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 Betreff des Beitrags: Latenzen von Audiointerfaces
BeitragVerfasst: Mo Jul 20, 2009 15:32 
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Registriert: Mi Jul 09, 2008 12:22
Beiträge: 69
Moinsen zusammen, kleine Frage,

ich werd mich demnächst auch mal ans Gitarre-recorden via PC+Audiointerface machen, und bin grad dabei mich son bischen zu informieren.

hab in einem etwas älteren Topic gelesen dass einige hier recht glücklich mit den Line6 Geräten sind, und wollte mich da mal erkundigen ob da die Latenzen so niedrig sind, dass man quasi direkt, "on-the-fly" spielen kann, den PC quasi auch als Übungsamp zu nutzen.
die Line6 Sachen sind ja alle USB, und da wird Firewire ja doch die direktere Systemanbindung zugesprochen, allerdings sind Firewiregeräte doch reichlich teurer, wenn man mal von dem einen Behringer-Interface absieht.
Welche Sachen muss man den sonst noch so hardwaremäßig beachten, um den Pc wirklich als Amp nutzen zu können?



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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mi Jul 22, 2009 9:30 
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Registriert: So Sep 24, 2006 21:48
Beiträge: 884
Wohnort: Münster
Das funktioniert mit den Teilen ohne Probleme. Da ich mittlerweile auch in einem Studentenwohnheim wohne, bin ja auch auf so eine "muss etwas leiser sein" Kiste angewiesen ... und das klappt mit meinem UX2 Toneport bestens. Die Latenz ist so unglaublich klein, dass man sie tatsächlich nicht wahrnimmt. Ich tu es nicht und keiner von den Leuten die auf meinem UX2 gespielt haben. Die Latenz reicht sogar aus um dem Drummer im Studio ein als Monitorspur dienen zu können (mal so am Rande).

Angeblich liegt das daran, dass der UX2 halt ne externe Soundkarte ist und alles technische direkt am Klinkeneingang läuft. lediglich die Amp-Simulation wird "über" den USB Anschluss "auf" den Toneport geladen. Sprich: Das Signal muss keinen Umweg zum PC und zurück zur Karte machen. Daran soll es zumindest liegen, dass die Latenz so gering ist.

Über den Service in Sachen Software kann man sich auch überhaupt nicht beschweren. Früher gab es das Programm GearBox dazu. Klasse Amps und Effekte. Im Bereich der Übungszwecke und des Heimrecording lässt das für mich im großen und ganzen kaum Lücken offen. In den meisten Fällen verzichte ich sogar darauf meine eigenen Effekte davorzuklemmen. Später hat Line6 das Programm POD Farm hinzugefügt. Das ist optisch wesentlich ansprechender und wurde um einige Funktionen erweitert. Vor allem die Voreinstellungen in den Amp sind wesentlich besser, so dass man nicht mehr so viel am Sound basteln muss.

Ich machs mal kürzer :
Ich habe den Toneport UX2 und bin total zufrieden damit. Sehr geringe Latenz und brauchbare Soundmoddelings. Da wundert man sich doch iwann, warum auch Moddelingamps so groß sind ... ;)

_________________
E-Gitarren : Gibson SG Special Faded WB ; Fender Highway 1 Telecaster 3TSB
Amp : VOX AD100VT
Tretminen : Boss Blues Driver ; Little Big Muff ; Marshall Jackhammer ; Boss GE-7 ; Cry Baby Classic ; Korg DT-10
Sender : AKG WMS 40 Guitar Bug Set



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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mi Jul 22, 2009 23:24 
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Registriert: Mi Jul 22, 2009 21:58
Beiträge: 14
hi,

Wenn du Gitarre direkt ohne Mikrofon aufnehmen willst, gibt es ein Paar wichtige Sachen, die du beachten musst, damit das Ergebnis gut ist.

Oft gibt es Effekte, auf die du während der Aufnahme nicht verzichten, also nicht erst nach der Aufnahme hinzufügen, kannst. Das sind zum Beispiel starke Metal-Verzerrungen, starke Delays usw. Das heisst wiederrum, dass diese Effekte irgendwas erzeugen muss während du spielst bzw. aufnimmst, entweder Hardware (Amp, externer Verzehrer- und Delay-Geräte usw.) oder Software (Guitar Rig usw.).

Wenn du die Software-Variante nimmst, frisst es Resourcen von dem PC, mit anderen Worten es benötigt Zeit zum Bearbeiten des Signals, also wird die Wiedergabe mit einer mehr oder minder starken Verzögerung wiedergegeben und aufgenommen. Und diese Delays hören dann sogar taube und völlig Rhythmusfreie Menschen. Deswegen ist es wichtig, dass du Effekt-Geräte, die dein Sound enorm verändern, als Geräte und nicht als Software hast.

Es ist eine gängige Praxis den Sound möglichst clean aufzunehmen, um später mehr Kontrolle zu haben. D.h. Delay, Reverb, Speaker Simulation, und sogar etwas Distortion kannst du immer noch hinzufügen und herumexperimentieren. Und nebenbei musst du nicht so viele Geräte kaufen, und alles durch Software nach der Aufnahme erledigen.

Die Verzerrung der Gitarre ist einer der schwierigsten Effekte. Es kommt ja von einer Röhre, und das zu simulieren ist nicht ganz einfach. Sogar eine echte aber billige Röhre klingt nicht wirklich so wie man sie haben will. Und fast alle Effektgeräte, die man so kennt scheitern kläglich an der Simulation der Verzehrung bzw. die Abrundung des eckigen Klangs durch die Speaker Simulation.

Ich habe z.B. Hughes & Kettner TubeMan. Es liefert einer sehr gute Verzerrung, hat aber keine Speaker Simulation. Also muss man entweder bei der Aufnahme auf einer Kettensäge spielen oder Guitar Rig einschalten. Und es ist etwas was du wirklich nicht machen willst. Latenz die sich gewaschen hat, etwa 10-20ms. Die hört man sehr deutlich, wie ein Ping Pong.

Ich hatte mal BOSS GT-6. Das Ding hat eine Speaker Simulation, aber die ist nicht so grad das Gelbe vom Ei, nicht empfehlenswert für die Aufnahme.

Seit 2 Jahren oder so habe ich den PODxt PRO, und das Ding ist echt geil, die Verzerrung ist im Prinzip die selbe wie bei allen PODs, es hat aber Paar nette Extras speziel für die Aufnahme, wie mehrere Ausgänge (mit und ohne Effekten, die man gleichzeitig aufnehmen kann), Digital In/Out usw). Die Verzerrung, Speaker Simulation und die Mikrofon Simulation ist eine wenn nicht die beste auf dem Markt UND es ist Hardware, also Latenz von etwa 3ms.

PODxt Live und diesen kleinen bohnenähnliche PODs sind im Prinzip dasselbe wie PRO, wenn es um die Latenzen geht. Denn solange keine Software auf dem Computer läuft, gibts auch keine großen Latenzen.

Die andere Sache, die du noch beachten musst ist die Soundkarte, oder besser gesagt Audio-Karte (also eine gescheite Soundkarte). Bei den kleinen Varianten von Line6 ist da eine integriert oder so, und wenn du keine extra Karte kaufen willst, ist vielleicht auch gut so. Wenn ich mich nicht irre ist bei PODxt Live auch eine integriert.

Was du über USB und Firewire gemeint hast. Es ist nicht alles Gold was glänzt. Ich hatte mal Edirol Firewire Audio Karte, etwa für 333 Euro, kam ganz schnell zurück. Es hatte die selbe Latenz wie mein PowerBook G4! Ist schon paar Jährchen her. Das einzige was ich da für 333 Euronen gekauft habe ist ein Haufen Lämpchen, Regler und Ausgänge. Einer der wichtigsten Sachen für eine gute Aufnahme, die geringe Latenz, haben die nicht anbieten können. Es war eine teure Karte von denen, eine "gute", mit 192kHz Digital In/Out usw. Deswegen würde ich dir raten, entweder die integrierte in dem POD ausprobieren, und wenn du die Latenz hörst, schick es sofort zurück. Oder zu kaufst dir DIGI RACK, und dann ist es spitze, kostet aber was. Nicht diese kleine Mini-Zeug von Digidesign, DigiRack hat Direct Monitoring (nicht Zero-Latency die billig Karten anbieten). Was Direct Monitoring ist im Prinzip ein globales Effekt-Bypass, die man aber sowieso nicht während der Aufnahme einschalten sollte, sonst läuft alles durch die Karte. Latenz wird aber deutlich reduziert, auf nicht mehr merkbar, ich denke etwa bei 5ms. Aber billige Audio-Karten im unter 300 Euro sind nur Haufen Ausgänge mit Latenzzeiten die du am Anfang nicht besonders mögen wirst, aber lernst es viel mehr weniger zu mögen in der Zukunft. Denn was bringen die wenn der Mix dann wie ein Dschungel von Tönen ist, die durcheinander sind.

Als ich angefangen habe zuhause aufzunehmen, haben mich Paar Sachen verwirrt. Als ich aufgenommen habe zum Beispiel, wusste ich dass ich im Tempo bin, aber wenn ich es abspiele, hört es sich dann an, als ob ich mich drumrum mogle. Latenz ist eine ganz komische Sache, ich habe auch oft das Gefühl, dass sie sich mit der Zeit addiert, also am Anfang vom Lied passt es grad noch so, und zum Schluss schein es, als ob der einer Musiker schon nach Hause geht, und der andere immer noch nicht fertig ist.

Ich dieses eine Lied vor 6 Jahren aufgenommen, mit ne ganz normallen Soundkarte, Amp mit nem Mic und H&K TubeMan, der Klang war geil, aber irgendwas seltsames passiert mit den Tracks. Die laufen auseinder. Wenn man mit ne Scheisskarte arbeitet kommt dasselbe raus. Auf meiner Myspace-Seite habe ich den Song, heisst "Can You Feel My Pain". Am Anfang scheint alles im Takt, aber irgendwo ab der Mitte laufen Drums, Clean und Dist. Guitar auseinander. Sieht aus wie ein Effekt, ist es aber nicht. Wenn wir schon über Line6 reden, den Song "Giant" habe ich mit Digidesign DIGI002 und Line6 PODxt PRO aufgenommen, direkt ohne Mikro, dann glaub ich noch etwas mit Guitar Rig abgerundet.

Ich hoffe, ich konnte helfen.



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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Do Jul 23, 2009 10:58 
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Registriert: Mi Jul 09, 2008 12:22
Beiträge: 69
Vielen Dank für die ausführlichen Antworten, da werd ich doch mal nen bischen bei ebay gucken ob da eins von den line6 Geräten in nächster Zeit mal auftaucht, ansonsten gönn ichs mir zum Geburtstag ;)



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