Musikertalk.com • Thema anzeigen - E-Gitarre: Technik, Tremolo, Allgemeiner Teil

 
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BeitragVerfasst: Mo Nov 12, 2007 20:04 
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Registriert: Di Jun 05, 2007 2:42
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Wohnort: Oberhausen
Im Unterschied zu Westerngitarren, den Stahlbesaiteten Dreadnoughts, und den Klassik Gitarren mit Nylonsaiten besteht die Möglichkeit bei E-Gitarren anstatt einer festen Brücke ein Tremolo zu verbauen. Damit ist es - theoretisch - möglich ein Tremolo über mehrere Saiten zu spielen, was mit der Spieltechnik die aus der linken Hand kommt schwer bis unmöglich ist.
Große Spielexzesse mit dem Hebel wie sie heutzutage Virtousen á la Steve Vai, Joe Satriani, Michael Angelo Batio u.v.m. zelebrieren wurden aber erst durch revolutionäre technische Weiterentwicklungen möglich.

Als das erste Tremolosystem gilt das Bigsby Tremolo, dass heute noch verwendung findet. Dies aber fast ausschließlich in Hollowbody Gitarren.

Desweiteren gibt es von der Firma Fender ein Tremolosystem, dass inzwischen als Vintage Tremolo bekannt geworden ist. Markenzeichen dieses Tremolos ist, dass die Grundplatte auf der Gitarrendecke aufliegt und dort durch einen Starken Federzug gehalten werden soll. Dadurch ergibt sich eine gewisse Stimmstabilität, es sind aber nur Tremolotechniken möglich bei denen der Hebel gedrückt wird => sog. Dives. Manche Musiker stellen ihr Vintage Tremolo so ein, dass es sich ein wenig von der Decke abhebt, so dass auch ein ziehen am Tremolo möglich ist => Pulls. Dies führt aber meistens zu Problemen mit der Stimmstabilität, da bei einem Pull ein Zug auf den Saiten liegt der bis in die Mechaniken weitergegeben wird.

Als weiterer weit verbreiteter Tremolotyp ist das Floyd Rose Tremolo zu nennen. Die funktionsweise ist vergleichbar mit dem Vintage Tremolo, nur ist das Floyd Rose "schwebend" aufgehangen. Es sind also Pulls und Dives gleichermaßen möglich, allerdings wurde die Stimmstabilität durch das Hinzufügen von Klemmböckchen deutlich verbessert.
Durch das schwebende Konstruktionsprinzip ist der Saitenwechsel allerdings nicht ganz unkompliziert, da sich die Saiten wie kommunizierende Röhren verhalten. Auf dieses Problem wird aber in einem gesonderten Thread eingegangen.

Einige Exoten unter den Tremolos haben sich nicht auf dem breiten Markt gehalten, wie z.B. das Wilkinson Tremolo, das Jazzmaster - welches Artverwandt mit dem Bigsby Tremolo ist - oder das Tremolosystem das Brian May in seiner Red Special verwendet.

Grundsätzlich haben alle Tremolomodelle ihre Vor- und Nachteile sodass sich jeder Musiker nach seinen persönlichen Vorlieben bzw. nach dem Einsatz des Equipments richten muss und man keine allgemeingültige Aussage treffen welches Tremolosystem am geeignesten ist.

_________________
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