Akkordfunktionen im folgenden Stück

      Akkordfunktionen im folgenden Stück

      Moin moin,
      hab mir gerade ein recht unbekanntes aber meiner meinung nach sehr schickes Stück von John Mayer mal angehört.

      youtube.com/watch?v=esgOLf4IyhA

      Da finde ich einige Akkorde sehr interessant!

      Das Stück ist in E
      Meine erste Frage wäre: Am Ende des Chorus (Chorus Beginn ab 1:13 ca) sind die letzten 3 Akkorde: D , A, Emaj7
      Welche Funktion hat dass "D" in diesem zusammen hang?

      Zweite Frage:
      Ab 3:09 hört man die Bridge.
      Das sind: C , D, Emaj7 , Am7
      C, D, und dann bin ich mir nicht zu 100% sicher deshalb sag ich mal die Töne auf: a,e,h--> Akkord 1; gis,e,h -->Akkord 2; g,d,a,d -->Akkord 3 und dann löst der sich im Emaj7 wieder auf.

      Ich hoffe ich habs halbwegs verständlich beschreiben.
      Würd mich freuen wenn ich mir dabei helfen könntet!

      Re: Akkordfunktionen im folgenden Stück

      Nach der Jazz-Harmonielehre würde man von Modal Interchange sprechen. Das bedeutet nichts anderes, als daß man sich Akkorde aus anderen gleichnamigen Modi ausleiht. 'Gleichnamig' meint Modi mit gleichem Grundton.

      Die Tonart des Stücks ist E-Dur. Grundton ist e, die Tonalität ionisch (=Dur).
      D ist ein Dur-Akkord auf der bVII Stufe. Er kommt in den Modi e-mixolydisch, e-dorisch und e-äolisch vor.

      Ein Jazzer würde also sagen, der Akkord D stammt aus mixolydisch. Mixolydisch ist ja auch die Klangfarbe, die durch D in der Harmoniefolge entsteht.
      (Funktionell könnte man diesen Akkord hier auch als Doppelsubdominante bezeichnen, die über die Subdominante in die Tonika aufgelöst wird.)

      An der Stelle C D E Am, lassen sich die tonartfremden Akkorde C D und Am von e-äolisch (reines e-moll) ableiten.

      Den Akkord a-e-d würde ich als Asus2 auffassen. Das bedeutet, daß statt der Terz die Sekunde (2) gespielt wird. Die Funktion des Akkordes ändert sich durch diesen Zusatzton nicht. Er ersetzt einfach ein A. (Theoretisch könnte er auch ein Am ersetzten, hier ist es aber eindeutig A-Dur, die Gesangsmelodie ein c# enthält.)

      Analog dazu ist der andere Akkord ein Gsus2. Er ersetzt G und wäre ebenfalls ein modaler Austauschakkord aus e-äolisch.

      Auch wenn ich hier nur Begriffe aus der Jazz-Harmonielehre verwendet habe, so ist das nichts ausschließlich Jazz-spezifisches. Ich weiß nur nicht, welchen Fachbegriff man in der klassischen Harmonielehre für diese Vermischung verwendet.

      Gruß