Ich bespreche mit manchen meiner Gesangsschüler Übungen aus "Powervoice", da manche das Buch einfach mitbringen und mich um meine Meinung als Gesangslehrer fragen. Dazu folgendes:
Jeder der versucht, gleich in den ersten Übungen mit "Gesichtsspannung", "Aufreißen der Augen" oder "Kopfnicken" einen hohen Ton zu produzieren, der sonst nicht gelingt, sollte erst mal über längere Zeit gute Stimmbildung trainieren (d.h. klass. Gesangsunterricht nehmen).
Denn die Kunst ist eigentlich eher das Gegenteil, nämlich die Balance im Körper. Das heißt, die Muskeln des Gesangsapparates können dann am effektivsten arbeiten, wenn alle anderen Muskeln im Körper (+ Gesicht) eben nicht angespannt sind.
Wer das nicht glaubt, dem empfehle ich, sich das mal bei jemandem anzusehen, der's wirklich beherrscht. Unbestritten z.B. Luciano Pavarotti, z.B.
http://www.youtube.com/watch?v=VATmgtmR5o4. Selbst bei den unglaublichen höchsten Tönen, die voluminös und laut klingen, ist nur ein leichtes Heben der Augenbrauen zu sehen. Der Körper ist völlig in Balance und nicht unnötig angespannt. So etwas kann man nur durch jahrelanges Training und guten Unterricht erarbeiten.
Wenn man diese physiologisch effektive Tongebung beherrscht, kann man mit der Stimme eigentlich alles machen. Auch Hard Rock.
Die (wenigen) Powervoice-Übungen enthalten übrigens nichts, was man nicht auch in jedem anderen Stimmbildungsunterricht üben würde (in der Klassik schon seit Jahrhunderten). Deswegen finde ich es ein wenig überheblich, dass heute jeder, der ein Buch mit ein paar zusammengetragenen Übungen veröffentlicht, meint, er hätte eine neue "Methode"erfunden.
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Sten
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Staatl. anerkannter Singschullehrer
Staatl. geprüfter Chorleiter
Seit über 20 Jahren Rocksänger