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Harmonielehre praktisch anwenden?

 
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LowFrequencyHighPower



Anmeldungsdatum: 21.05.2007
Beiträge: 92

BeitragVerfasst am: Mi Aug 29, 2007 9:46    Titel: Harmonielehre praktisch anwenden?

Hallo,

ich habe seit geraumer Zeit ein Problem damit mein eher bescheidenes Wissen über Harmonielehre in die Praxis umzusetzen und wollte deshalb mal fragen ob es da irgendwelche Eselsbrücken oder sowas ähnliches gibt. Vorab möchte ich noch erwähnen daß es schon mal passieren kann daß ich ein paar Begriffe durcheinanderschmeiss Razz

Zuerst mal zu meinem Wissensstand....
Was ich kann/weiß:
-Ich weiß was Intervalle sind
-Ich kenne den Quintenzirkel und weiß auch daß die Akkorde die um die Grundtonart herum liegen grundsätzlich mal zu diesem passen.
-Ich habe ein bescheidenes Wissen über Akkordkonstruktionen, das beschränkt sich allerdings auf Dur, Moll und Sus-Akkorde.
-zur Konstruktion: ich spiele zwar nicht Klavier, kenne aber die einzelnen Tasten und ihre Noten aus dem FF und kenne auch mein Griffbrett ziemlich gut (auf dem gibt es ja ein wunderbar einfaches Schema um den Quintenzirkel zu konstruieren), aber ich kann nicht wirklich flüssig Notenlesen
-Ich kenne die Kirchentonleitern, zwar nicht namentlich, jedoch das Schema anhand dessen sie erstellt werden (Grundton der Tonleiter innerhalb der Dur-Tonart jeweils um eine Stufe verschieben) jedoch entzieht sich meinem Wissen jeglicher Praxiswert dieser.

Was ich nicht kann:
-wie gesagt: Notenlesen
-Songs oder Parts zerlegen, also die Tonart und Tonleiter feststellen und somit Schlüsse auf weitere Möglichkeiten im Songverlauf zu erarbeiten (die klassische Frage: Ich hab ein super Riff, aber wie mache ich weiter, wie lasse ich es wirken)
-mich komplett in die Harmonielehre einlesen, das führt bei mir nur zu Missverständnissen und Frustration

Mit Literatur zu dem Thema Harmonielehre habe ich so meine Probleme...der Stoff ist mir viel zu trocken, und ich kann daraus keine praxisorientierten Informationen gewinnen. Das läuft ungefähr nach dem Schema: "Aha, so konstruiert man also einen [xyz]-Akkord....und jetzt?". Confused Ich kann vielleicht gerade noch nachvollziehen warum ein Akkord so konstruiert wird wie es da steht, allerdings stellt sich mir immer die Frage nach dem Praxiswert: Für was brauch ich den Akkord, wie kann ich ihn einsetzen, wie muß ich ihn einsetzen damit er auf eine bestimmte Art wirkt?
Die wohl größten und meissten Fragezeichen bilden sich dann über meinem Kopf wenn es darum geht ein komplettes "Gestell" für einen Song zu erstellen: Welche Tonart wähle ich um die Grundstimmung festzulegen und welche Tonleiter(n) passt/passen darüber. Bei einem Tonartwechsel, z.b. in der Bridge, beschränkt sich meine Auswahl momentan ausschliesslich auf die Paralleltonart, dann setzt es aus.

Welcher Praxiswert wäre für mich wichtig?
Ich komponiere im Rock/Hard-Rock/Metal-Bereich, d.h. daß die Gitarren zu 99% "geschlechtslose" Quint-Akkorde spielen. Das ermöglicht ja schon mal auf jedem Ton der Grundtonart (in den meissten Fällen eine beliebige melodische Moll-Tonart respektive Tonleiter) einen Quintakkord zu spielen, kein Problem soweit. Die Probleme beginnen jetzt mit dem Finden, bzw dem Suchen, der passenden Keyboardakkorde und -melodien und Gesangslinien. Dabei möchte ich jetzt auf dem Keyboard nicht nur die mir bekannten Dur-, Moll-, und Sus-Akkorde verwenden, sondern eben auch mal add[x]-, dim[x]-, Sept-Akkorde u.s.w. einbinden. Ebenso verhält es sich mit den Tonleitern. Wann passt und wie wirkt der phrygische, mixolydische u.s.w. Modus, wie kann ich exotische Tonleitern verwenden ecetera, pp.

Das aktuelle Ziel wäre, rythmische Songs zu schreiben deren Grundstimmung eher aggressiv ist, die Keys in gewisser Weise abstrakt und mystisch zur Untermalung zu verwenden, die Stimmung jedoch in vereinzelten Parts, z.b. Intro+Outro, nur Chorus, nur Zwischenteil, aufzulösen um einen Spannungsbogen zu erreichen. Wahlweise möchte ich dieses Schema dann umkehren, also eine entspannte Grundstimmung mit verzeinzelten aggressiven Parts.

Momentan gehe ich zu 90% nach dem try-and-error System vor, jedoch zieht sich das Komponieren auf diese Art derart in die Länge daß ich nach zwei oder drei Parts einfach die Motivation verliere und den ganzen Song ins Eck pfeffere. Wenn mal wirklich ein ganzer Song rauskommt ist dieser wohl im besten Fall subjektiv gesehen mittelmäßig, also nicht wirklich so wie ich ihn eigentlich im Kopf hatte.

So, das ist jetzt wieder mal ziemlich viel Text geworden. Shocked
Es wäre prima wenn mir jemand dabei helfen könnte den praktischen Nutzen der Harmonielehre zu kapieren um meine Vorhaben gezielt in die Tat umzusetzen.

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gyuri



Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 304

BeitragVerfasst am: Mi Aug 29, 2007 10:37    Titel:

ich mag jetzt nicht zu viel schreiben, aber mal ein paar kleine anregungen.

- schau dir mal tonleitern genauer an und schau vor allem, auf welcher stufe sich welcher akkord bilden läßt, wenn du nur die töne der tonleiter verwendest (dreiklang bzw. vierklang). natürliches moll und die kirchentonarten kannst du getrost weglassen, weil sie zum selben ergebnis führen wie dur, nur verschoben. interessant sind hingegen melodisch und harmonisch moll.

- die akkorde, die du dadurch bekommst, gehören in einem diatonischen rahmen zusammen. sieh dir ihre abstände und beziehungen an und schau wie sie in bekannten stücken vorkommen und wechselwirken.

- du kannst natürlich jede mollstufe in dur und jede durstufe auch in moll umwandeln, damit betrittst du schon chromatisches terrain. wie wirkt ein vermollter dur-akkord? wohin will er? un umgekehrt ein verdurter moll-akkord? wo kommt sowas vor und wie wird es eingesetzt?

- ebenso kannst du akkorde tief- und hochalterieren, indem du den grundton (und die quint) gemeinsam nach oben oder unten versetzt - wie wirkt das? wir wirds eingesetzt?

- du siehst, du kommst schon mit dur und moll ziemlich weit. wenn du quintakkorde hast, schau mal ob sie in der jeweiligen umgebung eher dur oder moll wirken, und versuch herauszufinden wieso.

hilft das fürs erste weiter?

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LowFrequencyHighPower



Anmeldungsdatum: 21.05.2007
Beiträge: 92

BeitragVerfasst am: Mi Aug 29, 2007 10:52    Titel:

Zitat:
- schau dir mal tonleitern genauer an und schau vor allem, auf welcher stufe sich welcher akkord bilden läßt, wenn du nur die töne der tonleiter verwendest (dreiklang bzw. vierklang). natürliches moll und die kirchentonarten kannst du getrost weglassen, weil sie zum selben ergebnis führen wie dur, nur verschoben. interessant sind hingegen melodisch und harmonisch moll.


Ich denke ich verstehe was du meinst. Werde das mal ausprobieren.

Zitat:
- die akkorde, die du dadurch bekommst, gehören in einem diatonischen rahmen zusammen. sieh dir ihre abstände und beziehungen an und schau wie sie in bekannten stücken vorkommen und wechselwirken.


Oooo..K....erm...was ist diatonisch? Das mit den bekannten Stücken ist so ne Sache da ich nicht wirklich Mainstream-Musik höre, geschweige denn von der Mutter aller wirren Harmonielehren des Jazz. Wie gesagt tu ich mich verdammt schwer einen Song zu zerlegen, wahrscheinlich hab ich da nicht wirklich das Gehör dafür.

Zitat:
- du kannst natürlich jede mollstufe in dur und jede durstufe auch in moll umwandeln, damit betrittst du schon chromatisches terrain. wie wirkt ein vermollter dur-akkord? wohin will er? un umgekehrt ein verdurter moll-akkord? wo kommt sowas vor und wie wird es eingesetzt?


Sorry, da versteh ich nur Bahnhof...wie wandle ich eine Moll- in eine Durstufe um und umgekehrt?

Zitat:
- ebenso kannst du akkorde tief- und hochalterieren, indem du den grundton (und die quint) gemeinsam nach oben oder unten versetzt - wie wirkt das? wir wirds eingesetzt?


Ok, das hab ich verstanden Smile


Zitat:
- du siehst, du kommst schon mit dur und moll ziemlich weit. wenn du quintakkorde hast, schau mal ob sie in der jeweiligen umgebung eher dur oder moll wirken, und versuch herauszufinden wieso.

hilft das fürs erste weiter?


Jap, ich denke fürs erste ist mir damit ein ganz schönes Stück geholfen, wenn du mir das mit der Diatonie und dem umwandeln von Dur in Moll und umgekehrt vielleicht noch etwas näher erklären könntest, vielleicht anhand eines Beispiels?

Danke schonmal! Smile

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LowFrequencyHighPower



Anmeldungsdatum: 21.05.2007
Beiträge: 92

BeitragVerfasst am: Mi Aug 29, 2007 11:33    Titel:

Hmm, ich habe jetzt mal ausprobiert Akkorde innerhalb der C-Dur Tonleiter zu generieren und habe dabei mit Vierklängen angefangen (ich benutze dazu Guitar Pro, der sagt mir dann immer gleich den Akkord). Jedoch musste ich feststellen, daß schon bei den ersten vier Kombinationen keine hundertprozentigen Übereinstimmungen auftreten. Entweder habe ich einen Ton zuviel oder zuwenig für den jeweiligen Akkord.

Ein Beispiel:
Kombination von erster, zweiter, dritter und vierter Stufe, also C, D, E, F ergäbe folgende Akkorde (ein hoch auf die enharmonische Verwechslung?):
Dm9 - dafür fehlt die sechste Stufe also das A

F6/E - da ist das E zuviel und die 6te Stufe fehlt ebenfalls
enharmonisch wäre das dann ein Dm7/E

E9-/5+ - Da fehlt mir die [keine Ahnung wie die heisst] Stufe, nämlich das G#

C11 - da fehlen 2 Stufen, nämlich die 5t (G) und eine unbekannte (A#)

F7Madd13 - da fehlt wieder die 6te, also A

Csus4add9/E - da ist das E wieder zuviel und die 5te Stufe fehlt.

Resultat: Verwirrung!

War wohl doch nicht so einfach wie ich dachte^^

Wahrscheinlich sind meine Ausführungen der größte Bockmist Razz , aber ich weiß es leider nicht besser. Bitte um Klarstellung Smile

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LowFrequencyHighPower



Anmeldungsdatum: 21.05.2007
Beiträge: 92

BeitragVerfasst am: Mi Aug 29, 2007 12:22    Titel:

Ok, ich glaub jetz komm ich dahinter....

Dur wären dann also:
1te Stufe: Dur, 7M, 6, sus2, sus4
2te Stufe: moll7, moll6, sus2, sus4, 7sus2, 7sus4
3te Stufe: moll, moll7, sus2, sus4, 7sus4
4te Stufe: Dur, 7M, 6, sus2
5te Stufe: Dur, 7, 6, sus2, sus4, 7sus2, 7sus4
6te Stufe: =Paralleltonart in moll: moll, moll7, sus2, sus4, 7sus2, 7sus4
7te Stufe: überraschenderweise kein Akkord auf der Tonleiter

hinzu kommen noch ein paar add akkorde, aber da bin ich nur im schnelldurchlauf mal drüber gegangen. Werd auf jeden Fall daran weiterarbeiten. Interessant werden dann wohl die Wirkungen in einem Ablauf und vor allem die unterschiedliche Wirkung der Tonleiter über die einzelnen Akkorde.

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matbal



Anmeldungsdatum: 26.01.2007
Beiträge: 82

BeitragVerfasst am: Mi Aug 29, 2007 16:29    Titel:

Mit Stufenakkorden sind die Dur- oder Moll-Akkorde gemeint, die sich auf den einzelnen Stufen einer Durtoneleiter ergeben. Diatonisch bedeutet hier, nur Töne der Tonart zu verwenden. (vereinfacht ausgedrückt)

Um in C-Dur zu bleiben. Die Grundtöne der zu C-Dur gehörenden Stufenakkorde sind klar. c d e f g a b

Die Stufendreiklänge bestehen immer aus Grundton(1) Terz (3) und Quinte(5).

I = c e g = C
II = d f a = Dm
III = e g b = Em
IV = f a c = F
u.s.w.

Die Stufen-Vierklänge bekommen noch die Septime (7) dazu.
I = c e g b = Cmaj7
II = d f a c = Dm7
u.s.w.

Auf der VII entsteht so:
VII = b d f a = Bm7b5 (= Bø)

Die meisten Lieder kommen mit diesen Drei- und Vierklängen aus. Deswegen solltes du dir die Akkordtypen auf den einzelnen Stufen einprägen. Die Akkordtypen gelten für jede Tonart.


Jedem Drei- oder Vierklang können noch weitere tonarteigene Töne hinzugefügt, oder vorhandene Töne verändert (sus2, sus4) werden. Der Grundklang der Akkorde bleibt dabei erhalten.

z.B.
C mit zusätzlichen Ton d = Cadd9
G7 mit zusätzlichen Ton e = C7/13

Das alles ist noch der diatonische Rahmen. Das heißt, du verwendest noch immer keinen einzigen von C-Dur abweichenden Ton
Gruß

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gtr



Anmeldungsdatum: 08.03.2007
Beiträge: 910

BeitragVerfasst am: Mi Aug 29, 2007 17:29    Titel:

Hallo, LFHP (der Name ist mir zu lang Very Happy ), dein Ansatz schwaechelt ein wenig: z.B. Akkorde wie der genannte Dm9 sind primaer kein Bestandteil der harmonisierten Durtonleiter, sondern entspringen den Inversionen, ist also erweitert (Dm9 ist in voller Groesse mindestens ein Fuenfklang). Der kommt nur auf Stufe II und V vor. Stufe III und VII sind zwar auch Mollstufen (naja, die VII ist keine richtige Mollstufe, da b5, also vermindert), aber da ist die 9 vermindert (b9). Mit anderen Worten kannst du auch sagen, dass dein Dm9 je nachdem dorisch oder aeolisch klingt.

Probiers mal so: geh die C-Dur Tonleiter durch, nimm jeden Ton und stapel darauf die Terzen, dann siehst du klar.

Cmaj7 = c-e-g-b = 1-3-5-7
Dm7 = d-f-a-c = 1-b3-5-b7
Em7 = e-g-b-d = 1-b3-5-b7
Fmaj7 = f-a-c-e = 1-3-5-7
... usw.

Jetzt ist natuerlich die Frage angebracht, wenn doch die Tonleiter 7 Toene hat und hier nur 4 benoetigt werden, wo sind die anderen 3? Der Trick ist einfach, die Sekund, Quarte und Sext wird jeweils eine Oktave erhoeht, und schon haben wir die 9, 11 und 13. Dann einfach die Terzen munter weiter stapeln, und schon hast du auch die Akkorde dazu:

I = maj7/9/11/13
II = m7/9/11/13
III = m7b9/11/b13
IV = maj7/9/#11/13
...usw.

Du kannst es auch so sehen und sagen, ein Cm13 klingt dorisch, ein Cm7b9 phrygisch, ein Cmaj7#11 lydisch usw. Btw: 9, 11 und 13 sind die sogenannten Erweiterungen. Den Aufbau auszuformulieren ist nun ein Leichtes, den ueberlasse ich dir Shocked
Kann ja schonmal anfangen:

I (ionisch) = 1-3-5-7-9-11-13
II = (dorisch) = 1-b3-5-b7-9-11-13
...usw.

Alles klar? Wink

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gyuri



Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 304

BeitragVerfasst am: Mi Aug 29, 2007 19:45    Titel:

laß doch den armen mann mit den modi in ruhe, die lernt er schon, wenn es notwendig ist.

die stufenakkorde hat matbal schon ganz gut erklärt. auf den stufen der durtonleiter hast du jeweils drei dur- (I, IV und V) und drei molldreiklänge (II, III und VI) sowie auf der VII. stufe einen verminderten dreiklang. das ist das diatonische akkordmaterial.

(wenn du jeweils noch die septim dazugibst, wirst du sehen, daß es bei den durstufen zwei verschiedene gibt: die mit der großen septim, die major-septakkorde auf der I und der IV sowie der dominantseptakkord mit der kleinen septim auf der V. die V "dominiert" eine tonart sozusagen, indem sie in die I aufgelöst werden möchte.)

nimm dir mal ein songbook oder ein lied mit akkordsymbolen in die hand, und versuche, die vorhandenen akkorde in dieses schema zu passen (das wirst du wohl mit hilfe des quintenzirkels ganz gut in den griff kriegen).

die akkorde, die nicht in das schema passen, werden zu drei guppen gehören:

- verdurte moll bzw. vermollte durakkorde. wenn du zb. in einem lied in C irgendwo statt dm ein D hast, dann ist das kein zufall. man hat aus dem diatonischen (=zur tonart gehörenden, aus den tönen der tonart bestehenden) mollakkord an dieser stelle dur gemacht, indem man die terz künstlich erhöht hat. versuch mal, eine regelmäßigkeit darin zu entdecken, was nach solchen verdurten mollstufen kommt. und das gleiche für vermollte durstufen, die wirst du zb. bei oasis oder den beatles öfter finden.

- alterierte akkorde. die erkennst du daran, daß schon der grundton nicht in die tonleiter paßt. sie bringen etwas farbe ins lied. sehr oft vermeidet man den verminderten akkord auf der VII. stufe damit, daß man sie tiefalteriert, damit hat man einen schönen durakkord, kommt zb. in all my loving von den beatles vor.

- die dritte gruppe sind dann irgendwelche komplexeren verminderten oder übermäßigen akkorde oder sonstwas komisches. da gibt es viel theorie, meistens kommen die aber aus dem ohr bzw. aus dem bauch.

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LowFrequencyHighPower



Anmeldungsdatum: 21.05.2007
Beiträge: 92

BeitragVerfasst am: Mi Aug 29, 2007 23:58    Titel:

Ööh Shocked

Ok, ich bin mal ganz ehrlich....teilweise wird das hier schon wieder zu theoretisch für mich...mal sehen.

Zitat:
Die Stufendreiklänge bestehen immer aus Grundton(1) Terz (3) und Quinte(5).

I = c e g = C
II = d f a = Dm
III = e g b = Em
IV = f a c = F
u.s.w.

Die Stufen-Vierklänge bekommen noch die Septime (7) dazu.
I = c e g b = Cmaj7
II = d f a c = Dm7
u.s.w.


ok, soweit klar, danke.

Zitat:
Auf der VII entsteht so:
VII = b d f a = Bm7b5 (= Bø)

Konstruktion verstanden....aber wat macht das Durchmesserzeichen hinter dem B???

Zitat:

Probiers mal so: geh die C-Dur Tonleiter durch, nimm jeden Ton und stapel darauf die Terzen, dann siehst du klar.

Cmaj7 = c-e-g-b = 1-3-5-7
Dm7 = d-f-a-c = 1-b3-5-b7
Em7 = e-g-b-d = 1-b3-5-b7
Fmaj7 = f-a-c-e = 1-3-5-7
... usw.


Was machen die b´s in den Stufenangaben? die sind doch gar nicht vermindert, oder seh ich da was falsch? Weil in der C-dur Tonleiter würde ja ein Vorzeichen einen Ausbruch aus der Diatonie bedeuten.

Zitat:

Jetzt ist natuerlich die Frage angebracht, wenn doch die Tonleiter 7 Toene hat und hier nur 4 benoetigt werden, wo sind die anderen 3? Der Trick ist einfach, die Sekund, Quarte und Sext wird jeweils eine Oktave erhoeht, und schon haben wir die 9, 11 und 13. Dann einfach die Terzen munter weiter stapeln, und schon hast du auch die Akkorde dazu:

I = maj7/9/11/13
II = m7/9/11/13
III = m7b9/11/b13
IV = maj7/9/#11/13
...usw.


äh, ich glaub das hab ich auch noch überrissen. Du meinst quasi daß aus einem Cmaj7 durch hinzüfügen der oktavierten Sekund ein Cmaj7/9 wird u.s.w. ...btw wie ist da die korrekte Schreibweise? Guitar Pro spuckt den als C7M9 aus.

Zitat:
Du kannst es auch so sehen und sagen, ein Cm13 klingt dorisch, ein Cm7b9 phrygisch, ein Cmaj7#11 lydisch usw. Btw: 9, 11 und 13 sind die sogenannten Erweiterungen. Den Aufbau auszuformulieren ist nun ein Leichtes, den ueberlasse ich dir Shocked
Kann ja schonmal anfangen:

I (ionisch) = 1-3-5-7-9-11-13
II = (dorisch) = 1-b3-5-b7-9-11-13
...usw.

Alles klar?


Ums einfach auszudrücken...Nein^^ Da sind zum einen wieder die b´s in den Stufenangaben von denen ich nicht weiß was sie da bedeuten und außerdem werdens langsam zu viel zahlen und buchstaben in der kurzen Zeit Smile

Zitat:
die stufenakkorde hat matbal schon ganz gut erklärt. auf den stufen der durtonleiter hast du jeweils drei dur- (I, IV und V) und drei molldreiklänge (II, III und VI) sowie auf der VII. stufe einen verminderten dreiklang. das ist das diatonische akkordmaterial.

Ooo..K, ich versteh jetzt zwar nicht wieso der Stufenakkord auf der VII vermindert ist aber ich nehms mal als gegeben hin.
Zitat:

(wenn du jeweils noch die septim dazugibst, wirst du sehen, daß es bei den durstufen zwei verschiedene gibt: die mit der großen septim, die major-septakkorde auf der I und der IV sowie der dominantseptakkord mit der kleinen septim auf der V. die V "dominiert" eine tonart sozusagen, indem sie in die I aufgelöst werden möchte.)

Woran kann ich erkennen ob die septime groß oder klein ist?
Zitat:

- alterierte akkorde. die erkennst du daran, daß schon der grundton nicht in die tonleiter paßt. sie bringen etwas farbe ins lied. sehr oft vermeidet man den verminderten akkord auf der VII. stufe damit, daß man sie tiefalteriert, damit hat man einen schönen durakkord, kommt zb. in all my loving von den beatles vor.

Erm, was heisst tiefalterieren, konkret: was wird aus dem Bm/5- und warum wenn man ihn tiefalteriert?


Ok, das hat mir jetzt schon mal die Pforten zu, für mich, ganz neuen Akkorden geöffnet, aber jetzt stellt sich mir leider wieder die Frage: Ich hab nun grob übern Daumen gepeilt an die 100 Akkorde die ich in einer Tonart verwenden kann....und jetzt? Versteht mich nicht falsch, ich bin nun auf alle Fälle klüger als zuvor, aber mir fehlt noch der springende Punkt wie ich das in die Praxis umsetzen kann, es also für meine Zwecke sinnvoll einsetzt ohne für jeden Takt die grob 100 Akkorde durchzuprobieren.

Die genannten Beispiele Oasis und Beatles haben in meinem Fall leider keinen Praxiswert, außer zu dem Zweck um einmal verdurte bzw. vermollte Akkorde zu hören, weil ich eine komplett andere Stimmung anstrebe. Ich müsste dazu wohl eher Songs von Fear Factory, Samael u.s.w. zerpflücken; leider habe ich da keine Noten von und wenn dann nur für die Gitarre, die auch nur wieder die Quintakkorde spielt. Die Akkorde vom Keyboard, welche ja ausschlaggebend für die Stimmung/Wirkung sind, rauszuhören entzieht sich leider meinen Fähigkeiten.

Auf jeden Fall schon mal Riesendank, bin wie gesagt schon ein ganzes Stück klüger geworden durch euch Smile

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matbal



Anmeldungsdatum: 26.01.2007
Beiträge: 82

BeitragVerfasst am: Do Aug 30, 2007 1:15    Titel:

LowFrequencyHighPower hat Folgendes geschrieben:

Konstruktion verstanden....aber wat macht das Durchmesserzeichen hinter dem B???

Es gibt keine standardisierten Akkordsymbole.
Ein Verminderter Vierklang besteht aus drei übereinandergestabelten kleinen Terzen z.B. B D F Ab. Auf den Grundton B bezogen ist das F die verminderte Quinte und das Ab die verminderte Septime.
Typische Akkordsymbole sind B°, B°7, Bdim7

Der Halbverminderte Akkord besteht (von unten nach oben) aus zwei kleinen und einer großen Terz. z.B. B D F A. Auf den Grundton B bezogen gibt es hier nur die verminderte Quinte F.
Typische Akkordsymbole sind Bm7b5, Bø, Bø7. Der durchgestrichene (halbierte) Kreis soll das halbvermindert andeuten.

LowFrequencyHighPower hat Folgendes geschrieben:
Zitat:

Probiers mal so: geh die C-Dur Tonleiter durch, nimm jeden Ton und stapel darauf die Terzen, dann siehst du klar.

Cmaj7 = c-e-g-b = 1-3-5-7
Dm7 = d-f-a-c = 1-b3-5-b7
Em7 = e-g-b-d = 1-b3-5-b7
Fmaj7 = f-a-c-e = 1-3-5-7
... usw.


Was machen die b´s in den Stufenangaben? die sind doch gar nicht vermindert, oder seh ich da was falsch? Weil in der C-dur Tonleiter würde ja ein Vorzeichen einen Ausbruch aus der Diatonie bedeuten.


Hier sind die Intervalle vom Grundton zum entsprechenden Akkordton des Akkordes gemeint. Eine einfache Zahl meint das große oder reine Intervall. Ein b verkleinert es, ein Kreuz vergrößert es.
Nur zur Orientierung: In einer Durtonleiter gibt es vom Grundton aus aufwärts nur große und reine Intervalle. Deswegen läßt sich die Durtonleiter gut als Bezugssystem verwenden.

    3 = große Terz (4 Halbtöne)
    b3 = kleine Terz (3 Halbtöne)
    5 = reine Quinte (7 Halbtöne)
    b5 = verminderte Quinte (6 Halbtöne)
    7 oder maj7 = große Septime (11 Halbtöne)
    b7 = kleine Septime (10 Halbtöne)

Dm7 enthält die Intervalle:
    d-f = kleine Terz
    d-a = reine Quinte
    d-c = kleine Septime



LowFrequencyHighPower hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
die stufenakkorde hat matbal schon ganz gut erklärt. auf den stufen der durtonleiter hast du jeweils drei dur- (I, IV und V) und drei molldreiklänge (II, III und VI) sowie auf der VII. stufe einen verminderten dreiklang. das ist das diatonische akkordmaterial.

Ooo..K, ich versteh jetzt zwar nicht wieso der Stufenakkord auf der VII vermindert ist aber ich nehms mal als gegeben hin.

Du mußt die Abstände (Intervalle) der einzelnen Akkordtöne miteinander Vergleichen.
Die Töne b d f sind
    b-d kleine Terz (3 HT)
    d-f kleine Terz (3 HT)
    b-f verminderte Quinte (6 HT)

Diese verminderte Quinte ist der Grund für die Bezeichnung des Akkordes als Verminderter Akkord.

LowFrequencyHighPower hat Folgendes geschrieben:

Zitat:

(wenn du jeweils noch die septim dazugibst, wirst du sehen, daß es bei den durstufen zwei verschiedene gibt: die mit der großen septim, die major-septakkorde auf der I und der IV sowie der dominantseptakkord mit der kleinen septim auf der V. die V "dominiert" eine tonart sozusagen, indem sie in die I aufgelöst werden möchte.)

Woran kann ich erkennen ob die septime groß oder klein ist?

Auch hier sind es wieder die Halbtonschritte. Kleine Septime = 10 HT, große Septime = 11 HT.
Da die Oktave 12 HT groß ist, ist es einfacher, das Intervall zur Oktave zu bestimmten. Dieses Intervall heißt auch Komplimentärintervall. Von der großen Septime zur Oktave fehlt nur eine kleine Sekunde (=1 HT), von der kleinen Septime zur Oktave fehlt eine große Sekunde (= 1 GT bzw. 2 HT).

Beispiel: Dm7 => Töne: d f a c. Von c bis zum nächsten d ist es eine große Sekunde, deswegen ist das c die kleine Septime:

LowFrequencyHighPower hat Folgendes geschrieben:

Erm, was heisst tiefalterieren, konkret: was wird aus dem Bm/5- und warum wenn man ihn tiefalteriert?

Alterieren bedeutet abändern, genauer - einen Akkordton chromatisch verändern.
Wenn du dir den Aufbau der Akkorde vor Augen hältst, sieht das so aus: (Untere Terz + Obere Terz)

    Dur-Dreiklang = große Terz + kleine Terz
    Moll-Dreiklang = kleine Terz + große Terz
    Verm. Dreiklang = kleine Terz + kleine Terz

Wenn du den Grundton des Verminderten Akkordes um einen HT erniedrigst, wird die untere Terz groß. Es entsteht ein Dur-Akkord, der jetzt einen Halbton tiefer liegt.

Ich hoffe, es war einigermaßen verständlich...

p.s. 1 HT (Halbton) könntest du für dich auch mit 1 Bund übersetzen

Gruß

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gyuri



Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 304

BeitragVerfasst am: Do Aug 30, 2007 3:04    Titel:

matbal hat schon wieder einiges super erklärt, darauf werd ich nicht mehr eingehen, sonst verwirren wir dich noch mehr Wink und mein tipp: gtr schreibt immer sehr interessante sachen, allerdings auf eine art und weise, bei der ich auch nicht immer durchblicke, und er bringt gern seine modi ins spiel, die dich im moment nur verwirren... daher... vielleicht einfach drüberlesen Wink

eine kleine korrektur:
matbal hat Folgendes geschrieben:
Dieses Intervall heißt auch Komplimentärintervall.

komplementär. aber nichts für ungut.

LowFrequencyHighPower hat Folgendes geschrieben:
Ok, das hat mir jetzt schon mal die Pforten zu, für mich, ganz neuen Akkorden geöffnet, aber jetzt stellt sich mir leider wieder die Frage: Ich hab nun grob übern Daumen gepeilt an die 100 Akkorde die ich in einer Tonart verwenden kann....und jetzt? Versteht mich nicht falsch, ich bin nun auf alle Fälle klüger als zuvor, aber mir fehlt noch der springende Punkt wie ich das in die Praxis umsetzen kann, es also für meine Zwecke sinnvoll einsetzt ohne für jeden Takt die grob 100 Akkorde durchzuprobieren.

wie kommst du denn auf 100? ja, wenn du alle möglichen alterationen und variationen durchmultiplizierst, kommst du vielleicht auf so viele, aber in der praxis werden die meisten davon einfach nicht passen.

grundsätzlich hast du mal in einer tonart 6 oft verwendete stufen (je 3 dur und moll). es ist einigermaßen häufig, daß man eine mollstufe zu dur macht, da müßtest du eben für dich herausfinden, wozu man das macht bzw. an welchen stellen - ich kann es dir auch verraten, aber selbst suchen macht definitiv mehr spaß und bringt auch mehr einblick. durstufe zu moll ist schon seltener, hoch- und tiefalteration noch seltener. du kommst also mit den 6 diatonischen stufen sowie ein klein wenig chromatik ganz gut über die runden. jede chromatische veränderung fällt auf und wirkt - du mußt selbst herausfinden, wie sie auf dich wirkt. wenn du das weißt, kannst du dich auch bewußt entscheiden, sie zu verwenden.

jetzt stellt sich natürlich auch die frage, wie du komponierst... hast du zuerst eine melodie, zuerst die akkordfolge oder entsteht beides gemeinsam? wenn zuerst akkordfolge, kannst du im prinzip alles hintereinanderstellen, was dir gefällt, wenn du aber zuerst eine melodie hast, mußt du natürlich schauen, daß die akkorde dazu passen... dazu mußt du die akkorde entsprechend gut verstanden haben. um da konkret weiterzuhelfen brauchen wir mehr infos.

LowFrequencyHighPower hat Folgendes geschrieben:
Die genannten Beispiele Oasis und Beatles haben in meinem Fall leider keinen Praxiswert, außer zu dem Zweck um einmal verdurte bzw. vermollte Akkorde zu hören, weil ich eine komplett andere Stimmung anstrebe.

hmm, brutal gesagt: wer von den beatles nix lernen kann, kann oder will nix lernen. die von dir genannten künstler, die ich zugegeben nicht kenne, kochen auch mit den selben zutaten. mit klassik und jazz mußt du dich nicht unbedingt auseinandersetzen, von den beatles kannst du aber sicher viel abschauen. stimmung hin oder her, es werden in deiner musik die selben akkordtypen und die selben zusammenhänge verwendet.

LowFrequencyHighPower hat Folgendes geschrieben:
Ich müsste dazu wohl eher Songs von Fear Factory, Samael u.s.w. zerpflücken; leider habe ich da keine Noten von und wenn dann nur für die Gitarre, die auch nur wieder die Quintakkorde spielt. Die Akkorde vom Keyboard, welche ja ausschlaggebend für die Stimmung/Wirkung sind, rauszuhören entzieht sich leider meinen Fähigkeiten.

nun ja, dann arbeite an deinen fähigkeiten. wenn du einen (reinen) quintakkord angegeben hast, kannst du leicht herausfinden, ob der akkord dur oder moll ist, du mußt nur beide varianten anschlagen und hören, welche paßt. vermindert und übermäßig fallen bei einer reinen quint schon mal weg, sind aber die üblichen verdächtigen (besonders der verminderte), wenn die reine quint auch schon nicht paßt. mit den septimen würde ich mich an deiner stelle jetzt noch nicht aufhalten, erst wenn du es mit dur und moll halbwegs draufhast.

ich wette mit dir, daß ich, wenn du eine akkordfolge von einer der genannten gruppen hier postest (und zwar die quintakkorde schon auf dur oder moll ergänzt), leicht eine ähnliche oder vielleicht gleiche bei den beatles oder sonst wo finden kann. du wirst sehen, daß es immer wieder die gleichen schmähs sind.

LowFrequencyHighPower hat Folgendes geschrieben:
Auf jeden Fall schon mal Riesendank, bin wie gesagt schon ein ganzes Stück klüger geworden durch euch Smile

freut mich Wink nur nicht aufgeben, schritt für schritt weitergehen, du checkst eh alles schnell.

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matbal



Anmeldungsdatum: 26.01.2007
Beiträge: 82

BeitragVerfasst am: Do Aug 30, 2007 3:18    Titel:

gyuri hat Folgendes geschrieben:

komplementär. aber nichts für ungut.

Stimmt, ein Kompliment war was anderes Laughing

Gruß

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LowFrequencyHighPower



Anmeldungsdatum: 21.05.2007
Beiträge: 92

BeitragVerfasst am: Do Aug 30, 2007 11:03    Titel:

Hey ihr seid super Leute, ich werd das zwar noch zwei- dreimal lesen müssen aber ihr erklärt zumindest mal auf eine Weise die ich verstehe.

Wie ich auf grob 100 Akkorde komme? Ich hab mir gestern Nacht noch die Mühe gemacht für die Tonart Bm die Stufendrei- und vierklänge rauszuarbeiten nach den von euch geposteten Vorgehensweisen, zwar im Guitar pro aber ohne den Akkordmaker, da der Lerneffekt damit ja gen Null tendiert.
Als ich damit fertig war habe ich dann unter Zuhilfenahme des Akkordmakers noch weitere Akkorde gesucht die diatonisch korrekt sind, vorerst nur auf die Prim. Dabei komme ich (und ich glaub nicht daß ich alle gefunden habe) auf 12 Akkorde mit dem Grundton B, und zwar:

1 Bm
2 Bm7
3 Bsus2
4 Bsus4
5 B7sus2
6 B7sus4
7 Bm9
8 Bm11
9 Bmadd9
11 Bmadd11
11 Bmadd13
12 Bsus2add11

Gehe ich jetzt davon aus daß ich auf die anderen Stufen der Tonleiter ähnlich viele Akkorde bilden kann, und in dem Glauben welche zu Übersehen, ergibt 12 x 7 = 84 Akkorde

(Interessant fand ich daß mir der Akkordmaker den Bm13 nicht anzeigt, also keine Notation dafür parat hat. Bm13 wäre doch B-D-F#-G'...dann sinds übrigens 13 Akkorde dich ich gefunden hab Smile )

Zwecks Beatles: Ich sag nicht daß ich von denen nichts lernen kann, geschweige denn will, nur bin ich jemand der grad ne Handvoll Songs von denen kennt und kein Beatle-Tonmaterial zuhause hat Wink

Aber: ich hab mir jetzt mal die Gitarrenspuren von "Rain" von Samael angesehen, und ich glaub ich weiß jetzt wo der Hase begraben liegt und würde jetzt gern mal ans konkrete Beispiel gehen, deshalb hier die Takte 1-4 aus dem Song:

E S S S S S S S S S S S S S S E E E E S S S S E S S S S S S
D||-------------------------------------------|------------------------------------|
A||-------------------------------------------|------------------------------------|
F ||-------------------------------------------|------------------------------------|
C||-------------------------------------8--9--|--8--9-----------------------------|
G||-----1---------------0-1------------6--7--|--6--7------7-10-7---------------|
D||-------3-1-0-1-3-1-----3-1-0-1-3-------|--------0-0----------0-0-3-2-0-0-|


E E S S S S E S S E S S E E S S S S E S S S S S S
----------------------------------|-----------------------------------|
----------------------------------|------------------------------------|
----------------------------------|------------------------------------|
--8--9--------------------10-----|--8--9----------------------------|
--6--7------7-10-7-------8------|--6--7------7-10-7--------------|
--------0-0---------0-0-----0-0-|--------0-0---------0-0-3-2-0-0-|

das hats jetzt etwas verschoben beim Pasten, ich hoffe ihr könnt etwas erkennen.

Nachdem ich Takt 1 durch den Skalenfinder gejagt hab kamen folgende Ergebnisse (Zahlen in eckigen Klammern bedeuten vorkommende Töne die von der genannten Skala abweichen):
D# -Be-Bop Tonleiter[1]
A - persische Tonleiter [1]
A# Be-Bop Tonleiter [1]
alle anderen haben mehr als einen Ton Abweichung. Die gefundenen Skalen kamen mir aber aufgrund des Tunings der Gitarre (down 1 step, siehe Tabs) falsch vor.

Ich brauchte also eine Tonleiter auf D. Daraufhin habe ich Takte 2-4 in den Skalenfinder gejagt, und siehe da:
D-algerische Tonleiter [1]
D-ungarische Moll-Tonleiter [1]

Wenn man sich die beiden Tonleitern ansieht stellt man fest daß es ein-und die selbe ist, was ich jetzt mal darauf schieb daß schlichtweg sowohl die algerier als auch die ungarn diese Tonleiter gefunden und für sich verwendet haben Razz

Der Punkt ist jedoch, daß die Stimmung in diesen Takten scheinbar stark von dem in Takt 3 vorkommenden D#5 Akkord geprägt wird, also gezielt ein Ausbruch aus der Diatonie gemacht wurde. Wenn ich das gelernte jetzt richtig verarbeitet habe müsste das ein alterierter Akkord sein, oder?

Ok, nehmen wir uns jetzt die ungarische Moll-Tonleiter vor am Beispiel des Grundtons D:
D-E-F-G#-A-A#-C#
Jetzt fangen die Probleme an wenn ich die Stufendreiklänger erarbeiten will: 1-3-5 ist ganz glar ein Dm, 2-4-6...E/5- , 3-5-7 ergibt Faug, 4-6-1 resultiert in einem G#sus2/5-, 5-7-2 ergibt einen Amaj, 6-1-3 ist ein A#maj, und 7-2-4 ergibt einen C#m.

Wir haben also folgende Akkorde:
Dm
E/5-
Faug
G#sus2/5-
A
A#
C#m

Jetzt gibt es allerdings im Song einen Übergang auf den (Gitarren-)Akkorden F5 und A5. Das Keyboard spielt jedoch darüber (ich hab wirklich lang nach im Netz nach den Akkorden gesucht) Fmaj (statt des Stufendreiklangs Faug) und Amaj. Der Grund dafür ist mir völlig klar, das C des F-Quintakkords würde sich mit der erhöhten Quinte des Faug beissen.

Jetzt meine Fragen dazu:
1. Stimmt meine Vorgehensweise bezüglich des Analysierens?

2. Habe ich die korrekten Akkorde erarbeitet?

3. Gehe ich recht in der Annahme daß die Stufendreiklänge auf III und IV zum Komponieren eines eingängigen Songs unpassend sind (III wurde ja im Song selbst schon verändert, also als Dur eingesetzt), und was würde ich mit IV machen? Meine spontane Idee wäre ihm die 5- wieder wegzunehmen und somit einen G#sus2 zu erhalten (G#, A#, D#)...das D# wäre zwar nicht diatonisch, kommt aber als Ton abweichend von der ungarischen Molltonleiter schon im Song vor und könnte somit genau die Würze sein die der Suppe noch fehlt.

4. Stimmt es daß der Stufendreiklang auf II völlig berechtigt an seinem Platz ist? In der melodischen Moll-Tonleiter wäre der das zumindest und würde in der Paralleltonart ja wieder der verminderten VIIten Stufe entsprechen.

5. Die allesentscheidende Frage....wie komponiert man solche Songs? Ich wäre jetzt nie im Leben auf die Idee gekommen eine ungarische Moll-Tonleiter zu verwenden und dann auch noch aus der Diatonie auszubrechen.

Sollte fürs erste mal wieder reichen Smile

Danke schon mal für die Antworten!

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matbal



Anmeldungsdatum: 26.01.2007
Beiträge: 82

BeitragVerfasst am: Do Aug 30, 2007 12:31    Titel:

Da hast du dir ziemlich komplexes Material für deine Analyse gesucht. Ich würde dir raten zum Kennenlernen der harmonischen Grundlagen einfachere Lieder zu suchen.

Ich habe meine Schwierigkeiten mit Tabs, ich muß sie erst in Noten umwandeln. Falls ich keine Fehler dabei gemacht habe, sieht das so aus:
    1. Takt d-lokrisch
    2.-4. Takt d-moll

Der Powerchord C#5 ist eine chromatische Annäherung von unten an D5.
Der Powerchord Eb5 ist eine chromatische Annäherung von oben an D5.

Dieses D5 im Takt 4 wird von den beiden Powerchords eingekreist. Zuerst ein HT über dem Zielakkord (Eb5), dann ein HT unter dem Ziel Akkord (D#5), dann erst kommt der Zielakkord (D5).

Diese Beiden chromatisch abweichenden Power Chords C#5 und Eb5 solltest du bei der Skalensuche nicht berücksichtigen.


Auch Zigeuner-Moll ist schon wesentlich komplexer als einfaches Dur und Moll, würde ich eigentlich erst analysieren, wenn ich mich mit Dur und Moll vertraut bin.

In der Tonleiter d e f g# a bb c# d stecken ein paar Dur- un Moll-Dreiklänge, die nicht durch Terzschichtungen entstehen. Man nutzt aus, daß die beiden Tonsprünge f-g# und bb-c# wie kleine Terzen klingen. Und Terzen braucht man ja für Dur- und Dreiklänge.

Hier sind die Dreiklänge:
    Dur und Moll: Dm, A, Bbm, Bb, C#m, C#
    Vermindert und Überäßig: D°, F+, A+, Bb°, C#+

Ich kann nicht garanieren, daß ich alle gefunden habe.

Gruß

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LowFrequencyHighPower



Anmeldungsdatum: 21.05.2007
Beiträge: 92

BeitragVerfasst am: Do Aug 30, 2007 13:26    Titel:

Zitat:
Da hast du dir ziemlich komplexes Material für deine Analyse gesucht. Ich würde dir raten zum Kennenlernen der harmonischen Grundlagen einfachere Lieder zu suchen.

Ich habe meine Schwierigkeiten mit Tabs, ich muß sie erst in Noten umwandeln.


Leider klappt das mit dem Noten posten in nem Forum nicht Wink

Die Noten aus Takt 1 sind (ohne Reihenfolge): G#, F, D#, D, G, C#, A
Dagegen ist D-Lokrisch: D, D#, F, G, G#, A#, C

Takt 2-4 (ohne chromatische Annäherungen): D, E, F, C#, G#
D-moll (nehm an du gehst von der melodischen aus) dazu: D, E, F, G, A, A#, C

Wenn ich die Takte 2-4 in den Skalenfinder jubel (ohne chromatische Annäherung) kommen ganz saubere algerische, ungarische moll, und zusätzlich noch die Ganzton-Halbton Skala (jeweils auf D natürlich) raus.

Zitat:
Dieses D5 im Takt 4 wird von den beiden Powerchords eingekreist. Zuerst ein HT über dem Zielakkord (Eb5), dann ein HT unter dem Ziel Akkord (D#5), dann erst kommt der Zielakkord (D5).

Ich nehm mal an dein D#5 ist ein Tippfehler und soll C#5 heissen, sonst wärs ja das gleiche wie Eb5. Denn Inhalt hab ich aber verstanden Smile

Zitat:
In der Tonleiter d e f g# a bb c# d stecken ein paar Dur- un Moll-Dreiklänge, die nicht durch Terzschichtungen entstehen. Man nutzt aus, daß die beiden Tonsprünge f-g# und bb-c# wie kleine Terzen klingen. Und Terzen braucht man ja für Dur- und Dreiklänge.


Ich muss zugeben daß du mich mit den abwechselnden b´s und #´s etwas verwirrst. Es gibt doch in einer Tonart entweder nur b´s oder nur #´s, oder? Glaub bei moll warens b´s und bei dur dann #´s. Confused

Wie ist denn da dann das Schema in dieser Tonleiter bzw um die Akkorde zu erarbeiten wo die Intervalle zwar nach Terzen klingen aber keine sind, und wie stelle ich fest daß das der Fall ist?

Zitat:

Ich kann nicht garanieren, daß ich alle gefunden habe.


Da bin ich mir auch nie sicher Smile

Zitat:
Da hast du dir ziemlich komplexes Material für deine Analyse gesucht. Ich würde dir raten zum Kennenlernen der harmonischen Grundlagen einfachere Lieder zu suchen.


Hmm, welchen Song sollte ich denn mal analysieren? Ihr dürft mir gern mal ne "Hausaufgabe" aufgeben, also nen Song nennen und paar Aufgaben dazu stellen. Bin davon überzeugt daß sich dann eine MIDI Datei von dem Song finden lässt.

Wenn möglich bitte noch konkrete Antworten oder Korrekturen zu meinen Fragen aus der vorherigen Antwort bitte Smile

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