Ist vielleicht schon zu spät, aber trotzdem...
yaday hat geschrieben:
1. Quintfälle: Hierbei wird die II-V Verbindung mit einer Klammer unterhalb, und die V-I Verbindung mit einem Pfeil oberhalb der Akkorde gekennzeichnet. Werden die restlichen Verbindungen (zB III-IV, IV-VII etc.) nicht gekennzeichnet? Falls doch, wie?
Die Klammer und der Pfeil kennzeichnen, wie du schon geschrieben hast, eine
II-V-I-Verbindung, eine der wichtigsten Kadenzen im Jazz.
Genaugenommen zeigt der Pfeil eine Quintfallauflösung
irgend einer Dominante an, er wird genauso für
Sekundärominanten verwendet. Mit der eckigen Klammer verbindet man eine II-V, also die zur Dominante gehörende relative II-Stufe mit der Dominante. Die
relative II liegt also ihrerseits immer eine Quinte über ihre Dominante. Sie kann ein Moll-Akkord oder ein halbverminderter Akkord (m7b5) sein.
Anders ausgedrückt: der
Quintfall eines Moll- oder halbverminderten Akkordes zu einer (Sekundär-)Dominante ist eine (relative) II-V.
yaday hat geschrieben:
2. Sind die Akkorde auf einem Leadsheet auch gleichzeitig Sekundärdominanten der anderen im Leadsheet auftretenden Akkorde? Also muss ich über jedem Akkord bspw. V7/VII (Sekundärdominante der II. Stufe) schreiben? Bsp. Auszug aus "Autumn Leaves "1. Zeile: Am7 - D7 - Gmaj7 = V7/VII - V7/III - V7/VI usw.
Ist vielleicht schon etwas spät ...
Sekundärdominanten sind ausschließlich
Dominantseptakkorde. Nur bei diesen Akkorden wird die Stufe der erwarteten(*) Auflösung mit angegeben.
Der Anfang von
Autumn Leaves enthält zwei Dominantseptakkorde D7 und B7. Die erwarteten(*) Auflösungsstufen sind D7 -> G und B7 -> Em. D7 ist also die 'Dominante von G' = V7/bIII. bIII schreibt man, weil diese Stufe die kleine Terz ist. (Cmaj7 ist entsprechend die bVI Stufe)
B7 ist die 'Dominante von Em' = V7/I oder einfach V7.
(*) diese Auflösungsstufe wird auch dann angegeben, wenn sich die Dominante nicht wie erwartet auflöst.