Gestern Nacht haben die RCF 310A ihre Feuertaufe zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten absolviert: Die Musiker sind happy, weil sie auf der Bühne endlich den "Wohlfühlpegel" bekommen und einen deutlich besseren und klareren Sound als früher haben. Der Wirt ist happy, weil die Lärmschutzauflagen im Saal jetzt gut erfüllt werden: 90dB(C) Durchschnittspegel. Und die Besucher waren happy, weil sie sich entweder an ihren Plätzen unterhalten können, ohne sich anschreien zu müssen, oder auf der Bühne abtanzen können. So ist das in orientalischen Locations, da wird eben auf der Bühne getanzt.
Die alten Boxen braucht man eigentlich nur noch, um den Sound im Saal etwas anzureichern, wenn auf der Bühne viel los ist und Pegel im Saal gefragt ist. War gestern bei einer Bauchtanzvorführung der Fall. Wäre ich der Wirt, ich würde sie stillegen, abmontieren und samt der zugehörigen Endstufe verkaufen.
Ein interessanter und für mich immer noch faszinierender Effekt ist, dass man überall auf der Bühne ordentlich Pegel hat, und wenn man einen einzigen Schritt macht von der vorderen Bühnenkante herunter in den Speisesaal, wird es deutlich leiser - schlagartig!
Heute teste ich nochmal, ob der Effekt an der Bühnenseite derselbe ist - wenn ja, haben wir die Boxenausrichtung auf Anhieb gut hinbekommen.
Ach ja, Feedbackfestigkeit: Zwei Mikros werden auf der Bühne benutzt eine gute Sennheiser-Funke und ein billiges und inzwischen recht verbeultes Shure PG-58, letzteres fest auf ein Stativ vor dem Keyboarder montiert. Und obwohl dieses Mikro genau auf die Box zeigt und keinen Meter davon entfernt ist (und wegen des Flüstergesangs des gestrigen Tastendrückers ziemlich weit aufgerissen werden musste), gab es kein einziges Aufkommen von Feedback. Wenn der Stammkeyboarder wieder da ist, werden wir das Mikro noch eine Ecke leiser drehen können.
Um die gezielte Beschallung der Bühne / Tanzfläche hinzubekommen, werden die Boxen geflogen und schräg nach unten geneigt aufgehängt. Kein Problem mit der RCF 310A, da man dort oben und unten je eine Öse zum Fliegen in eingelassene Muttern einschrauben kann. Umd iese Ösen zu bekommen, musste ich alelrdings in ein Spezialgeschäft gehen, das in München als Schraubenzentrale bekannt ist.
http://www.schrauben-preisinger.de, falls es jemanden interessiert.
Für die Befestigung in der Rigipsdecke benutzen wir spezielle Rigips-Dübel, die pro Stück bis 100kg tragen (wobei das die Decke wohl nicht mitmachen würde) und drei kleinere Haken pro Box. Tatsächlich tragend sind nur die Schrauben in den Rigipsdübeln (dort ist auch das Safety mit drin) und der hintere Haken. Die anderen beiden (vorher bereits vorhandenen) Haken nutzen wir hauptsächlich zur Umlenkung der Spanngummis, alles TÜV-zugelassenes Zeug, damit die Boxen den richtigen Winkel bekommen. Würde eines der beiden tragenden Elemente ausfallen, würden die bislang nicht tragenden Haken den "Tragejob" mit übernehmen. Wir sind da also mehrfach abgesichert.
Noch etwas zur im "Rack" eingebauten Anlage: Diese Konstruktion besteht aus einem alten Zeck Powermischer PD-10-14 mit zehn Monokanälen, von denen vier auch stereo verwandt werden können und eingebautem Multieffekt in akzeptabler Qualität. Zur Pegelbegrenzung ein DBX 1066 (feines Teil!) und eine Endstufe mir unbekannter Herkunft namens Q-700. Werde mir nochmal den Namen des Herstellers ansehen. Wirkt jedenfalls sehr ordentlich. Ausserdem noch ein Furman Spannungsstabilisator (braucht man in der Gastronomie wirklich, denn sobald Geschirrspüler und Herd bzw. Ofen gleichzeitig angemacht werden, sinkt die Netzspannung um satte 20 Volt!). Über ein DJ-Pult hängt noch ein CD-Player am Powermischer. Alles no-names.
Und nun ein Kapitel zum Thema "Kreative Verkabelung im Lauf der Jahrzehnte" oder "Was passiert, wenn Irre eine PA installieren". In den Main-Inserts des Zeck hängt der dbx, aber von dessen parallel geschalteten XLR-Outs wird das Signal für die Endstufe und damit für die alten Boxen abgegriffen. Das Signal, das aus dem Kompressor in das Insertkabel zurück zum Mischer lief, wurde gar nicht mehr benutzt, da die beiden eingebauten Endstufen vom Monitor Out des Zeck gefüttert wurden. Das geschieht über eine schaurige Konstruktion eines Y-Kabels mit vertapeter Lüsterklemme. Soll heissen, mit Gafa zugeklebt und gut versteckt. Ich werde da irgendwann nochmal ein ordentlich gemachtes Y-Kabel anbringen.
In der neuen Verkabelung wird der dbx quasi als Signalverteiler benutzt - er wird nach wie vor gefüttert über das, was aus dem Insert des Zeck rausgeht, aber statt ein Signal zurück zu geben, wird ein Stereosignal an die beiden RCF 310A gegeben, das andere (aus den parallelen Ausgängen des dbx) geht auf die Endstufe für die alten Boxen.
Weiter hängt noch ein CD-Player mit Discopult mit am Zeck, wobei das Discopult eigentlich nicht wirklich verwendet wird. Über ein weiteres Kabel könnte man noch einen iPod oder Laptop über den Zeck verstärken, falls nötig. Aus dem Tape Out des Zeck geht ein Signal an eine Lichtanlage, die man auch über Sound ansteuern könnte, obwohl diese Option nicht genutzt wird.
Viele Grüße
Jo