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Tonart herausfinden

 
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Mumplock



Anmeldungsdatum: 07.03.2004
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: Di März 27, 2007 17:41    Titel: Tonart herausfinden

hallo,
hab schon die suchen-funktion benutzt aber leider nix gefunden...
spiel jetz seit zwei drei jahren gitarre und hab mal beschlossen mir die ganze theorie anzuschaun...
1. also wenn ich jetz einen beliebigen rocksong mit 4 - 8 verschiedenen meist simplen akkorden hab, woran kann ich dann die tonart erkennen um auch mal ganz mit plan danach zu improvisieren bzw. nicht ewig rumzuprobieren bis ich paar passende töne gefunden hab
2. hab schon öfter mal den begriff pentatonik gehört, geh ich richtig in der annahme das damit immer die 5 ganztöne oder wie man das nennt einer tonart gemeint sind?
wär nett wenn mir jemand helfen kann oder einfach ein paar links dazu postet

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gyuri



Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 304

BeitragVerfasst am: Mi März 28, 2007 14:54    Titel: Re: Tonart herausfinden

Mumplock hat Folgendes geschrieben:
1. also wenn ich jetz einen beliebigen rocksong mit 4 - 8 verschiedenen meist simplen akkorden hab, woran kann ich dann die tonart erkennen um auch mal ganz mit plan danach zu improvisieren bzw. nicht ewig rumzuprobieren bis ich paar passende töne gefunden hab

ich versuchs mal verkehrt herum zu erklären. wenn du eine tonleiter hast, dann paßt die zu den akkorden, die aus den tönen der tonleiter gebaut werden können.

im klartext bedeutet das, daß du die C-durtonleiter zu folgenden akkorden spielen kannst: C-dur (c-e-g), d-moll (d-f-a), e-moll (e-g-h), F-dur (f-a-c), G-dur (g-h-d), a-moll (a-c-e) und h vermindert (h-d-f) sowie den jeweiligen, mit den tönen der C-durtonleiter gebildeten septakkorden und weiteren mehrklängen.

für dich bedeutet das: wenn du die akkorde vor dir hast, versuch herauszufinden, zu welcher tonleiter sie gehören. ordne sie aufsteigend nach dem grundton und schau, ob sie in folgendes schema passen: dur - moll - moll - dur - dur - moll (- vermindert). wenn ja, gehören sie zu der durtonart, mit der dieses schema beginnt.

in der mehrheit der fälle wird das nicht gelingen, weil man nun mal gern aus mollstufen dur macht oder umgekehrt, oder man alteriert die eine oder andere stufe tief oder hoch... das heißt, daß öfter auch tonartenfremde akkorde vorkommen können. in solchen fällen mußt du das obige prinzip auf kürzere, aber möglichst lange (2-4 takte oder so) abschnitte anwenden. dabei kann es behilflich sein, wenn du dich mit den begriffen doppel- und zwischendominante auseinandersetzt.

wenns dir in erster linie ums improvisieren geht, noch drei hinweise. erstens kommt, wie du dir denken kannst, ein akkord wie C-dur in mehreren tonleitern vor (C-dur, F-dur, G- dur), was wiederum auch bedeutet, daß man zu diesem akkord auch die entsprechenden tonleitern spielen kann. besonders in verbindung mit den wechseln, die durch die tonartenfremden akkorde erzwungen werden, kann man sehr schön tonleitern mischen und dadurch die soli etwas aufwerten.

zweitens gibt es eine relativ einfache und fast theoriefreie art des solierens. du mußt im prinzip nur immer wissen, welcher akkord gerade dran ist und aus welchen tönen dieser akkord besteht (dazu schadet ein bißchen theorie natürlich nicht). dann kannst du immer die terzen bzw. die quart, aus denen der akkord besteht, beliebig mit ganz- und halbtonschritten auffüllen. das einzig fast zwingende ist die große terz mit zwei ganztonschritten, aber selbst da kannst du herumexperimentieren. das ergibt immer tonleitern, die zum jeweiligen akkord passen (weil die akkordtöne vorkommen), und je nach experimentierfreude kannst du so sehr ungewöhnliche tonleitern bilden. du mußt nur aufpassen, weil du in sept- und nonenakkorden schon einigermaßen in deiner auswahl beschränkt wirst.

drittens gibt es zu all dem gesagten noch ausnahmen, und zwar die des blues. wenn ein lied auch nur ein kleines bißchen bluesig angehaucht ist (kann überraschenderweise selbst bei techno und volkstümlicher schlagermusik funktionieren), kannst du eigentlich immer die kleine terz des akkords spielen, selbst wenn der akkord eine große hat, und wenn du sehr mutig bist, auch die kleine septim und die verminderte quint. wird nicht immer super klingen, aber probieren geht über studieren.

Mumplock hat Folgendes geschrieben:
2. hab schon öfter mal den begriff pentatonik gehört, geh ich richtig in der annahme das damit immer die 5 ganztöne oder wie man das nennt einer tonart gemeint sind?

ähm, nein. pentatonik allgemein bedeutet nur eine fünfstufige tonleiter, aber die pentatonik, von der du gehört hast, ist eine konkrete tonleiter. in C-dur schaut sie so aus: c-d-e - g-a.

viele machen den fehler, die pentatonik im ganzen lied einsetzen zu wollen, dabei gehorcht sie natürlich den selben regeln wie oben. durch die fehlenden töne sind die wahlmöglichkeiten größer (du kannst die C-dur-pentatonik zb. auch zu D-dur oder g-moll verwenden), aber sie paßt trotzdem nicht überall.

generell gilt: wenn du ein lied ohne gröbere ausflüge in andere tonarten hast, kannst du die pentatonik der grundtonart verwenden, oder im blues auch von der kleinen terz aus (also C-dur-pentatonik zb. zu C-dur oder blues in C und A). speziell im blues kann man auch zwischen den beiden möglichkeiten wechseln.

Mumplock hat Folgendes geschrieben:
wär nett wenn mir jemand helfen kann oder einfach ein paar links dazu postet

da ich den eindruck habe, daß dir auch gewisse grundlagen fehlen, würde ich am ehesten meinen blog empfehlen: http://my.opera.com/gyuri77/blog/index.dml/tag/musiktheorie (am besten beim ältesten eintrag beginnen, nicht mit dem obersten).

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matbal



Anmeldungsdatum: 26.01.2007
Beiträge: 82

BeitragVerfasst am: Mi März 28, 2007 15:39    Titel:

Das war ja wieder eine sehr umfangreiche und fundierte Antwort. Cool

Ich hätte geantwortet, suche nach Kadenzen. Aber das setzt ja schon etwas theoretisches Wissen (Quintenzirkel, Stufenakkorde) voraus...

Meistens hat man es ja auch im Gefühl. Die Tonika (Akkord auf der Stufe I) ist der Akkord mit der geringsten Spannung => größte Schlußwirkung.

Gruß

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gyuri



Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 304

BeitragVerfasst am: Mi März 28, 2007 15:58    Titel:

matbal hat Folgendes geschrieben:
Ich hätte geantwortet, suche nach Kadenzen.

ja, wenn man sich ein bißchen auskennt, macht man es eh so. aber eine kadenz kann natürlich auch zb. als II#-V-I vorkommen, dann kannst du wieder nicht die tonleiter der tonika dazuspielen...

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Mumplock



Anmeldungsdatum: 07.03.2004
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: Do März 29, 2007 17:53    Titel: Re: Tonart herausfinden

[quote="gyuri"]
Mumplock hat Folgendes geschrieben:


für dich bedeutet das: wenn du die akkorde vor dir hast, versuch herauszufinden, zu welcher tonleiter sie gehören. ordne sie aufsteigend nach dem grundton und schau, ob sie in folgendes schema passen: dur - moll - moll - dur - dur - moll (- vermindert). wenn ja, gehören sie zu der durtonart, mit der dieses schema beginnt.



danke dir, aber eine frage hab ich noch, wie verhält sich das mit dem schema bei den Molltonarten???

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gyuri



Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 304

BeitragVerfasst am: Fr März 30, 2007 1:22    Titel:

anders Wink

molltonarten sind insofern problematisch, weil sie quasi von haus aus mit einem tonleiterfremden akkord daherkommen. die V. stufe wird nämlich sehr gern als dur genommen, obwohl sie eigentlich moll wäre, damit man eine bessere schlußwirkung hat.

versuchs selbst herauszufinden. moll ist eine kleine terz tiefer als die parallele durtonart, und ist deren VI. stufe. wie müßten dann die stufen von moll sein, wenn man sie nur mit tonleitereigenen tönen bildet?

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Mumplock



Anmeldungsdatum: 07.03.2004
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: Sa März 31, 2007 12:04    Titel:

am - h(keine ahnung wie man den nennt, vermindert?) - C-DUR - d(auch so einer wo ich nich weis wie er heisst) - em -F-DUR - G-DUR

würd ich jetzt mal schätzen...

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gyuri



Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 304

BeitragVerfasst am: Sa März 31, 2007 15:56    Titel:

genau. am, h vermindert, C, dm, em, F und G. das ist das gleiche wie bei C-dur, nur verschoben.

aber... da ist der haken. um in einer kadenz eine richtige schlußwirkung zu erzielen, wird in der regel die V. stufe als dur verwendet. ist natürlich nicht immer so, aber doch sehr häufig. das heißt, wir haben E statt em, und damit fällt zumindest bei diesem akkord die ursprüngliche tonleiter (a-moll) flach.

zum E als dominante, also V. stufe von a-moll kann man unter anderem A-dur oder a-hamonisch bzw. melodisch moll spielen. außer natürlich es ist irgendwas bluesiges, dann geht die a-moll-pentatonik (identisch mit der C-dur-perntatonik) auch.

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Mumplock



Anmeldungsdatum: 07.03.2004
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: Mo Apr 02, 2007 21:47    Titel:

ok danke, jetzt hab ich ein bisschen orientierung

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