MESA Boogie Mark V Combo - Siehst Du dieses Licht?!?

      MESA Boogie Mark V Combo - Siehst Du dieses Licht?!?

      MESA Boogie Mark V Combo - Siehst Du dieses Licht?!?

      Letzten Montag habe ich mir was Gutes getan und mal den MESA Boogie Mark V Gitarrencombo angespielt. Die Facts in Kürze: Das Biest hat einen Zwölfzöller und drei Kanäle (Clean, Crunch und Lead), davon jeder mit drei unterschiedlichen Soundmodi, die entweder einen Fender-Amp ("Tweed") oder einen Ampkanal aus der Boogie-Historie darstellen - und davon gibt es ja inzwischen einige, man denke nur an den Killeramp Rectifier oder den Boogie IIC (der Amp mit dem Santana-Sound). Die Regler gleichen sich größtenteils in den Kanälen: Gain, Master, Treble, Middle, Bass und Presence. Dann kann man pro Kanal (!) die Endstufe in einen von drei Leistungsmodi schalten, die 10, 35 oder 90 Watt ergeben, bei ebenfalls verschiedenem Sound. Worin sich sich die Kanäle unterscheiden, sind verschiedene Boost-, Fat- oder irgendwie anders genannte Schalter zur Beeinflussung des Sounds im jeweiligen Kanal.

      In der Mastersektion gibt es den berühmten Fünf-Band-EQ von MESA Boogie, dessen Frequenzen einfach gut getroffen sind, um damit den Sound einer Gitarre zu formen oder nochmal einen veränderten Solosound zur Verfügung zu haben. Pro Kanal kann man mittels eines Dreistufen-Kippschalters festlegen, ob der EQ für den betreffenden Kanal immer an, immer aus oder per Footswitch zuschaltbar ist. Ach ja, es gibt ein Gesamt-Master-Volumen und einen Master für die Solo-Lautstärke, d.h. man kann jeden Sound in zwei Lautstärken abrufen - äußerst praktisch. Einen hochwertigen (Feder)Hall gibts ebenfalls, dann haben wir die klangformenden Elemente größtenteils beisammen.

      Auf der Rückseite gibt es eine Menge Regler, u.a. einen Vierstufenschalter, mit dem man zwischen den drei Kanälen wählen kann (leider mit deutlich hörbarem Knacks) oder in Stufe vier ist das ganze per Footswitch zu erledigen - das habe ich nicht probiert, aber ich gehe mal davon aus, dass das hier ohne den Knacks funktioniert.

      Sei es wie es sei, ich habe die meisten der insgesamt neun Soundmodi mehr oder weniger ausführlich angespielt und muss in JEDEM EINZELENEN FALL sagen, dass der Sound den Nagel einfach auf den Kopf trifft - jedesmal der Gedanke "So und nicht anders muss das klingen!" Richtig clean - ein Gedicht! Am Übergang von Clean zu angezerrt (Modus "Tweed") göttliche Fenderklänge! Crunch in verschiedenen Abstufungen, die schon recht weit in Lead-Gefilde vorstossen und eine gewisse britisch-rauhbeinige Tendenz aufweisen. Dann der Solo-Kanal: Boogie IIC, Mk IV und "Extreme" (wohl der Rectifier) - einer besser als der andere, wobei mir persönlich der nicht ganz so stark komprimierende IIC am besten gefiel. Der Mk IV drückt dann noch etwas stärker in den Mitten, und mit dem Extreme zieht man den Jungs aus der Band einen neuen Scheitel ...

      Nach einer dreiviertel Stunde, so genau kann ich das nicht mehr sagen, bin ich wie benommen aus dem Laden getorkelt. Ich habe das Licht gesehen! Ich habe den Amp als Sondermodell anlässlich des 60. Jubiläums des deutschen MESA-Vertriebes Meinl gespielt - mit Edelholzgehäuse und Perlmutteinlegearbeiten auf der Oberseite sowie entsprechendem Pricing (es gibt weltweit sechs (!) Stück davon) - hier zu sehen, es haut Dich einfach um: thomann.de/de/mesa_boogie_mark_v_special_edition.htm
      Oder hier in normaler Optik, aber gleichem Sound: thomann.de/de/mesa_boogie_mark_v_112_bk.htm

      Alter Verwalter ... Wo krieg ich jetzt 3000 EUR her?

      Mein Traumamp hätte vier Kanäle - einmal einen der beiden Cleansounds, einen mit dem Tweed-Sound des Boogie, eins der zahmeren Crunch-Modelle und den Leadsound des IIC, umschaltbar auf Mk. IV sowie natürlich den Fünfband-EQ und die zweite Masterlautstärke namens "Solo". Dafür nur fix die 35 Watt und keine Umschaltung des Gleichrichters zwischen Röhre (softer) und Diode (brillianter), welche der Mk V bietet. Sollte auf einen ähnlichen Preis rauskommen ...

      Ist wahrscheinlich so ähnlich wie bei meinem Bassamp: Seit ich da den Boogie hab, ist die Suche vorbei, denn das ist einfach mein Sound in vollendeter Qualität. Oder eher eine ganze Palette von Sounds in Vollendung. Was anderes werd ich nicht mehr brauchen. Höchstens mal was Kleineres, aber dafür hat Boogie uns Bassern ja den Carbine M3 als 1*12 Combo beschert - ein Höllensound und in meinem Laden bereits wieder ausverkauft.

      Viele Grüße
      Jo
      Mix4Munich
      Johannes Komarek
      mix4munich.de/portal.htm

      Re: MESA Boogie Mark V Combo - Siehst Du dieses Licht?!?

      Steht Mesa drauf, muss gut sein.
      Ich mag so Pauschalisierungen überhaupt nicht, aber ich hab in meiner Laufbahn als Gitarrist noch nie was schlechtes von Mesa gehört. Ich selbst hab zwei drei Mesa Varianten ausprobiert und zeitweise gespielt. Angefangen hatte alles mit ner 50/50 Endstufe und diesem recht günstigen Preamp von Mesa. Quad Dingens hieß der. Ich ärger mich bis heute, diesen Preamp verkauft zu haben, weil ich ihn beim Recording immer mal wieder gerne eingesetzt hätte. Später hab ich auf den Rectifier Top gewechselt, ihn aber nach kurzer Zeit wieder verkauft. Er war einfach zu unflexibel für meine damalige Band. Aber wenn eins bei Mesa wirklich voll und ganz zu trifft. Egal an welchem Regler du drehst, es klingt immer geil. Zwar anders als vorher, aber immer noch geil.
      Was die Mark's betrifft, die gefehlte Flexibilität des Rectifiers, hätte ich im Mark wieder gefunden. Denn wenn es etwas wie eine eierlegende Wollmilchsau gibt, dann ist es dieses Wunder des Ingeneurswesen. Der Preis ist vollkommen gerechtfertigt, leider. Aber es ist ein Amp fürs Leben. Ein Kauf, den man eigentlich nie bereuen wird.
      Ich hab eine Top 10 Liste an Amps, die ich alle paar jahre mal ein wenig verändere.
      Den Mesa Mark V hab ich erst kürzlich von 1 auf 2 geschoben. Aber auch die vorgängermodelle waren eigentlich meist in den top 5 zu finden.