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Mal abgesehen davon wäre wichtig zu wissen, was Du unter "komponieren" denn verstehst? Eine Melodie in irgendeiner Form technisch festhalten (wenn man sie schon nicht aufschreiben kann)?
Oder "Klötzchen schieben" und Beatloops produzieren? Das ist eher weniger komponieren im klassischen Sinne.
Ich gehe mal von erstern aus und oute mich hier ebenfalls als nicht Noten Leser geschweige denn Schreiber. Trotz dieses Handikaps fallen mir trotzdem Melodien ein, ich musste nur Wege suchen um sie festzuhalten (zu speichern). So schön es ist, Noten beherrschen zu können, muss man trotzdem sagen, dass Noten nichts weiter sind als eine zu ihrer Zeit mögliche Lösung des gleichen Problems: Wie sollten Komponisten vor ein, zwei Hundert Jahren ihre Einfälle festhalten? Da fiel einem schlauen Kopf halt ein, das mit den Noten zu machen. Hätte es damals schon Computer gegeben, würde es heute diese Form gar nicht geben... Das mal dazu.
Dank der modernen Zeiten haben wir Notenlernfaulpelze aber genügend Alternativen:
- Die Pfeifmethode:
Man pfeift, summt, brummt oder singt seine Melodie erstmal und hält dies mit einer Aufnahme fest. Damit ist sie schon mal zumindest gespeichert.
- Die Wav to Midi Methode:
Die eingepfiffene Melodie kann man mittlerweile in bestimmten Softwarelösungen als Midispur festhalten. Die Software erzeugt aus den eingehenden monophonen Klängen Midi Noten und hält sie fest. Anschliessend muss zwar noch Handarbeit geleistet werden und einige Töne korrigiert werden, aber diese Sache funktioniert im Groben. Die Mididaten lassen sich dann in den handelsüblichen Produktionsprogrammen weiter verwurschteln.
- Die Mal Methode:
In den meisten Sequencerprogrammen wie z.B. Cubase kann man im sog. Midi Editor alle Noten mit der Maus "einmalen". Man kann sie länger ziehen, verschieben, löschen, verdoppeln usw.
- Die Try & Error Keyboard Methode:
Ebenfalls über ein Sequencerprogramm möglich: Midikeyboard anschliessen, netten Pianosound auswählen, Sequencer auf Aufnahme schalten und einfach losklimpern.
Die guten Sequencer kann man auch dabei auf langsamere Geschwindigkeiten schalten bis fast zum Stillstand. So hat man Zeit bis man die nächste Note auf der Tastatur findet und draufhauen kann. Also langsam einspielen, mit normaler Geschwindigkeit wieder abspielen.
Das sind so einige Möglichkeiten die es für "Komponisten" ohne Notenkenntnisse gibt. Man kann die Arbeitsweisen auch mischen, was neues erfinden. Aber möglich ist alles, wenn es auch vielleicht länger dauert.
Ich würde auch sagen: Du bräuchtest Cubase (alternativ eines der vielen anderen Sequencerproggis) aber Cubase ist sehr verbreitet, man bekommt dadurch viel Unterstützung von anderen. Cubase ist in der Essential Version schon ab 139 Euro zu bekommen. Dadrin steckt ein vollständiges Studio. Die Funktionen die der Essential Version fehlen, wirst Du am Anfang mit Sicherheit nicht vermissen.
Alternativ kann ich auch zu Sequel 2 raten, aus dem gleichen Hause wie Cubase. Sequel 2 ist zwar ein in sich geschlossenes System, macht es aber Anfängern sehr leicht in moderne Musikproduktion einzusteigen mit verblüffenden Erfolgserlebnissen. Midinoten kann man in Sequel ebenso einklimpern wie Midinoten bearbeiten. Dazu gibts ne Menge toller Instrumente die amtlichen Sound bringen, klingt also nicht nach Spielzeugsound was da aus Sequel herauskommt. Sequel hat den Vorteil, dass man wirklich schnell was zustande bringt, die Bedienung ist so intuitiv, dass man das Handbuch fast niemals benötigt.
Viele komplizierte Aufgaben was Mixing und Soundfeineinstellung angeht, übernimmt Sequel für den User in groben Zügen. Man kann zwar an allem noch herumdrehen, muss es aber nicht.
Später kann man die Sequel Projekte auch in den modernen Cubase Versionen noch öffnen und weiter bearbeiten.
Ich liebe diese Software, mache viel damit weil sie den Kopf frei hält von jeglichem Bedienungskrempel... Wenn die Idee gereift ist, kann man in Cubase immer noch ins Detail gehen.
So, vielleicht ist der eine oder andere Punkt eine Anregung für Dich.
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