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Wie läuft das ab mit dem Song-Verkauf?

 
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deeeyoo



Anmeldungsdatum: 21.08.2008
Beiträge: 2
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: Do Aug 21, 2008 16:03    Titel: Wie läuft das ab mit dem Song-Verkauf?

Hallöchen,
bin eben hier eingetrudelt und hab' gleich ne Frage.
Folgendes: Ein Freund von mir ist songwriter und Komponist. Ich finde seine Lieder einfach genial und würde mich für ihn freuen, wenn er sie erfolgreich verkaufen könnte. Er lebt in Asien und deshalb will ich mich für ihn hier in Deutschland einsetzen.
Nun meine Frage: Was genau muß ich tun?
Ich hab' von ihm die Lyrics bekommen und die songs auf CD's gebrannt (nur 2 Stück pro CD - glaube, mehr hört sich keiner an, oder?).
Die Musikrichtung ist Pop (Balladen), auf englischer Sprache und er hat das in seinem kleinen Heimstudio aufgenommen (Synthesizer und er singt selber).
An wen schick ich das am Besten? Dieter Bohlen? Sony BMG? ( Very Happy )
Und wie genau läuft das ab, wenn jemand Interesse hätte?
Soll ich zu der CD und den lyrics noch einen Brief verfassen? Oder reicht es, wenn ich meinen Namen und Telefonnummer angebe?
Sorry, daß ich so blöd frage, aber ich hab' echt keinen blassen Schimmer. Ich weiß nur, daß ich ihm helfen will seine songs an den Mann zu bringen Cool

Und Danke schonmal für Eure Antworten!

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orschd



Anmeldungsdatum: 21.11.2006
Beiträge: 2590
Wohnort: Heilbronn

BeitragVerfasst am: Do Aug 21, 2008 16:49    Titel:

Ad Hok ein seriöses Label zu finden das am Ende sogar noch einen Vertrag anbietet schließe ich mal vorneweg aus.
Die Zeiten der Demotapes sind sowiso längst vorbei.

Das hat mehrere Gründe....
Zum einen gehören fast alle kleinen Labels zu einem größeren Konzern.
Unabhängige Labels, die sich auf "unbeschriebene Blätter" einlassen, verkaufen vorwiegend elektronisch. Sprich : MP3's zum Download.
Letzteres wäre ja nun gar nicht mal soooo schlimm, aber meist ist diese Art von Verkauf praktisch werbefrei, was sich auf die Anzahl der DL's niederschlägt, und dann berechnet das Label gerne den elektronischen Vertrieb. Das is natürlich schlecht für die eigenen Einnahmen.

Im Endeffekt ist es besser sich selbst zu vermarkten, bis irgendwann jemanden auf einen zu kommt. Das funktioniert bei qualitativ hochwertiger Musik recht schnell.
Mit "vermarkten" meine ich jetzt nicht nur die üblichen Stellen wie Myspace oder ähnliches, sondern und gerade die Pages auf denen sich nachweislich etliche Labels rumtreiben. "My own Music" zum Beispiel. Gegen eine geringe Gebühr kann man schon mal ne ganze Latte an Titel hochladen, und ist, wenn man aktiv dort mitmacht (Bewertet, Im Forum teilnimmt) relativ schnell in die Community mit eingebracht. Hat man dann noch ein - zwei Hits, landet man oftmals in den Top 10. Und das ist der Ort an welchem Produzenten nach Talenten auf die Suche gehen.
MOM war jetzt nur ein Beispiel. Es gibt 100te solcher Seiten. Manche gut, manche weniger. Erfahrungssache.

Doof wirds dann wenn wirklich ne Anfrage kommt.
Warum doof ?
Ich versuch es so kurz wie möglich zu umreißen....

Über elektronische Releases sprach ich ja schon. Die meisten unabhängigen Labels beverzugen diese Art als "Testphase". Da gibbet dann ne Single oder zwei, und wenns läuft is man vielleicht gewillt mal 5000 CD's zu pressen.
Und das ist oftmals schon das maximum an seriosität die man bekommt. Natürlich nur wenn der Vertrag korrekt ist.
Finger weg von Exklusiv-Verträgen !!!! Wer so was gleich zu beginn anbietet, der weiss warum er das tut. Kohle scheffeln kann sooooo einfach sein. Wenn der Künstler dumm genug ist !!
Abrechnungen sollten mindestens halbjährlich aufgelistet werden. Zahlungen mindestens auch. Besser 4tel - jählich. Der Übersicht wegen und vor allem auch wegen den Bilanzen die man der GVL weitergeben sollte (sonst Rechnen die noch in 2 Jahren die Tantiemen von 2001 aus).
Auch, das mag vielleicht jetzt komisch klingen..is aber so, Urlaubstage sollten im Vertrag stehen. Is natürlich weniger wichtig wenn es ein reiner Marketingvertrag is, und keine Tour oder Festtermine aller Art Vertragsbestandteil sind.
Da gibts noch sooo vieles zu klären....
Bleiben wir lieber erst mal beim Label selbst, und wie man drankommt.

Also..
Ein weiteres Gimmick ist natürlich das beschallen von Magazinen und Zeitschriften. Begehrte Printmedien eben, die junge Künstler vorstellen, oder sogar eine Demo (in dem Fall lieber ne Promo) testen.
So was wird auch gerne von Produzenten oder kleinen Labels gelesen...
In dem Fall die weitergabe unbedingt (!) erlauben !!
Die SOngs werden nach Vertragsabschluss sowiso nochmal proffessionell neu aufgenommen, und der Bekanntheit hilfts auch.

Tja...ich könnt noch so viel schreiben ....

Was wäre denn momentan die wichtigste Frage, abgesehn von den Tips ?
_________________
www.myspace.com/metaltorsten
-> Ich soll "dies und jenes" gemacht haben ? Also erstens ist das gar nicht wahr ! Und zweitens ist das schon sehr lange her !

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deeeyoo



Anmeldungsdatum: 21.08.2008
Beiträge: 2
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: Do Aug 21, 2008 17:44    Titel:

Zunächst mal Danke für die ausführliche Antwort.

ABER: Er möchte nur seine Musik verkaufen. Er will nicht als Sänger groß rauskommen (obwohl er allemal das Zeug auch dazu hätte), sondern als songwriter.

So, was hast da für Tips auf Lager? Very Happy

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orschd



Anmeldungsdatum: 21.11.2006
Beiträge: 2590
Wohnort: Heilbronn

BeitragVerfasst am: Do Aug 21, 2008 19:45    Titel:

Ich seh da keinen Unterschied.
Ob auf oder hinter der Bühne is relativ egal.
Der Weg ist der selbe.

Aber warum mal nicht bei Leuten nachfragen die sich damit auskennen ?
Uwe Fahrenkrog-Pettersen zum Beispiel.
Sozusagen einfach mal ne E-Mail schreiben. Ich denk nicht das sich da alle quer stellen. Manch einer wird bestimmt Tips auf Lager haben.
Wie hies noch der Typ der "Rasputin" und "Daddy cool" geschrieben hat ? Der is doch ganz nett.
Ein Versuch isses Wert.

Wenn was bei rumkommt kannste es ja hier mal reinstellen.
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sunstreet-studios



Anmeldungsdatum: 25.06.2008
Beiträge: 22
Wohnort: Amstetten / Austria

BeitragVerfasst am: Mo Aug 25, 2008 8:02    Titel:

Tja, da gibt es viele, die man hier anschreiben könnte. Übrigens - FRANK FARIAN heißt der Hit-Komponist von Boney M. u.v.m.!!

Er muss ja seine Songs nicht VERKAUFEN. Sobald das Demo gefällt und der Song produziert wird läuft es über einen Verlagsvertrag für diesen Titel. Hier stehen dann alle Rechte und Pflichten des Verlegers bzw. Urhebers drin und sobald der Titel irgendwo (Radio, TV etc.) aufgeführt wird, gibts GEMA-Kohle, sofern diese Aufführung der GEMA gemeldet wird. Manche Internetradios spielen zwar fleißig Musik, müssen aber keine GEMA-Meldung machen. Das ärgert mich als Urheber schon sehr, da uns hier ja viel Kohle - sprich auch Motivation - durch die Lappen geht. Übers Internet erreiche ich ja viel mehr Leute als über regionale Radiosender.

Kurz um: Demos an einen Verlag schicken, der auch Künstler unter Vertrag hat, die in diese Richtung Platten produzieren. Ansprechpartner findest du, wenn du ein bisschen Zeit aufwendest und googelst.

ABER VORHER UNBEDINGT DIE WERKE SCHÜTZEN LASSEN.

Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Einen Brief mit der CD eingeschrieben an dich selbst schicken und NICHT öffnen. Datum des Poststempels zählt dann als Beweis, sollte es zu Problemen mit Songklau bzw. Plagiat kommen.
- CD bei einem Notar hinterlegen. Etwas kostspieliger, aber sicher.
- GEMA-Anmeldung. Hierzu gibt es Formulare und außerdem musst du GEMA-Mitglied sein. Doch im Zuge einer Erstanmeldung geht das in der Regel ziemlich reibungslos.

Würde gerne mal die Songs hören. Ein befreundeter Produzent sucht immer nach Titeln - bevorzugt englisch und Balladen.

Okay, dann viel Glück mit den Songs
LG
Helmut
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Intel Core2 Q9450 Quad 4x3,2GHz (Hamburg-Audio-PC), GIGABYTE X48-DS5 Board, Cubase 4.5.1, Wavelab 6 Studio, 2x UAD-1, MotU 828mk3, Presonus Monitor Station, t.bone sct800 Mic, Yamaha NS10m/HS50+Sub, Korg M1 VST, Virtual Guit. 2, Stylus RMX ...

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Texter-Bernd



Anmeldungsdatum: 11.10.2007
Beiträge: 44
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: Do Sep 25, 2008 16:04    Titel:

ein paar Ergänzungen/Korrekturen:

die GEMA empfielt, erst dann Mitglied zu werden, wenn Lizenzeinnahmen anstehen (im Normalfall, wenn eine CD produziert wird - die GEMA-Abgabe wird da gleich abkassiert; wenn man selbst auch der ausführende Künstler ist, bekommt man fast das wieder, was man vorher an die GEMA abführen musste);

Copyright sichern:
diese Tipps mit an sich selbst adressierten Briefen, Hinterlegen beim Notar etc. sind entweder unsinnig oder teuer. Man muss im Streitfall (nur dann!) nachweisen können, dass man der erste war, der einen Song oder Text veröffentlicht hat. Heute geht das sehr einfach: man veröffentlicht den Song auf einem fremden Server (natürlich unter dem eigenen Namen oder mit entsprechenden "Credits"), wo die Datei mit einem Datum versehen und allgemein zugänglich gemacht wird. Z.B. hier im Forum! Dank des Internets ist das heute gar kein Problem mehr. Man muss nur das Vertrauen haben, dass es den fremden Server auch in ein paar Jahren noch gibt, und die Daten nicht einfach gelöscht werden.

Ansonsten wurden ja schon gute Hinweise gegeben: einen Musikverlag oder Künstler suchen, die die entsprechende Richtung vertreten; alle Möglichkeiten nutzen, das Werk (am einfachsten im Internet) bekannt zu machen. Tokio Hotel wurde nur Dank Internet auch International bekannt - sie hatten natürlich einen gewissen Startvorteil ;-)

Viel Erfolg!
Bernd
_________________
carpe diem, quam minimum credula postero

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