E-Gitarre: Spieltechnik, Warm Up und Cool down

      E-Gitarre: Spieltechnik, Warm Up und Cool down

      Um langfristige gesundheitliche Schäden zu vermeiden ist eine gute Haltung, ein entspanntes Spiel und gründliches Warmspielen immens wichtig.

      Der Grund:
      Mit einer moderaten Belastung steigert man die Durchblutung in den beanspruchten Strukturen. Besonders Bänder und Sehnen werden so versorgt, da diese schlecht bis gar nicht durchblutet sind und größtenteils per Diffusion versorgt werden, d. H. durch die Flüssigkeitsbewegungen im Gewebe werden Nährstoffe in Bänder und Sehnen transportiert. So können sich diese eher auf Zugfestigkeit ausgerichteten Gewebe leichter dehnen lassen und man erleidet keine Schäden. Ein Sprinter dehnt sich und wärmt ja auch auf bevor er loslegt um eben Verletzungen vorzubeugen.

      Vorbereitung:
      Man kann es machen wie John Petrucci es in "Rock Discipline" empfiehlt und erst Schultern, Bizeps, Trizeps etc. strechen. Vor allem vor Gigs empfiehlt sich dies. Ein moderates Warmspielen vor dem täglichen Training reicht jedoch aus, sofern man nicht akrobatische Einlagen einflechtet...

      Warm Up beginnen:
      Mit einfachen, natürlichen Bewegungen beginnen. Das kann man mit simplen Tonleitern oder Pentatoniken machen; meiner Meinung nach die Ultimative Übung dafür ist jedoch die "Spinne".
      Bei der "Spinne" handelt es sich um eine chromatisch aufsteigende Tonleiter bei der man die Finger liegen lässt. Auf Deutsch: Man sucht sich eine Lage aus in der man bequem mit allen vier Fingern spielen kann, ohne strechen oder sich Platz schaffen zu müssen. Die 5. Lage (also ab dem 5. Bund) bietet sich hierfür eigentlich gut an. Für kleinere Hände kann man die ganze Übung aber auch gut im 7. Bund, also der 7. Lage, spielen.
      Man spielt aufsteigend jeden Bund an, bis alle vier Finger auf dem Griffbrett ruhen. Die Finger müssen liegen bleiben, bis sie auf der nächsten Saite gebraucht werden. Erst dann setzt man den Finger um, und lässt ihn wiederrum liegen bis er wieder auf der nächsten Saite gebraucht wird.
      Folge: Man trainiert einen bewußten Bewegungsablauf der Finger und geht sparsamer über die Saiten. Dadurch wird der gesamte Ablauf geschmeidiger und - was viele interessieren könnte - schneller.
      5 - 10 min vor dem Spielen wären gut.

      Warm Up forcieren:
      Nun steigert man den motorische Anspruch ein wenig und kann an Skalen oder Licks gehen die ein kleines Streching der Finger erfordert und/ oder Bewegungsabläufe der rechten Hand steigern. Dies können Skalen mit alternate Pickings oder Rhythmus Training mit komplexen Akkorden sein.
      Auch hier reichen 5 - 10 min

      Warm Up abschließen:
      Fühlt man sich jetzt ausreichend warmgespielt kann man nun mit einer kleinen Leistungsspitze dem Warm Up den letzten Schliff geben und seinen Bewegungsappart auf die kommende Belastung vorbereiten. Das können schnelle Tappings, Sweepings, Shredding, Triolenfiguren, abgedrehte Akkordkonstruktionen oder ähnlich forderndes sein. Wie erwähnt; es soll sich dabei jederzeit gut anfühlen und weder in einem K(r)ampf mit dem Instrument ausarten noch schwerer sein als die anstehenden Übungen.

      Vor Gigs:
      Es empfiehlt sich vor Gigs zumindest den ersten Song kurz vor Stage On nochmal "trocken" durchzuspielen und damit das Warm Up abschließen. Das komplette Set nochmal durchzugehen ist aber keinesfalls schädlich.

      Cool down:
      >>Wofür denn bitte ein cool down? Man stellt das Instrument weg und lässt die Sache auf sich bewenden...<<
      Klar, kann man machen. Oft bleibt einem auch nichts anderes übrig, weil man schnell seine Klamotten von der Bühne bringen oder seinen Bus/ Zug nach der Probe erwischen muss.
      Wenn man kann, zeitlich wie personell, tut man seinem Bewegungsapparat aber auf alle Fälle etwas gutes wenn man nach der Belastung noch ein wenig sanft z. B. ein paar Akkorde vor sich hin "duddelt". 3 - 5 minuten reichen da vollkommen aus.
      Besonders im Winter sollte man danach auch darauf achten dass die Belasteten Körperstellen, im Fall der meisten Musiker eben die Arme, nicht einen kalten Zug abkriegen. So erhält man sich langfristig seine Gesundheit und kann ohne körperliche Beeinträchtigung seinem Hobby/ Beruf nachgehen.
      Selbstmord ist kein AUX Weg!!