Jetzt kommt wieder die Weihnachtszeit, junge Bands suchen wieder mal günstige PA-Anlagen, Einzelmusiker suchen günstige Aktiv-Boxen und so weiter ....
Als alter Einkäufer beim großen T. fühle ich mich bemüßigt, die Lanze für den aktiven "The Box MA 1520 MKII" Monitor zu brechen.
Klar werden die meisten der Profis hier herinnen beim Namen "The Box" wahrscheinlich die Nase rümpfen und (ehrlich gesagt), würde ich sie nicht kennen, dann wäre mein Nasenrümpfen wahrscheinlich ganz vorne anzutreffen.
Aber ich kenne die Box, weil ich seit 3 Jahren 4 Stück davon in einem Club fast jede Woche befeuern darf und ich kann (fast) nur gutes darüber berichten:
1. Die Hardware (Gehäuse):
Sehr robuste Schale, kein Problem damit (im Gegensatz zu mir), dass sich der eine oder andere Musiker mit einem Fuß drauf abstützt oder zwecks Präsentation auch mal (hatten wir des öfteren) auf die Box draufstellt. Auch das Schutzgitter vor dem Boxen ist sehr genügsam gegenüber Tritten, umfallenden Gitarren, begeisterten Groupies und was sich sonst nocht so auf Bühnen herumtreibt.
Sehr bühnenfreundliche Abmessungen, mag heissen, sie nehmen aufgrund ihrere Kompaktheit nicht sonderlich viel Platz weg. Die Boxen sollten aber Ihrer Bauweise entsprechend (45° Winkel) nicht unbedingt "unter" dem Musiker stehen sondern eher einen halben bis einem Meter vor dem zu monitorendem Subjekt *g*
An der Box angebrachte Bedienelemente und Steckbuchsen sind absolut tourtauglich und stecken auch brutalere Manipulationsversuche weg.
Außerdem und auch schön ist die Tatsache, dass sie eingentlich "wenig" wiegen und damit auch gut handelbar sind. Stagehands, oder wie in meinem Fall der Tontechniker packen locker 2 davon auf einmal
2. Die Leistung:
160W RMS bzw. 250 W Peak bei 4 Ohm steht auf der Box und das reicht allenfalls für kleinere Bühnen im Freien oder (so wie hier) für Club-Bühnen. Im Grunde genommen ist es so, dass speziell im Club die Dinger auch hie und da mal "saulaut" rüber kommen "müssen" und auch diese Übung beherrschen sie, ohne Schaden zu nehmen bzw. klangmäßig abzusaufen.
Fescherweise verfügen diese Monitore auch über einen 2.ten XLR-Eingang der zugemischt werden kann. Brauchte ich persönlich noch nie, aber ich kenne einige Musiker (vor allem Gitarristen), die Ihr Instrument gerne extra im Moni haben um unabhängig mehr Signal zu erhaschen. Mittels eingebautem EQ lassen sich Höhen und Tiefen regeln, schön für den, der´s braucht. Diese beiden Gimmicks, verstärkt um die Tatsache, dass Eingang 1 zwischen Line und Mic umschaltbar ist, predästiniert die Box gerade dazu, auch als Alleinverstärker bzw. Proberaumbox für Sänger mit Gitarre zu fungieren, was uns zu Punkt 3 führt, nämlich ...
3. Der Klang:
Hier kommt das "fast" in meinem einleitenden Satz zur Geltung. Dem Moni fehlt es in jeder Hinsicht an Brillianz um, auf sich alleine gestellt, ein zufriedenstellendes Ergebnis für z.B. Sänger oder Akkustik-Gitarristen zu liefern. D.h. er liefert zwar Höhen, allerdings, um jetzt MEINE subjektive Meinung geltend zu bringen, klingt er sehr "mittig".
Im Verband mit diversen Amps und der gängigen PA-Einstreuung im Club und auf kleinen Live-Bühnen meistert er seine Sache sehr gut, alleine auf sich gestellt klingt er ein bißchen nach Blechrohr. Aaaaber er wird dabei nicht anstrengend, was bedeutet, dass für Sänger mit schmaler Geldbörse und sofern kein audiophiler Typ im Proberaum herumlungert der TheBox 1520 MKII durchaus "erträglich" ist, für Live-Performance mit Publikum würde ich ihn nicht (alleine) einsetzen! Hier allerdings ist aber wieder in seiner Mittigkeit von Vorteil, da sich das Teil sehr Rückkopplungsresistent zeigt.
Resumeé:
Als Monitor in Verbindung mit einer PA und unter Bedacht des Preis/Leistungsverhältnisses ein wirklich annehmbares Teil. Ich selbst habe mir 2 davon zur Ergänzung meines Boxenfuhrparkes nachträglich zugelegt und sehr glücklich über den Kauf. Als Einzelbox ist die TheBox 1520 MKII allerdings nur bedingt einsetzbar (z.B. zum Üben zu Hause) !
Ich hoffe, Euch hat dieser Review was gebracht und freue mich natürlich über jedes Feedback !
lg Chrisu