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Kulashaker



Anmeldungsdatum: 01.10.2006
Beiträge: 2074

BeitragVerfasst am: Mo Jan 15, 2007 17:32    Titel:

MiWiDa hat Folgendes geschrieben:
Wann würdest du denn und vor allem mit welchem Interpreten den ersten Jazz datieren?

in vollendeter form sicher louis armstrong oder später dixieland...

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MiWiDa



Anmeldungsdatum: 11.12.2006
Beiträge: 139
Wohnort: Leverkusen

BeitragVerfasst am: Mo Jan 15, 2007 18:05    Titel:

welche beide ja eindeutig, gerade beim Dixie eine Harmonische Grundlage benutzen...
Dass es Tritonussubstitute gibt, ist kein Gegenargument.

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bobthemage



Anmeldungsdatum: 09.11.2006
Beiträge: 494
Wohnort: Saarbrücken

BeitragVerfasst am: Di Jan 16, 2007 9:20    Titel:

MiWiDa hat Folgendes geschrieben:
Wann würdest du denn und vor allem mit welchem Interpreten den ersten Jazz datieren?


Das ist ein Problem, weil davon auszugehen ist, dass 'Jazz' schon mindestens 50-60 Jahre vor der ersten Dokumentation gespielt wurde. Und zwar ohne Erwähnung eines Interpreten und natürlich lange vor 1909, als der Name Jazz oder damals 'Jass' zum erstenmal dokumentiert wurde. Dabei ist aber auch zu beachten, dass das Wort Jazz oder auch Jass damals, laut Sprachforschung, die selbe Bedeutung besaß wie heute das Wort 'Fuck' im Amerikanischen, und eigentlich keinen bestimmten Stil bezeichnet hat. Rag Time und 'Jazz' benutzen zwar viele identische Stilmittel und basieren sogar oft auf der selben Melodie, aber sie unterscheiden sich klar in der demographischen Herkunft und Alter. Stammt der Rag Time aus den Sonntagsvergnügen der gebildeten Mittelschicht der Schwarzen und Teilschwarzen Bevölkerung um 1900 und war von Anfang an entweder mit Klavier und/oder Gitarre/Banjo begleitet, so kamen die Ursprünge des "Jazz" aus den Camps der südstaatlichen Farmen um ca. 1850, wo sich die Musik von schwarzen, creolischen und (weissen) Schuldsklaven, denen Musikinstrumente, besonders die afrikanischen, bei Todesstrafe verboten waren, vermischte. Gegen 1920 hat sich, mit der Möglichkeit Musik zu konservieren und zu verschicken, alles, aber auch wirklich alles unter dem Namen Jazz vermischt. Leider!
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Grüße aus dem Saarland
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MiWiDa



Anmeldungsdatum: 11.12.2006
Beiträge: 139
Wohnort: Leverkusen

BeitragVerfasst am: Di Jan 16, 2007 16:26    Titel:

Okay, aber du gehts halt damit von einer heute unüblichen Definition von "Jazz" aus, dann lag hierin das Missverständnis. Denn wenn man Dixie hört ist ja unverkennbar Rag Time ein gigantisches Grundelement. Rag Time wurde damals übrigens ursprünglich nich von klavier oder Gitarre begleitet, sondern war reine Klaviermusik.
Aber gut, wenn man Jazz als die Ursprünge dessen, was wir heute als Jazz bezeichnen, sieht, hast du sicherlich Recht.

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bobthemage



Anmeldungsdatum: 09.11.2006
Beiträge: 494
Wohnort: Saarbrücken

BeitragVerfasst am: Mi Jan 17, 2007 10:21    Titel:

MiWiDa hat Folgendes geschrieben:
Okay, aber du gehts halt damit von einer heute unüblichen Definition von "Jazz" aus, dann lag hierin das Missverständnis. Denn wenn man Dixie hört ist ja unverkennbar Rag Time ein gigantisches Grundelement. Rag Time wurde damals übrigens ursprünglich nich von klavier oder Gitarre begleitet, sondern war reine Klaviermusik.
Aber gut, wenn man Jazz als die Ursprünge dessen, was wir heute als Jazz bezeichnen, sieht, hast du sicherlich Recht.


erster Satz: richtig
dritter Satz: Wink

Dass Ragtime reine Klaviermusik stimmt nicht Crying or Very sad Blind Blake Artur z.B. war ein sehr berühmter Vertreter des Gitarren-Rags.
Ausserdem ist ein Ragtime ein Derivat aus Jig und Marsch. Und die typischen Begleitinstrumente für den Jig sind Gitarre, Banjo und Fiddle und für den Marsch (abgesehen vom hymnischen) Bläser.
Dass die bekanntesten Rags, von Scott Joplin und Co. reine Klavierstücke sind steht ausser Zweifel. Aber das sind ja auch Kunstformen des Ragtime.
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MiWiDa



Anmeldungsdatum: 11.12.2006
Beiträge: 139
Wohnort: Leverkusen

BeitragVerfasst am: Mi Jan 17, 2007 15:27    Titel:

ja natürlich, gibt ja auch Big Band Ragtime, also Besetzungsmäßig is das alles nich so ganz eindeutig klärbar.
Aber irgendwie is diese Diskussion auch nahezu sinnlos, wenn man mal überlegt, dass es hier eigentlich ums Musikmachen geht, und nicht darum, welche Instrumente vor 100 Jahren was gespielt haben... Is zwar interessant, aber verhältnismäßig unwichtig in meinen Augen.
Aber ich bin froh, hier mal was dazu gelernt zu haben, anscheinend haben mir meine ganzen Musiklehrer bisher auch nur ne sehr beschränkte Sicht vermittelt.

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bobthemage



Anmeldungsdatum: 09.11.2006
Beiträge: 494
Wohnort: Saarbrücken

BeitragVerfasst am: Do Jan 18, 2007 10:29    Titel:

MiWiDa hat Folgendes geschrieben:
ja natürlich, gibt ja auch Big Band Ragtime, also Besetzungsmäßig is das alles nich so ganz eindeutig klärbar.
Aber irgendwie is diese Diskussion auch nahezu sinnlos, wenn man mal überlegt, dass es hier eigentlich ums Musikmachen geht, und nicht darum, welche Instrumente vor 100 Jahren was gespielt haben... Is zwar interessant, aber verhältnismäßig unwichtig in meinen Augen.
Aber ich bin froh, hier mal was dazu gelernt zu haben, anscheinend haben mir meine ganzen Musiklehrer bisher auch nur ne sehr beschränkte Sicht vermittelt.


Das hab ich auch feststellen müssen. Es gibt in unserem Bundesland ganze 4 wirklich Kompetente Leute in Sachen Jazz. Ich bin deshalb auch 1998 nach New York und 2003 nach Chicago geflogen, um Leute kennen zu lernen, die Zugang zu den originalen Libraries haben. Das was im Internet auf den Seiten der National Library zu finden ist, ist zwar ganz nett, aber halt unkommentiert.

Es ist schon eine Sensation in einer Bluesbar in Chicago einen uralten Harp-Spieler zu treffen, der erzählt, sein Vater hätte seinerzeit mit Huddie Leadbetter aka Leadbelly zusammen im State Penitentiary (Knast) gesessen, als der "The House of the Rising Sun" (bekannt durch Eric Burdon & the Animals) komponiert und in der Waschküche aufgenommen habe. Das wr 1929!!

Uppes...sorry fürs schwärmen und offtopic Embarassed
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Kulashaker



Anmeldungsdatum: 01.10.2006
Beiträge: 2074

BeitragVerfasst am: Do Jan 18, 2007 14:51    Titel:

bobthemage hat Folgendes geschrieben:
MiWiDa hat Folgendes geschrieben:
ja natürlich, gibt ja auch Big Band Ragtime, also Besetzungsmäßig is das alles nich so ganz eindeutig klärbar.
Aber irgendwie is diese Diskussion auch nahezu sinnlos, wenn man mal überlegt, dass es hier eigentlich ums Musikmachen geht, und nicht darum, welche Instrumente vor 100 Jahren was gespielt haben... Is zwar interessant, aber verhältnismäßig unwichtig in meinen Augen.
Aber ich bin froh, hier mal was dazu gelernt zu haben, anscheinend haben mir meine ganzen Musiklehrer bisher auch nur ne sehr beschränkte Sicht vermittelt.


Das hab ich auch feststellen müssen. Es gibt in unserem Bundesland ganze 4 wirklich Kompetente Leute in Sachen Jazz. Ich bin deshalb auch 1998 nach New York und 2003 nach Chicago geflogen, um Leute kennen zu lernen, die Zugang zu den originalen Libraries haben. Das was im Internet auf den Seiten der National Library zu finden ist, ist zwar ganz nett, aber halt unkommentiert.

Es ist schon eine Sensation in einer Bluesbar in Chicago einen uralten Harp-Spieler zu treffen, der erzählt, sein Vater hätte seinerzeit mit Huddie Leadbetter aka Leadbelly zusammen im State Penitentiary (Knast) gesessen, als der "The House of the Rising Sun" (bekannt durch Eric Burdon & the Animals) komponiert und in der Waschküche aufgenommen habe. Das wr 1929!!

Uppes...sorry fürs schwärmen und offtopic Embarassed

hui das kann cih mir gar nicht vorstellen...da würde ich mich unheimlich wichtig fühlen wenn ich die ehre hätte so jemanden zu treffen!

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bobthemage



Anmeldungsdatum: 09.11.2006
Beiträge: 494
Wohnort: Saarbrücken

BeitragVerfasst am: Fr Jan 19, 2007 10:32    Titel:

Kulashaker hat Folgendes geschrieben:
hui das kann cih mir gar nicht vorstellen...da würde ich mich unheimlich wichtig fühlen wenn ich die ehre hätte so jemanden zu treffen!


Bei mir hat es das genaue Gegenteil erwirkt. Ich kam mir ziemlich klein und unbedeutend vor, nachdem ich von Dr. Horace Boyer (Das ist der bekannteste amerikanische Professor für Afro-Amerikanische Kirchenmusik, also Spiritual, Gospel, Contemporary Worship Music und Jazz) zu seinem Workshop eingeladen wurde (zusammen mit unserem Chorleiter und den "Bestvoices" unsere Chores) und mich dadurch schon sehr geehrt fühlte.

Aber zurück zu Ol' Joe, seinen Familiennamen hat er mir nicht verraten. Der kann allein mit der Harp und einem Brettchen, auf dem er den Rhythmus mit dem Fuß stampft zwei Stunden spielen ohne langweilig zu werden. Und die Leute tanzen dazu, das ist der Hammer.

Wie gesagt ich kam mir klein und winzig vor.
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Kulashaker



Anmeldungsdatum: 01.10.2006
Beiträge: 2074

BeitragVerfasst am: Fr Jan 19, 2007 17:10    Titel:

bobthemage hat Folgendes geschrieben:
Kulashaker hat Folgendes geschrieben:
hui das kann cih mir gar nicht vorstellen...da würde ich mich unheimlich wichtig fühlen wenn ich die ehre hätte so jemanden zu treffen!


Bei mir hat es das genaue Gegenteil erwirkt. Ich kam mir ziemlich klein und unbedeutend vor, nachdem ich von Dr. Horace Boyer (Das ist der bekannteste amerikanische Professor für Afro-Amerikanische Kirchenmusik, also Spiritual, Gospel, Contemporary Worship Music und Jazz) zu seinem Workshop eingeladen wurde (zusammen mit unserem Chorleiter und den "Bestvoices" unsere Chores) und mich dadurch schon sehr geehrt fühlte.

Aber zurück zu Ol' Joe, seinen Familiennamen hat er mir nicht verraten. Der kann allein mit der Harp und einem Brettchen, auf dem er den Rhythmus mit dem Fuß stampft zwei Stunden spielen ohne langweilig zu werden. Und die Leute tanzen dazu, das ist der Hammer.

Wie gesagt ich kam mir klein und winzig vor.

naja wenn du von so jemandem eingeladen wirst kannst du nciht winzig sein!!!
ich komm mir winzig vor wenn ich leute spielen seh die technisch viel besser sind als ich...

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bobthemage



Anmeldungsdatum: 09.11.2006
Beiträge: 494
Wohnort: Saarbrücken

BeitragVerfasst am: Fr Jan 19, 2007 18:10    Titel:

Hey Kulashaker

Naja, da haben Gitarristen gespielt, die konnten garantiert die ganzen Krummen Dinger und Cluster nicht spielen... aber was die mit ihrem Dutzend Griffe an Message und Feeling 'rüberbringen, da kann man nur von träumen. Und ich kann mich mit all dem Material, das ich spiele nicht allein hinsetzen, die Leute würden wahrscheinlich den Kopf schütteln und zum Tagesgespräch übergehn.
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MiWiDa



Anmeldungsdatum: 11.12.2006
Beiträge: 139
Wohnort: Leverkusen

BeitragVerfasst am: Fr Jan 19, 2007 23:22    Titel:

Ja das find ich auch, man lässt sich schnell von Technischen Unglaublichkeiten blenden, aber diese Message die du da ansprichst und das Feeling... das is das, was einen wirklich umhaut, wenn man mal drauf achtet!

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