdrehen kann, wobei das signal nur über den rechner rauskommt, nicht aber über die interne box des amp???? meine überelegung war auch, einfach die stecker, die an die ampbox gehen, raus zu ziehen, allerdings ist das ja nicht so elegant. hoffe ihr wisst in etwa was gemeint ist. ist wahrscheinlich ne lächerliche frage, aber ich bin halt noch nicht solange dabei.
dank jetzt schon an alle antworten.
Mykel
Anmeldungsdatum: 15.03.2007 Beiträge: 1054 Wohnort: München
Verfasst am: So Apr 05, 2009 17:00 Titel: Re: Fender Git. Amp und DI Box Frage
Mykel hat Folgendes geschrieben:
Hallo zusammen,
ich habe folgendes vor und bitte um Hilfe:
ich möchte über meinen gitarrenverstärker (fender stage 112 se) auf meinem computer aufnehmen. als interface nutze ich die digi 002. dazwischen will ich noch eine di box bauen (hier bin ich garnicht sicher, ob das gut oder schlecht ist?)...
NICHT MACHEN!
Das wird nicht klingen, da der Lautsprecher starken Einfluß auf den hörbaren Sound hat. Bei ultracleanen Sounds geht es wohl noch einigermaßen, aber bei Crunch und verzerrt wird es grauenhaft. Der Gund ist, dass bei verzerrten Sounds vom Amp unheimlich viele Obertöne produziert werden - die der Lautsprecher aber alle nicht oder nur stark gedämpft widergibt. Wenn Du dieses obertonrecieh Signal nun über eine DI Box aufnimmst, wird sich das Ergebnis bei verzerrten Sounds grauenhaft anhören. Es gibt noch andere Soundbeeinflussungen durch den Speaker (Spule = komplexe Last, die sich je nach Frequenz und Belastung ändert, d.h. Du hast da eine lautstärkeabhängige Klangbeeinflussung).
Eine DI Box dagegen überträgt nur linear. Das soll sie, das kann sie gut.
Was Du für Aufnahmen über Line brauchst, ist ein sogenannter Speakeremulator oder -simulator. Sowas wie die Red Box von Hughes und Kettner (ab Version MK2 ist sie ganz okay) oder die Behringer GI-100 oder noblere Versionen von Palmer (PGA 04 - damit kannst Du dann auch den Lautsprecher ausstöpseln oder den Amp im Pegel zähmen) oder einige mehr.
Mit Speakersimulationen arbeite ich bei der Aufnahme nicht,weil man das nicht wieder rüchgängig machen kann.
Ich spiel das Gitarrensignal ganz trocken ein!
Mit der digi 002 kenn ich mich zwar nicht aus,hab mal im Netz geschaut,aber einen Instrumenteneingang hat sie nicht,oder?
Macht nix,Du hast ja Deine DI-Box!(oder man nutzt einen Preamp)
Mit der Gitarre also direkt in die DI (eventuell noch einen ausgeschalteten Bodentreter davor,damit auch wirklich nix übersteuert!),
von da aus ins Interface,dann hast das Gitarrensignal unbearbeitet im Rechner.
Beim Sequenzer im Eingangsbus nutze ich dann noch einen Limiter,dann kann das Signal selbst beim heftigsten Anschlag nicht übersteuern.
Damit beim einspielen auch das richtige Feeling aufkommt wird in der Gitarrenspur eine Ampsim eingeschliffen.Als Freeware gibts sowas zB. auch von Voxengo.
Ist man mit dem Sound der Ampsim nicht zufrieden,kann man diese auch mit Impulsantworten (Impulse Response) veredeln.
Näheres dazu hier:
http://www.guitarampmodeling.com/viewtopic.php?f=32&t=2452
Klappt auch zB. mit GuitarRig oder Amplitube sehr gut,mußt dann halt nur die Speakersim aus dem Preset entfernen und den SIR (knufinke) oder
KeFIR als weiteren Inserteffekt einfügen.
Ist der Sound immer noch nicht zufriedenstellend,oder möchte man partout seinen eigenen Amp benutzen,gibt es eigentlich nur 2 Möglichkeiten:
1.Amp mit Mikro abnehmen
2.Reamping:das Gitarrensignal geht wie oben beschrieben furztrocken in den Rechner.
Da man nun das Ausgangssignal des Rechners nicht einfach so in den Amp schicken kann
(zu kleine Impedanz),wird es vorher über eine Reamping-Box (ähnlich einer rückwärts laufenden DI) geschickt.(zB. Radial Pro RMP/ca. 95€)
Mit einer solchen hast Du dann beim Einspielen Deinen gewohnten Ampsound am start.
Zusätzlich könntest Du das Signal vom Amp dann noch mit einem Mikro abnehmen.
Ich spiele zB. zu Hause in aller Ruhe meine Gitarrenspuren ein.
Dann gehts in den Proberaum,das Signal wird über den Amp geschickt und mit Mikros abgenommen.
Vorteil:Du kannst gemütlich an den Einstellungen des Amps oder der Mikros rumschrauben und mußt nicht jedesmal aufhören zu spielen!
Es gibt auch Selbstbauanleitungen im Netz,meine Box hat mich mit allem drum und dran 35€ gekostet und ich bin sehr zufrieden!
Viele Grüße
Micha
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