Basscombo: H&K BK200 vs. TC BG250 vs. Fender Rumble 150

      Basscombo: H&K BK200 vs. TC BG250 vs. Fender Rumble 150

      .... oder: "Viel Dampf um wenig Kohle"

      Wie beginnt eine Zweierbeziehung?
      Man nehme einen Bassisten (Anfänger, aber motiviert), setze ihn für 3 Stunden in einen ca. 2x2m großen Testraum für Bassverstärker und drücke ihn zu guter Letzt noch einen Bass in die Hand, den er sich im realen Leben nie leisten könnte.
      (Das ganze noch gepaart mit einem Kabel, welches diese Bezeichnung nicht wirklich verdient)

      Angetestet wurden Combos im Preisbereich zwischen 299 und 450 Euro.

      Die Kriterien:
      - der Preis (als junger Familienvater hat man da leider so seine Grenzen)
      - der Aufbau (Combo, also kein Stack)
      - die Leistung (mind. 100 W)
      - Bestückung mit Hochtöner (da der Anfänger irgendwann mal slappen auch will und ihm geraten wurde: „da brauchst ein Horn dazu…!“)
      - Gewicht und Handling als zuätzliches, aber nicht so extrem wichtiges Kriterium

      1. Kandidat:
      H & K Basskick BK 200 (200 W)
      Technische Daten:
      200 Watt , 15" Eminence® speaker , HF-Horn (schaltbar), 4 -Band Parallel-EQ, regelbarer Kompressor, 552 x 604 x 385; 32 kg
      Der Preis: Nähe 450 € (leider etwas drüber, aber lt. –nicht motivierten- Verkäufer „verhandelbar“)

      Geiles Teil, vor allem der eingebaute Kompressor, der seinen Dienst auch brav machte, hat mich interessiert. Der Amp verhielt sich auch ohne Horn exzellent. Gut aufgelöste Mitten, satte Bässe und der EQ tat das, wozu ein EQ gebaut wurde. Er regelte hörbar.
      Leider begann er extrem zu rauschen, wenn man das Horn dazuschaltete und selbst, als ich all Höhen am Amp und an der aktiven Bassgitarre zurückregelte, blieb selbst im leisen Bereich das Rauschen hörbar,
      Damit fiel er als Kandidat leider aus (Gut, wäre eh zu teuer *g*).

      2. Kandidat:
      TC BG250 Basscombo
      Technische Daten:
      1x15" Lautsprecher, eingebautes Stimmgerät, 3-Band Klangregelung, symetrischer XLR-DI Ausgang, 250 Watt, Gewicht 16kg, Toneprint Speicherplatz
      Der Preis hier: 398 Euro

      Dieser Amp wurde mir von einem sehr geschätzten Forenmitglied empfohlen und klang auch aufgrund der „Toneprint“ Zusatzfunktion sehr, sehr interessant für mich.
      Im Vergleich zum H & K Basskick aber leider sehr schwach im Bassbereich, dafür hat das Horn nicht gerauscht und war trotzdem spürbar präsent.
      Die Toneprint Zusatzfunktion von Haus aus war ein regelbarer Chorus, der aber selbst in der höchsten Stufe nicht wirklich was gebracht hat. Der EQ auch nicht so wirklich das Gelbe vom Ei.
      Vorteile dieses Amps waren das eingebaute Stimmgerät und das geringe Gewicht. Mit der Toneprint Funktion könnte man noch andere Sachen machen (Phaser, Zerre …etc.) und wenn er nicht derart im Bassbereich geschwächelt hätte, dann hätte dieser Kandidat aufgrund des Preis- Leistungsverhältnisses auch gute Karten gehabt. Leider kam ihm aber Kandidat 3 zuvor, womit wir beim Sieger wären:

      3. Kandidat:
      Fender Rumble 150
      Technische Daten:
      Leistung: 150 Watt, Bestückung: 1x 15” Fender Special Design Speaker + Piezo Horn, 4-Band EQ, Delta Comp, Maße (HxBxT): 712 x 723 x 480 mm, Gewicht: 25 kg
      Preis: hier 388 Euro

      Ins Testkammerl geschoben, angesteckt, EQ-Regelung auf Neutral gestellt und aufgedreht.
      Kein Rauschen oder anderes störendes Nebengeräusch, also ein guter Anfang.
      Volume und Gain auf 10 Uhr und den ersten Ton (E, wir Bassisten haben’s da einfach) angespielt und …… WOW.
      Selbst im Vergleich zu wesentlich teueren H&K steht der Bass „brettelbreit“, wie man in Österreich sagt, im Raum (und wir sind noch immer neutral am EQ und an der Gitarre!)
      Satte Bässe, gut aufgelöste Mitten und präzise Höhen (mit eingeschalteten Horn). Das Ding schiebt die Luft vor sich her als gäbe es kein Morgen.
      Zusätzlich gibt es die Overdrive Funktion mit der Möglichkeit, den Overdrive dazuzumischen (Blend-Poti) und das gibt dann noch mal einen zusätzlichen Kick. Der EQ greift hörbar und als nettes und sehr nützliches Gimmick gibt es noch 2 Presets: „Scoop“ für einen bessern Slapsound und "Punch" für die härtere Fraktion.
      Nach 20 Minuten Testphase habe ich dann den H&K daneben gestellt und die beiden abwechselnd mit verschiedenen EQ-Einstellungen getestet. Der Rumble war, meiner Meinung nach- immer um ein Stückchen weiter vorne und wurde damit zu meinem persönlichen Testsieger erkoren.
      Einziges Manko des Fender Teils: Im gewissen Frequenzbereich erzeugte er „stehende“ Töne, was ich aber auf die Raum - Akkustik zurück führte (zu Recht, wie ich später rausfand)

      Damit haben dann 388 Euro und eine Bass-Combo ihren Besitzer gewechselt und ich bin direkt nach dem Kauf auf die Bandprobe gefahren.
      Ausgepackt, Räder drauf, angesteckt und schon hat sich mein Schlagzeuger vor mir gefürchtet *g*
      Der Sound im Proberaum war genial, klar und präzise aufgelöst in allen Bereichen….
      da macht das Bassspielen gleich doppelt Spass, ehrlich!

      Damit bedanke ich mich nochmals bei Andreas für seine Beratung und rate jeden, der einen halbwegs preisgünstigen Bass-Combo sucht, den Fender Rumble mal anzutesten.

      lg Chrisu
      ... jazz music isn´t dead, it smells just funny ... (f.zappa)