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 Betreff des Beitrags: Erstberührung RCF ART 310A
BeitragVerfasst: Fr Apr 24, 2009 20:28 
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Registriert: Do Mär 15, 2007 22:16
Beiträge: 1317
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Ich hatte heute meine erste Berührung mit den RCF 310A. Die Aufgabenstellung war, in einem libanesischen Lokal die Bühne lauter und den Rest des Raumes leiser zu beschallen als mit der vorhandenen Anlage. mehr dazu unten. Die vorhandenen Boxen sind alt, klein, klingen mittelmäßig und verfügen über keine bekannte Richtcharakteristik.

Daher haben wir sie durch ein Pärchen RCF 310A ersetzt, die wir auf der Bühne hinten oben schräg nach unten strahlend montiert haben (von der Decke abgehängt, also fliegend). Das mit der Bühnenbeschallung von hinten tut man normalerweise nicht, aber es werden so dermassen zivile Pegel gefahren, dass das ohne den Ansatz eines Pfeifens funktioniert. Die Richtcharakteristik der 310A ist 90 * 70, wir lassen sie ca. 20 Grad nach unten strahlen. Schon bei leerem Lokal kann man hören, dass der Pegel einen Meter vom Bühnenrand entfernt deutlich niedriger ist als auf der Bühne. Das heisst, die Richtcharakteristik wird wirklich gut eingehalten. Wenn jetzt noch Leute auf der Bühne stehen und tanzen, wirken die als das ultimative Dämmmaterial, und auf der Bühne kann noch lauter gespielt werden, ohne dass es im Saal zu laut wird.

Die alte Anlage (vier kleine Boxen von ASA, einer Marke, die in den 80ern einigermassen gut im Geschäft war), hängt immer noch, allerdings im Saal und gegenüber der Bühne. Ich habe vom Kompressor im Insert zwei Signale abgezweigt - eins für die beiden neuen RCF, eins für die Endstufe, welche die vier alten Boxen füttert. Das Ziel ist, dass man die Lautstärke im Gästesaal einigermassen unabhängig von der Bühnenlautstärke regeln kann, zumal auch noch eine Art Seitenraum beschallt werden muss. Funktioniert ganz gut. Heute Nachmittag waren Aufbau und Soundcheck, das funktionierte im Trockentest schonmal sehr gut.

Allerdings war die Anlage, so wie sie bislang dort stand, so dermassen schräg verkabelt und unglücklich in einen Schrank eingebaut, dass wir sie komplett ausgebaut, entstaubt und neu verkabelt wieder eingebaut haben. Jetzt sind mir die Signalwege zumindest logisch verständlich. Nachher ist Feuertaufe, mal sehen, wie die Kombi sich bewährt. Wenn das so bleibt, dann schreibe ich noch eine kurze Bedienungsanleitung und eine Doku der Verkabelung für einen eventuell später dazukommenden Techniker.

Zu den Boxen: Die RCF 310A klangen jedenfalls auf Anhieb um Welten kräftiger, klarer und sauberer als die alten Boxen. Ich jedenfalls und der Sänger, der heute abend dort auftreten wird, mochten die Boxen auf Anhieb.

Im Moment ist die Anlage so eingepegelt, dass die alten Boxen im Saal zwar laufen, aber nur so als dezente Unterstützung, wenn es voll wird auf der Bühne. An den meisten Stellen des Raumes empfindet man es so, dass der Schall von der Bühne kommt. Nur in besagtem Seitenraum nicht.

Morgen mehr. Ich bin jedenfalls jetzt am Überlegen, ob ich meine vier geliebten Electro Voice-Monitore gegen die RCF 310A tausche. Klingen beide super, aber die RCFs wiegen incl. Amping halb so viel wie meine Electro Voice ohne (also die Endstufen würde ich mir auch noch sparen), und die 5dB mehr an Spitzenpegel der EVs habe ich noch nie gebraucht. Zumal man in der allergrößten Not die RCF auf vergleichbare Durchschnittspegel wie die EVs prügeln könnte, ein Limiter ist ja eingebaut. Bei vier Monitoren würde ich mir da ziemlich genau 75 kg Schlepperei sparen, bei absolut adäquatem Sound. Da kommt man schon ins Grübeln ...

Viele Grüße
Jo

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Sa Apr 25, 2009 14:07 
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Registriert: Do Mär 15, 2007 22:16
Beiträge: 1317
Wohnort: München
Gestern Nacht haben die RCF 310A ihre Feuertaufe zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten absolviert: Die Musiker sind happy, weil sie auf der Bühne endlich den "Wohlfühlpegel" bekommen und einen deutlich besseren und klareren Sound als früher haben. Der Wirt ist happy, weil die Lärmschutzauflagen im Saal jetzt gut erfüllt werden: 90dB(C) Durchschnittspegel. Und die Besucher waren happy, weil sie sich entweder an ihren Plätzen unterhalten können, ohne sich anschreien zu müssen, oder auf der Bühne abtanzen können. So ist das in orientalischen Locations, da wird eben auf der Bühne getanzt.

Die alten Boxen braucht man eigentlich nur noch, um den Sound im Saal etwas anzureichern, wenn auf der Bühne viel los ist und Pegel im Saal gefragt ist. War gestern bei einer Bauchtanzvorführung der Fall. Wäre ich der Wirt, ich würde sie stillegen, abmontieren und samt der zugehörigen Endstufe verkaufen.

Ein interessanter und für mich immer noch faszinierender Effekt ist, dass man überall auf der Bühne ordentlich Pegel hat, und wenn man einen einzigen Schritt macht von der vorderen Bühnenkante herunter in den Speisesaal, wird es deutlich leiser - schlagartig!

Heute teste ich nochmal, ob der Effekt an der Bühnenseite derselbe ist - wenn ja, haben wir die Boxenausrichtung auf Anhieb gut hinbekommen.

Ach ja, Feedbackfestigkeit: Zwei Mikros werden auf der Bühne benutzt eine gute Sennheiser-Funke und ein billiges und inzwischen recht verbeultes Shure PG-58, letzteres fest auf ein Stativ vor dem Keyboarder montiert. Und obwohl dieses Mikro genau auf die Box zeigt und keinen Meter davon entfernt ist (und wegen des Flüstergesangs des gestrigen Tastendrückers ziemlich weit aufgerissen werden musste), gab es kein einziges Aufkommen von Feedback. Wenn der Stammkeyboarder wieder da ist, werden wir das Mikro noch eine Ecke leiser drehen können.

Um die gezielte Beschallung der Bühne / Tanzfläche hinzubekommen, werden die Boxen geflogen und schräg nach unten geneigt aufgehängt. Kein Problem mit der RCF 310A, da man dort oben und unten je eine Öse zum Fliegen in eingelassene Muttern einschrauben kann. Umd iese Ösen zu bekommen, musste ich alelrdings in ein Spezialgeschäft gehen, das in München als Schraubenzentrale bekannt ist. http://www.schrauben-preisinger.de, falls es jemanden interessiert.

Für die Befestigung in der Rigipsdecke benutzen wir spezielle Rigips-Dübel, die pro Stück bis 100kg tragen (wobei das die Decke wohl nicht mitmachen würde) und drei kleinere Haken pro Box. Tatsächlich tragend sind nur die Schrauben in den Rigipsdübeln (dort ist auch das Safety mit drin) und der hintere Haken. Die anderen beiden (vorher bereits vorhandenen) Haken nutzen wir hauptsächlich zur Umlenkung der Spanngummis, alles TÜV-zugelassenes Zeug, damit die Boxen den richtigen Winkel bekommen. Würde eines der beiden tragenden Elemente ausfallen, würden die bislang nicht tragenden Haken den "Tragejob" mit übernehmen. Wir sind da also mehrfach abgesichert.

Noch etwas zur im "Rack" eingebauten Anlage: Diese Konstruktion besteht aus einem alten Zeck Powermischer PD-10-14 mit zehn Monokanälen, von denen vier auch stereo verwandt werden können und eingebautem Multieffekt in akzeptabler Qualität. Zur Pegelbegrenzung ein DBX 1066 (feines Teil!) und eine Endstufe mir unbekannter Herkunft namens Q-700. Werde mir nochmal den Namen des Herstellers ansehen. Wirkt jedenfalls sehr ordentlich. Ausserdem noch ein Furman Spannungsstabilisator (braucht man in der Gastronomie wirklich, denn sobald Geschirrspüler und Herd bzw. Ofen gleichzeitig angemacht werden, sinkt die Netzspannung um satte 20 Volt!). Über ein DJ-Pult hängt noch ein CD-Player am Powermischer. Alles no-names.

Und nun ein Kapitel zum Thema "Kreative Verkabelung im Lauf der Jahrzehnte" oder "Was passiert, wenn Irre eine PA installieren". In den Main-Inserts des Zeck hängt der dbx, aber von dessen parallel geschalteten XLR-Outs wird das Signal für die Endstufe und damit für die alten Boxen abgegriffen. Das Signal, das aus dem Kompressor in das Insertkabel zurück zum Mischer lief, wurde gar nicht mehr benutzt, da die beiden eingebauten Endstufen vom Monitor Out des Zeck gefüttert wurden. Das geschieht über eine schaurige Konstruktion eines Y-Kabels mit vertapeter Lüsterklemme. Soll heissen, mit Gafa zugeklebt und gut versteckt. Ich werde da irgendwann nochmal ein ordentlich gemachtes Y-Kabel anbringen.

In der neuen Verkabelung wird der dbx quasi als Signalverteiler benutzt - er wird nach wie vor gefüttert über das, was aus dem Insert des Zeck rausgeht, aber statt ein Signal zurück zu geben, wird ein Stereosignal an die beiden RCF 310A gegeben, das andere (aus den parallelen Ausgängen des dbx) geht auf die Endstufe für die alten Boxen.

Weiter hängt noch ein CD-Player mit Discopult mit am Zeck, wobei das Discopult eigentlich nicht wirklich verwendet wird. Über ein weiteres Kabel könnte man noch einen iPod oder Laptop über den Zeck verstärken, falls nötig. Aus dem Tape Out des Zeck geht ein Signal an eine Lichtanlage, die man auch über Sound ansteuern könnte, obwohl diese Option nicht genutzt wird.

Viele Grüße
Jo

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