Akkorde?

      Hallo zusammen,

      bin neu hier im Forum und auch ein totaler Anfänger, was Musiktheorie angeht. :roll:
      Ich habe mir das Stück "Those were the days" angehört und versucht, die Noten rauszuschreiben:

      a a h c' d' c' h a c' a
      e e f g a e f e d
      a a h c' d' c' h a c' a
      h h h h h fis gis a h

      c' c' h h a a a a g g f f
      d e f g a h g f e d
      c d e g f f f g a d' c' c'
      a h c' e' d' c' h a gis a

      Wie finde ich jetzt heraus, welche Akkorde ich begleitend dazu spielen kann? Ich habe schon einiges ausprobiert, aber so der richtige Knaller war noch nicht dabei.

      Über einen Lösungsweg und eine Antwort freue ich mich sehr.

      Vielen Dank

      Caro :wink:
      grundsätzlich zerlegst du das lied in einzelne takte und schaust, welche töne in einem takt besonders oft oder auf den betonten zählzeiten vorkommen.

      in deinem beispiel entspricht die erste zeile den ersten beiden takten, die töne a und c kommen sehr häufig vor, das legt am nahe (F wäre noch eine variante) und das paßt auch tatsächlich.

      leider ist es nicht immer so einfach. erstens steht dein beispiel in moll, was an sich schon zu einer komplizierteren harmonik führt, und zweitens gibt es hier viele bewußt eingesetzte dissonanzen, wie zb. die sogenannten vorhalte im refrain (töne, die nicht zum akkord gehören, auf der betonten zählzeit, um die auflösung in einen akkordton quasi hinauszuzögern).

      des weiteren sollte man gewisse zusammenhänge kennen, um antizipieren zu können, welche akkordschritte logisch oder üblich sind, wenn zb. der takt nur einen einzelnen ton enthält.

      nur vom bloßen anschauen kann ich dir auch nicht die akkorde sagen, auch ich müßte herumprobieren (und dabei hab ich das lied auch halbwegs im ohr). daher leider kein einfaches und hundertprozentiges patentrezept.
      Hi gyuri,

      erst mal danke für Deine Antwort. Dann werde ich mal ein bißchen rumprobieren.

      Macht es auch Sinn, Akkorde in der ersten oder zweiten Umkehrung zu probieren?

      Oder wird es vielleicht einfacher, das Stück mit einem anderen Ton anfangen zu lassen, was dann ja -soviel ich bisher verstanden habe - zu einer anderen Tonart führt?

      Sorry, wenn sich die Fragen total dämlich anhören, aber, wie gesagt, ich bin totaler Laie auf dem Gebiet.

      So long...

      "Caro78" schrieb:

      Macht es auch Sinn, Akkorde in der ersten oder zweiten Umkehrung zu probieren?

      das macht beim ausharmonisieren keinen unterschied, die töne sind ja die gleichen. das wird dann interessant, wenn du die begleitung zb. am klavier spielen willst.

      "Caro78" schrieb:

      Oder wird es vielleicht einfacher, das Stück mit einem anderen Ton anfangen zu lassen, was dann ja -soviel ich bisher verstanden habe - zu einer anderen Tonart führt?

      normalerweise wäre das eine option, du bist aber jetzt schon in der einfachsten tonart für dieses stück.

      ich geh mal ein wenig mehr ins detail, um dich beim ausprobieren zu unterstützen.

      in a-moll stehen dir normalerweise folgende akkorde zur verfügung:

      I. am (die sogenannte tonika oder grundtonart)
      II. h vermindert, braucht man in den wenigsten fällen, daher wird es hier zu H7 verändert und dient als doppeldominante
      III. C
      IV. dm (subdominante)
      V. em oder üblicherweise E, weil es den leitton gis zur tonika enthält (dominante)
      VI. F
      VII. G

      wie ich schon sagte, so einfach ist es leider nicht, es kommt einmal auch ein A7 vor, also eine veränderung der I. stufe, die als wechseldominante dient.

      was es mit dominanten, doppeldominanten und wechseldominanten zu tun hat, siehst du, wenn du die akkorde in quintabständen notierst:

      F - C - G - dm - am (A7) - E - H7

      jeder durdreiklang (großbuchstaben) wirkt gegebenenfalls (besonders mit einer 7 hinten dran) als dominante für den akkord, der links davon steht. E ist also die dominante von am und H7 die dominante von E, genannt doppeldominante. A7 ist die dominante von dm und heißt wechseldominante, weil dadurch quasi die tonika kurzzeitig nach dm wechselt. G7 ist die dominante von C usw.

      aus diesem grund kommen oft (und in diesem lied besonders) akkordketten von rechts nach links vor.

      ich schreibe deine melodie taktweise auf und helfe dir mit einigen akkorden, und du wirst sehen, daß du den rest (dort wo ich einen _ geschrieben habe) viel leichter findest. wenn kein neuer akkord über dem takt steht, bleibt der vorhergehende.

      Quellcode

      1. am A7 __
      2. a a h c' d' c' h a | c' a | e e f g a e f e | d
      3. __ H7 __
      4. a a h c' d' c' h a | c' a | h h h h h fis gis a | h
      5. am __ __ __
      6. c' c' h | h a a a a g | g f f d e f | g a h a g f | e
      7. ^ ^
      8. vorhalt (der erste ton ist kein akkordton, der zweite ist einer)
      9. __ am __ __
      10. c d e | g f f f g a | d' c' c' a h c' | e' d' c' h a gis | a
      11. ^ ^


      für eine weitere beschäftigung mit musiktheorie empfehle ich meinen youtube-channel.
      Hallo gyuri,

      erst mal wieder vieelen vieelen Dank für Deine ausführliche Antwort. Werde mich gegen Abend intensiv damit beschäftigen. Vielen Dank auch für den Link zu youtube. Das werde ich mir als allererstes anschauen, wenn ich nach Hause komme. Vielleicht wird mir dann ja einiges klarer.

      Habe mir zwar auch ein Buch mit Erklärungen und Übungen gekauft, aber wenn man totaler Laie ist, ist es schwer herauszufinden, ob die Gedankengänge richtig sind. Aber anhand von meinem Beispiel denke ich, dass mir einiges klarer wird.

      Aber eine Frage habe ich jetzt noch direkt: Ich dachte immer, wenn bei einer Akkordbezeichnung eine 7 dabeisteht bedeutet das, dass man dann die Oktave höher zum Grundton des Akkords mitspielt. Also z.B. F-A-C-F bei F7. Ich vermute mal, da habe ich falsch gedacht?

      Aber schlimm ist es ja nicht, hört sich ja auch gut an :lol:

      Falls ich noch Fragen habe, bin ich so dreist, und stelle sie einfach wieder, OK?

      Bis dann

      Caro