Akkorde "hören"

      Akkorde "hören"

      Hallo,
      ich dürfte in diesem Unterforum vermutlich falsch sein, es dürfte aber auch - mit einiger Entfremdung - etwas mit "Theorie" zu tun haben. Die Frage die sich stellt ist - Akkorde "hören", wie gestaltet man dies am besten?

      Ich war jahrelang Bassist, kann mir Basslinien heraushören (einzelne Noten). Das funktioniert auch gut bei Melodien, auch bei Gitarren-Akkorden. Aber wenn jemand am Klavier etwas spielt, kann ich mich nicht fokussieren. Wie kann man so etwas trainieren?

      Als Beispiel: Ich möchte ein Lied spielen. "Ghost of Christmas" von Scott Bennett. Die Melodie des Klaviers (Intro) höre ich sofort, also ich weiß welche Noten nötig sind um es nachzuspielen. Die Gesangsmelodie nachspielen - kein Problem. Aber ich kann die richtigen Akkorde nicht ableiten. Ich gehe bei so etwas immer so vor, dass ich mir Akkorde suche, welche zur Melodie "theoretisch" dazupassen, hat aber meistens keine Ähnlichkeit mit dem, was wirklich gespielt wird...

      youtube.com/watch?v=L-sCIc1XzfY

      Hat vielleicht jemand Zeit mir ein paar Tipps zu geben?
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      Re: Akkorde "hören"

      Wenn du, wie du schreibst, Akkorde nicht einfach am Klang erkennst, dann hat es sogar sehr viel mit Theorie zu tun.

      Als Bassist hast du die Grundlage buchstäblich in den Händen. Im Prinzip musst du nur lernen, wie ein Akkord zu den unterschiedlichen Basstönen klingt.

      Bei Dreiklängen gibt es drei Möglichkeiten:

      - du spielst den Grundton (in 90% aller Fälle),

      - du spielst die Terz (Fachausdruck Sextakkord),

      - du spielst die Quint (Quartsextakkord).

      Diese drei Umkehrungen klingen relativ charakteristisch, wenn du dich mal systematisch mit ihnen auseinandersetzt. Ob Dur oder Moll, sollte hoffentlich auch gehen.

      Bei Septakkorden kommt noch eine vierte Möglichkeit dazu (und die ersten drei sind klanglich ein wenig anders), der sogenannte Sekundakkord (Bass spielt die Septim).

      Theoretisch kann es schon sein, dass der prominenteste Basston in einem Takt (muss auch nicht immer die Eins sein, aber man merkt schon, welcher der Hauptton ist) akkordfremd ist, allerdings ist es deutlich wahrscheinlicher, dass die Melodiestimme einen akkordfremden Ton hat. Es hat demnach mehr Sinn, die Akkorde vom Bass aus zu denken.