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 Betreff des Beitrags: Erfahrungsbericht Yamaha EMX 5016 CF
BeitragVerfasst: Mi Jul 30, 2008 14:47 
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Registriert: Do Mär 15, 2007 22:16
Beiträge: 1304
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Der Sänger meiner Band hat ein neues Spielzeug - den YAMAHA EMX 5016CF. Einmal haben wir darauf geprobt, und letztes Wochenende habe ich seine andere Band, eine Akustik-Rock-Truppe darauf abgemischt, und nun fühle ich mich gewappnet, Euch ein kurzes Review zu geben.

Womit haben wir es zu tun?

Bild

Der Yamaha EMX5016CF gehört zur Gattung der Powermixer und stellt derzeit das Topmodell der EMX-Linie dar. Wie man auf dem Bild sehen kann, kommt er in einem Pultgehäuse daher. Seine technischen Daten lauten:

    2x 500W an 4 Ohm
    8 Monoeingange mit Mittenparametrik
    4 Stereoeingänge
    9 digitaler Bandequalizer
    Speakon- und Klinkenausgänge
    2 interne SPX Effektgeräte mit je 16 Presets
    Feedback Locator
    Kompressor (in den Kanälen 1-8)
    Gewicht: 11 kg
    Maximizer Funktion in der Summe, dahinter verbirgt sich ein 3-Band Master-Kompressor
    Maße (BxHxT): 44,4 x 49,3 x 15,5 cm


Schön und gut, doch was bedeutet das für den geneigten Anwender? Der EMX 5016CF (ab hier kurz 5016) verfügt über alle Features, die man im Proberaum und auf kleinen bis mittleren Bühnen braucht. Ausserdem eine ausreichende Anzahl von Eingangskanälen für den kleinen Gig zwischendurch oder natürlich die Probe einer Rockband.

Hier ein Blick auf die EIngangssektion:

Bild

Übliche Features für ein Pult dieser Größenordnung sind natürlich Inserts und Trittschallfilter, Gain und ein Schalter für die Absenkung der Eingangsempfindlichkeit, 3-Band-EQ mit semiparametrischen Mitten sowie vier AUX-Wege und PFL-Schaltung. Was dann schon positiv auffällt, sind im 5016 die zwei Effektgeräte in SPX-Qualität mit jeweils 16 Presets. Alle habe ich mir nicht angehört, aber die Reverbs, Delays und der Chorus sind absolut okay.

In den Stereo-Kanälen fehlen die Inserts, der Kompressor und die Mittenparametrik - das ist Standard und absolut okay.

RICHTIG NETT sind diese Einknopf-Kompressoren in den ersten acht Eingangskanälen, womit man z.B. den Gesang dezent verdichten und Pegelspitzen sanft und unhörbar beschneiden kann. Bei der Komprimierung von guten Akustikgitarren muss man da schon vorsichtiger agieren, sonst hört es sich etwas künstlich an, aber mit Einstellungen im Bereich des unteren Drittels des Regelweges kann man auch da dezent einwirken.

Mit den Regelmöglichkeiten der Eingangskanäle - EQs, Effekte, Kompressor - kann man jedenfalls Gesang, Akustikgitarren und Percussion-Instrumente wunderbar abmischen (andere wie Keyboards und E-Gitarren natürlich auch), und der PFL-Button erleichtert das Einpegeln beim Soundcheck ungemein. Wenn nämlich während des Gigs die Overload-LED im Eingangskanal deutlich in Rot aufleuchtet, sollte man das sehr ernst nehmen, denn dann ist es nicht mehr weit bis zu unangenehm hörbaren Verzerrungen in der Input-Sektion! Das einzige, was ich mir in den Inputs noch wünschen würde, wäre ein weiterer Wirkungsbereich der Mittenparametrik. Die fängt in der Tiefe nämlich erst bei 250 Hz an, und ich würde mir wünschen, dass es bereits bei ca. 150 Hz losgeht, um eventuellen Mulm in den Tiefmitten auch bei problematischen Instrumenten besser herausfiltern zu können.

Kommen wir nun zur Master-Sektion. Erstmal ein Bild:

Bild

Alles drin, alles dran, was man sich so wünscht - die beiden Effektgeräte, deren Sends sogar auf Fadern liegen, die beiden MON-Send-Fader, und ganz rechts der rote Stereo-Fader für die Summe, darübr ein beleuchteter Standby-Schalter. Weiter oben noch der 9-bändige Summen-EQ. Bis hierhin alles bekannt und vertraut, doch nun fangen die Goodies erst an:

Mit einem kleinen versenkten Schiebeschalter kann man die Ausgangsleistung der beiden Endstufenblöcke auf Werte von je 200 und je 75 Watt reduzieren. Im Proberaum haben wir davon sogar Gebrauch gemacht, denn das ist allemal besser, als mit dem Masterfader bei -30 dB herumzugurken und bei der kleinsten Berührung des Pultes zusammenzuzucken, weil es brutal laut werden könnte. Auch nett ist der Wahlschalter für das Routing zu den Endstufen: Man kann ihnen entweder das Stereosignal zuführen (ja, nee, is' klar) oder die Signale der beiden Monitor-Wege, oder eine Stufe bekommt das Monosignal des Mischerausgangs, die andere bekommt das Signal von MON1.

Auch richtig nett ist der Maximizer, ein Multiband-Kompressor, der fest eingestellt ist und welcher bei Betätigung das Signal einerseits mächtiger macht, und andererseits äusserst dezent Pegelspitzen in bestimmten Frequenzbereichen wie z.B. im Bass reduziert, ohne dabei gleich das ganze Signal herunterzuregeln. Das Signal wirkt einfach dynamischer als bei einem Breitband-Kompressor in der Summe, ist aber trotzdem pegeltechnisch gut unter Kontrolle. Allerdings, und hier kommt der Pferdefuß der fixen Einstellung, wenn der Master-Regler weit unten steht, klingt die Bearbeitung (wahrscheinlich durch den faderabhängigen Make-Up Gain) bei akustischer Musik leicht künstlich mit überbetonten Höhen. Steht der Masterfader der Summe höher (und werden dabei die Fader in den Eingangskanälen entsprechend zurückgeregelt), ist die Wirkungsweise des Maximizers dezenter, nichts wirkt mehr überbetont.

Dann gibt es da noch den Feedback-Locator - Aktivieren, Automatik einstellen, Pegel langsam anheben, dann werden die ersten drei Feedbacks dezent eliminiert.

Andere Features habe ich nicht ausprobiert, hier nur eine kurze Erwähnung, der Vollständigkeit halber. So kann man den EQ automatisch auf die Akustik der Location einstellen lassen. Dazu muss man nur ein Messmikro mit Kanal 1 verbinden und den Test starten. Mit zwei Tatstendrücken hat man dann den Summen-EQ grob (!) auf die Location eingestellt. Man kann weiter verschiedene voreingestellte EQ-Kurven auswählen und drei User-Speicher mit eigenen EQ-Kurven belegen, aber an so etwas glaube ich nicht, da verlasse ich mich lieber auf mein Gehör.

Um nun so langsam zum Ende zu kommen: Viele Eingänge und Ausgänge in der Mastersektion ermöglichen den Anschluss von und an anderem Equipment - nuff said!

Als Fazit: Viel Licht, wenig Schatten. Nichts, was man nicht verschmerzen oder mit dem günstigen Peis von knapp über 1000,- EUR (Strasse) begründen könnte. Ich frage mich nur, welcher Teufel die Designer bei Yamaha geritten hat, dass man dem 5016 neben den Speakons parallel auch Klinkenbuchsen für die Endstufenausgänge mitgegeben hat, und das bei 2*500W RMS an 4 Ohm ... Naja, wahrscheinlich unsere Freunde aus dem Land der untergehenden Sonne mal wieder.

Hoffe, Euch hat es gefallen! Ich jedenfalls werde gerne wieder auf dem kleinen 5016 mischen. Ach genau, morgen ist ja eh' Probe, dann muss ich da sowieso wieder ran ...

Viele Grüße
Jo

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mo Sep 28, 2009 15:27 
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Wohnort: München
Nur so als Ergänzung, wir proben nun schon seit über einem Jahr jede Woche auf dem EMX 5016, dazu kommt das Sideproject (Akustikband) unseres Sängers, die ab und zu mal darüber spielen - er funzt nach wie vor wie eine eins. Auch für ein halbes Dutzend klinerer Gigs haben wir den Yamaha benutzt - die internen Endstufen treiben dann bis zu vier Monitore an, und die Summe wird über eine externe Endstufe verstärkt.

Der positive Eindruck hat sich bestätigt bzw. sogar noch verstärkt. Die einzigen kleinen Negativpunkte sind die empfindlichen Eingangsverstärker - wenn die Übersteuerungs-LED rot leuchtet, ist es nicht mehr weit bis zu hörbaren und äußerst unschönen Verzerrungen. Leider haben nur die ersten acht Kanäle PAD-Schalter, mit denen sich die Empfindlichkeit reduzieren lässt. D.h. dass outputstarke (was für ein blödes Wort ...) Mikros unbedingt auf die ersten acht Kanäle kommen müssen, sonst wird es kritisch.

Viele Grüße
Jo

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