Mixed Tuning Open G Maj plus Downtuning Part I

      Mixed Tuning Open G Maj plus Downtuning Part I

      Hallo Leute,

      Es ist nun 3 Tage her dass ich meine neu erworbene 7 Saitige runtergestimmt habe. Ihr aktuelles Tuning sieht jetzt wie folgt aus:

      d
      a
      f
      c
      g
      C
      G

      Interessant an der Stelle ist, dass man je nach Betrachtungsweise 3 Verschiedene Harmonische Konzepte zugrunde legen kann:

      1. Betrachtet man die 4 Basssaiten, so hat man ein Lupenreines G Maj und Led Zepplin lassen schwer grüßen.
      2. Betrachtet man alle 7 zusammen, so ergibt sich ein Downtuning mit gedachtem doppeltem Drop Tuning
      3. Betrachtet man die Skalen, die sich hieraus ergeben, so sind die 6. und 7. Saite tonale Kopien der 4. und 5. - wenn auch eine ganze Oktave tiefer - was sich für Overdubs im Studio sehr anbietet um Matsch zu vermeiden ( der bei den tiefen Tönen nicht lange auf sich warten lassen würde)

      Was direkt auffällt:
      Durch die recht "dünne" 60er Saite für dieses Tuning wabbelt die 7te munter vor sich hin und man muss wirklich sehr artikuliert spielen um keine Töne zu verziehen, oder ungewollte Nebengeräusche zu produzieren. Auch "normale" Squeels auf der 7ten Saiten gestalten sich derzeit ein wenig schwierig, da die Saite halt wenig Spannung hat. Ich hoffe eine 65er wird für Abhilfe sorgen und dieses Set Up dann in den Weihnachtsferien mal ausprobieren.
      Dadurch dass jetzt bei Dives mehr "Draht" durch die Gegend schwingt gestalten sich High Pinch Squeels noch ein wenig schwierig. Ich habe nicht zuletzt aufgrund der Halsdicke Schwierigkeiten die Saiten so zu dämpfen dass der Squeel sauber und exakt hochkommt. Wie bei einer 6 Saitigen den linken Daumen leicht aufs Griffbrett zu legen um die Saite zu dämpfen bringt hier für die 7te so gut wie gar nichts. Was aber nicht an der Gitarre liegt, denn beim Rest ist sie sehr ausgewogen und bequem zu spielen. Ich werde hier ein wenig mit dem Zeigefinger verschiedene Dämpfungsmethoden ausprobieren, wie man es ja auch beim Bottleneckspielen macht und eine Art "Dämpfungs - Baree" auf die Saiten legen.

      Und sonst so?
      Dieses Tuning ist böse! Und damit meine ich nicht Hair-Metal-Turnschuh-böse. Wenn man ohnehin schon das härtere Brett fährt und richtig mit dem Dämpfen umgehen kann tut sich eine akkustische Hölle auf, dass es eine wahre Wonne ist. Man möchte praktisch nicht mehr aufhören in den tiefsten Lagen rumzuriffen. Besonderen Spaß finde ich derzeit an Off Beat Parts wie sie z.B. bei In Flames häufig zu finden sind (Hörtipp: "Only for the weak"). Damit ist definitiv kein Mädchen-Metal mehr drin.

      Und warum?
      Wer sich jetzt fragt, warum ich dieses Experiment gestartet habe dem sei dies auch noch schnell erläutert. Da ich bei meinem neuen Projekt nicht nur Gitarrespielen sondern auch "singen" werde, aber kein besonders guter oder erfahrener Sänger bin, muss ich es mir irgendwie anders leicht machen und Ressourcen schaffen. Durch diese Drop Tunings kann ich durch einfaches Barieren von zwei Saiten einen Powerchrod erzeugen und muss nun nicht mehr einen ganzen Griff verschieben, sondern kann einfach durch verschiedenliches Barieren die benötigten Akkorde spielen. So muss ich nicht mehr ständig auf den Hals guggen und kann mich mehr aufs singen konzentrieren.
      Der zweite und ebenfalls einfache Grund ist folgender. Da die Mucke extrem düster aber denoch strukturiert rüberkommen soll trennen sich die geplanten zwei Gitarren im Arrangement auf. Die eine - live meine - übernimmt die tiefen Parts, die zweite die hohen. Durch dieses eigenwillige Tuning dass ich jetzt zusammengeschraubt habe, kann ich mit jedem Gitarristen zusammenspielen, der ein Downtune spielt, ohne dass der sich umgewöhnen muss. Für einen A Powerchord muss dieser einfach die 6te Saite im 7. und die 5te im 9. Bund spielen, ich Barriere einfach die 7te und 6te Saiten auf dem 2ten Bund. Klaro, oder? Und da bei dem Projekt die Wahrscheinlichkeit recht hoch ist, dass das Line Up etwas häufiger wechselt, muss ein Prozedere her das es den wechselnden Musikern einfach macht.

      Welche Skalen und Spieltechniken sich als geeignet erweisen werden, wie die Kinderkrankheiten ausgemerzt werden u.s.w. wird in den kommenden Monaten folgen.

      Ich würde mich freuen, wenn sich hier eine kleine funktionsharmonische Diskussion entwickeln würde. Und wenn nicht, dann kommt ca. zum Jahreswechsel der Part II ;)

      Edit bzw Nachtrag: Ich hab mal nachgerechnet, wie man dieses Tuning Funktionsharmonisch korrekt bezeichnen würde und bin auf die nicht ganz unsperrige Bezeichnung G7sus4add9 gestoßen. Naja, hauptsache, es rockt! :)
      Selbstmord ist kein AUX Weg!!

      Re: Mixed Tuning Open G Maj plus Downtuning Part I

      Hast du Bund und Oktavreinheit halbwegs in den grünen Bereich gebracht?

      Ich spiel sehr viel Drop Tunings und mit dem Wabbeln und der Saitenstärke kann ich mir beim besten willen kein klares Stimmverhalten des Instruments vorstellen. Aber ich verfolge den Thread hier sehr gerne. Vielleicht hast ja mal ein paar soundbeispiele, die die ohren einen nicht gerade vor ne komplette Rectifier Wand stellen.
      Ich hab schon hin und her überlegt, ob ich es ähnlich machen möchte, oder lieber gleich dieses 8saiten Monstrum für spezielles kaufen soll.
      Weiß garnet, wie des Teil genau heißt. Die Tosin Abasi Klampfe mit den EMG's.

      youtube.com/watch?v=bt-RoSzsEKA

      Re: Mixed Tuning Open G Maj plus Downtuning Part I

      Hi Mezzanine,
      freut mich hier eine gepflegte Diskussion beginnen zu können *g*

      Also Bundrein ist sie ja vom Hersteller, wäre auch schlecht wenn nicht. Oktavrein ist sie bisher auch noch. Also jetzt ne knappe Woche nach dem Umstimmen, und ich denke dass der Hals sich an das andere Zugverhalten eingestellt hat. Bisher alles tutti. Hörbeispiel kommt, sobald ich mein Equipment zum aufnehmen aufgerüstet habe, da muss erstmal ne neue Soundkarte her, oder ich mach die kommenden Wochen mal ein Beispiel mit der Videokamera. Dann auch gerne was cleanes dabei und auch über nen "kleinen" Amp. Das werde ich aber erst nach den kommenden Klausuren in Angriff nehmen können.
      Zur 8 saitigen: Schau mal hier:

      thomann.de/de/schecter_omen_8_gloss_black.htm

      Die steht auch noch auf meinem Einkaufszettel, allerdings kriegt sie dann auch das Open G7sus4add9 Tuning, dann zusätzlich mit einer hohen g' Saiten, also eine zusätzliche Höhere Saite. Aber erst wenn ich mit der 7 Saitigen richtig umgehen kann...

      Das Saitenlabbeln nervt in der Tat ein wenig, ich schau mal mit welchen Saitenstärken man dem entgegensteuern kann. Wie stellst Du denn die Tunings ein, dass Du Schwierigkeiten mit der Oktavreinheit hast?

      Gruß
      Selbstmord ist kein AUX Weg!!

      Re: Mixed Tuning Open G Maj plus Downtuning Part I

      Bundreinheit, Oktavreinheit, ich kenn mich mit den Fachbegriffen in diesem Bezug nicht aus.

      Aber ich kanns dir beschreiben. Wenn ich bei meiner Stoptail Klampfe einige Saiten droppe, und mit dem Stimmgerät rangehe, dann wird das Tuning in den höheren Lagen ungenau. Im 12. Bund zum Beispiel ein paar cent daneben. Ich korrigier das dann mittels stellschrauben an der bridge, was auch funktioniert. Aber wenn ich wieder back to normal wechsel, dann stimmts natürlich wieder nicht :)

      Früher hab ich das nie registriert, aber im Laufe der Jahre wird man doch feinfühliger und so registrier ich bereits die besagten 5-10% off, die normalerweise im Rahmen sind.

      Re: Mixed Tuning Open G Maj plus Downtuning Part I

      Du darfst an der Stelle ja auch nicht die Wirkung des Zugs vernachlässigen den der Hals ausübt. Der ist ja normalerweise auf ein bestimmtes Tuning eingestellt und ist "verstellt" bei einem Tuningwechsel. Bei Stoptails geht das ja zum Glück recht einfach, bei nem Floyd sieht die Sache ja ein wenig anders aus...
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